Woods nach 14 Jahren wieder ganz vorn?

Wenn ab heute die weltbesten Golfspieler beim Masters 2019 um den Titel kämpfen, sind die beiden deutschen Teilnehmer Außenseiter. Der größte Fanliebling ist hingegen wieder ein Siegkandidat.

Augusta.

Einmal Champion, immer dabei. Wer im Augusta National Golf Club die Trophäe in die Luft gestemmt und das grüne Jackett übergestreift hat, darf lebenslang wiederkommen. Wie Tiger Woods. 2019 erscheint der viermalige Sieger anders als bei seinen letzten Gastspielen aber nicht nur, um mitzuspielen, er kommt, um zu gewinnen.

22 Jahre ist es her, dass der Kalifornier in Augusta das erste Mal triumphierte, bis heute ist Woods der jüngste Masters-Sieger. Drei weitere Titel folgten bis 2005. Insgesamt brachte es der Superstar der Szene auf 14 Major-Siege, der letzte liegt mit dem Erfolg 2008 bei den US Open elf Jahre zurück. Private Eskapaden warfen ihn eine Zeit lang aus der Bahn, Schmerzen an der ein Sportlerleben lang stark beanspruchten Wirbelsäule machten mehrere Optionen notwendig. 2016 und 2017 schien Woods' Karriereende nahe. Doch der mittlerweile 43-Jährige kämpfte sich zurück. Der Mann, der mit seinem athletischen Stil den Golfsport revolutionierte und insgesamt 683 Wochen die Nummer eins der Weltrangliste war, ist fit, fokussiert und selbstbewusst. Sein Triumph beim Finalturnier der PGA-Tour im vergangenen September in Atlanta war der ultimative Beweis: Mit dem Tiger, nach etlichen guten Ergebnissen in den letzten Monaten schon wieder die Nummer zwölf der Welt, ist zu rechnen.

Dass Woods das Masters noch einmal gewinnen kann, glaubt auch der zweimalige Sieger Bernhard Langer. "Sein Schwung sieht konstanter aus. Er war immer ein sehr guter Bunkerspieler und Putter. Dazu ist er mental sehr stark. Ich glaube, er hat es drauf", sagte der inzwischen 61 Jahre alte Champion von 1985 und 1993 vor Beginn der ersten Runde. Was Woods stoppen könnte, sind die vielen Veränderungen, die die Anlage in den letzten Jahren erfahren hat. "Der Platz ist schwieriger geworden. 5000 neue Bäume wurden gepflanzt, es gibt jetzt Rough. Die Spielbahnen sind enger als früher, man muss präziser abschlagen. Damit wird Tiger sich schwertun", erklärte Langer.

Langer selbst, der seit einem knappen Jahrzehnt die US-Senioren-Tour dominiert, hat sich gerade von einer Verletzung erholt. Wie gut die Form des Rheinländers schon wieder ist, bleibt abzuwarten.

Bei Martin Kaymer, dem zweiten deutschen Starter, ist die Form seit mehr als zwei Jahren im Keller. Der Sieg bei den US Open 2014 war der letzte Turniersieg der ehemaligen Nummer 1 der Weltrangliste. In der ist Kaymer inzwischen auf den 190. Rang abgerutscht. In diesem Jahr stehen als beste Ergebnisse ein 22. und ein 24. Platz in Abu Dhabi bzw. Dubai zu Buche. Geht das so weiter, spielt der 34-Jährige 2019 sein vielleicht letztes Masters. Fünf Jahre lang haben die Gewinner der anderen drei Major-Turniere ein garantiertes Startrecht in Augusta. Für Kaymer sind die fünf Jahre nun vorbei. Was in ihm steckt, zeigte er am Montag. Beim Masters ist es Tradition, den Ball in der Proberunde am 16. Loch übers Wasser "flitschen" zu lassen. Im Optimalfall erreicht er das Grün. Wie bei Kaymer.

Ein Video von Martin Kaymers Schlag am 16. Loch sehen Sie, wenn Sie den Code mit Ihrem Smartphone scannen. www.freiepresse.de/zauberschlag

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