Zu vorhersehbar: Formel-1-Bosse wollen mehr Siegerteams

Die Formel 1 muss wieder unberechenbarer werden, es darf nicht nur eine begrenzte Anzahl von Siegerteams geben. Diese Meinung vertrat Sean Bratches, Marketingchef von Formel-1-Eigner Liberty Media, im Gespräch mit der Bild am Sonntag. "Seit 2015 gab es nur Mercedes, Ferrari und Red Bull, die Rennen gewonnen haben", sagte der 58-Jährige: "Wir brauchen also ein ausgeglicheneres Starterfeld."

Es sei wünschenswert, so Bratches, dass der Fan "nicht mehr zu einem Rennen kommt und schon vorher weiß, wer gewinnt". Erreichen will Liberty Media das beispielsweise mit einer Budget-Obergrenze, wie sie Liberty Medias Formel-1-Geschäftsführer Ross Brawn schon im nächsten Jahr testen will.

Bratches möchte unter anderem auch einen Motor, "der schneller, lauter und weniger teuer ist. Wir wollen außerdem die Strecken fesselnder machen. Sie brauchen mehr Überhol-Möglichkeiten und einen veränderten Belag, der den Reifenabbau erhöht", sagte er der BamS.

Unabhängig von der weiteren Entwicklung des geplanten Streamingangebots F1TV müssen sich laut Bratches die klassischen Fernsehsender keine Sorgen um zukünftige Übertragungsrechte machen. "Es kann beides nebeneinander geben", sagte der Amerikaner: "Für jetzt und die nahe Zukunft werden unsere Rechteinhaber wichtige Partner sein." In Deutschland überträgt RTL die Formel 1 nach dem Ausstieg von Sky seit der Saison 2018 exklusiv.

Auch der Streamingdienst Netflix ist bei Liberty Media mit im Boot. "Wir zeigen, was hinter den Kulissen passiert. Das, was sonst niemand sieht", sagte Bratches: "Wir haben gelernt, dass die Formel 1 als sehr exklusiver Sport wahrgenommen wird." Diesen Vorhang wolle man nicht komplett einreißen, "weil er zum Mythos dazugehört, aber wir schneiden jetzt mit Netflix ein paar Löcher rein".

Für die Zukunft der Formel 1 in Deutschland sieht Bratches übrigens nicht ganz so schwarz: "Es ist ein frustrierendes Thema, dass es mit dieser Tradition der Formel 1 in Deutschland, aus der einige der größten Ikonen des Sports kommen, keinen Vertrag gibt. Aber wir arbeiten daran." In diesem Jahr kamen allein 71.000 Besucher zum Rennsonntag nach Hockenheim.

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