Verkehr sorgt für Frust bei Anwohnern in Sehmatal

Wenn die Neudorfer in der Ortsmitte über die Straße gehen wollen, erfordert das zu bestimmten Zeiten einigen Mut. Mit einer simplen Idee soll erst mal Abhilfe geschaffen werden.

Neudorf..

Zwischen der Bahnhofstraße und dem Kreuzungsbereich Crottendorfer Straße schieben sich in Neudorf um die Mittagszeit Autoschlangen über den Asphalt. Das ist auch so, wenn Wintertouristen an- und abreisen dürfen oder die B 95 gesperrt ist. Hinzu kommen zahlreiche Lkw. Die Distanz ist wegen einer Kurve schlecht einsehbar. Und doch ist entlang der wenigen Meter an der S 266 genau das zu finden, womit das Dorf auf sich aufmerksam macht. Dazu gehören das Suppenmuseum, die Erlebniswelt des Neudorfer "Karzls", die Gaststätte Kaiserhof und diverse Geschäfte. Hinzu kommen der Zahnarzt und eine Physiotherapie.

Im Kaiserhof sind seit einigen Jahren die Hortgruppen der Kindertagesstätte Pusteblume untergebracht. Wenn die Erzieher ihre Schützlinge in der Mittagszeit vom Schulbus abholen, erfordert das in der Regel spontane und lautstarke Ansagen seitens der Erwachsenen. "Oft sind die Kinder nach der Schule so unkonzentriert, dass sie unsere Forderungen kaum beachten", erlebt Hortleiterin Carolin Marks immer wieder. Genau deshalb hatte sich die Einrichtung Ende des vergangen Jahres um eine Geschwindigkeitsbegrenzung in dem Bereich bemüht. Unterschrieben haben Vertreter der Eltern, Kinder, des Vereinsvorstandes und der Gemeinde Sehmatal. Leider ohne Erfolg.

Laut Benjamin Hahn vom Referat Straßenverkehr beim Landratsamt des Erzgebirgskreises habe ein Verkehrszählung in der Sommerferienzeit des zurückliegenden Jahres keine erhöhte Belastung ergeben. Mit 5600 Fahrzeugen in 24 Stunden in beiden Richtungen entspräche dies einer mittelstarken Belegung und sei an anderen Staatsstraßen im Kreisgebiet teilweise dreifach so hoch, so der Sachverständige. Außerdem gäbe es zwischen dem Gebäude und der Straße mit dem Parkplatz der Gaststätte eine Art Sicherheitszone. Damit seien die Voraussetzungen für eine 30er-Zone nicht erfüllt, heißt es weiter in dem amtlichen Schreiben.

Gaststätteninhaber Ronny Lauterbach vom Neudorfer Kaiserhof sieht die Situation differenzierter. "Das Problem ist nicht die Geschwindigkeit, sondern das Parken. Ich sehe hier immer wieder Fahrzeuge, die nach Bauchgefühl abgestellt werden." Das seien auch Lkw-Fahrer, die sogar im Kreuzungsbereich parken oder an der ohnehin schmalen Staatsstraße. "Wichtig wäre ein Parkleitsystem, das den Leuten bereits an der Ortseinfahrt Parkmöglichkeiten aufzeigt", so der Gastronom. Bei ihm würden sich bei belegtem Parkplatz immer wieder Gäste erkundigen, wo sie denn ihr Auto abstellen können. Der großzügig angelegte Parkplatz am Friedhof in etwa 100 Meter Entfernung scheint unauffindbar und zu weit weg.

Einige Neudorfer bezeichnen die S 266 sogar als "Dorfautobahn" und sehen einen Zebrastreifen als mögliche Lösung des Problems. "Die Anliegen sind uns bekannt" sagt Bürgermeister Sebastian Nestler (Freie Wähler Bürgerforum). Er weist auf eine geplante neue Beschilderung hin. Es geht um das geförderte Projekt eines Wegeleitsystems für das Sehmatal. "Die insgesamt elf großen Schilder in Neudorf und weitere in den anderen Ortsteilen werden ab Einfahrt in die Dörfer auf Sehenswürdigkeiten, Gaststätten, Gewerbe und Parkplätze hinweisen", so der Ortschef. Sie könnten bereits mit Beginn des Frühlings aufgestellt werden und die Situation zumindest visuell entlasten.

Der Fußgängerüberweg sei eine interessante Alternative, müsse aber erst im zuständigen Ausschuss beraten werden, so Nestler. Auch in den Ortsteilen Cranzahl und Sehma gibt es bereits Forderungen und Bürgerinitiativen, in den Zentren der Orte Fußgängerüberwege anzulegen. Weiterführende Beratungen dazu muss es im Technischen Ausschuss der Kommune geben. "Dann werden wir die Möglichkeiten prüfen", so Nestler.

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