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Marian Kretschmer (links neben dem Bild, weißes Hemd) übergibt sein Gemälde an Hans-Peter Fischer (rechts vom Bild, schwarzer Anzug). Es war gar nicht so einfach, das Bild im Vatikan an den Mann zu bringen.

Foto: Julia Lier

Gemälde aus Chemnitz hängt jetzt im Vatikan

Ein Künstler wollte dem Papst eines seiner Bilder übergeben. Das war schwieriger als gedacht, vor allem, weil das Kirchenoberhaupt keine Geschenke annimmt.

Von Jana Peters
erschienen am 26.04.2017

Eine Audienz beim Papst zu haben, kann nicht jeder von sich behaupten. Dem Chemnitzer Künstler Marian Kretschmer ist es gelungen. Aber alles lief etwas anders ab als gedacht. Kretschmer beteiligt sich an einem Wohltätigkeitsprojekt. Es trägt den Titel "Für Frieden, Demokratie und Toleranz. Ein Marathon-Spendenlauf für Solidarität und Integration". Dabei laufen rund 40Sportler von Rom nach Wittenberg. Zu den Teilnehmern gehören die Ruderin Julia Lier, die bei den Olympischen Spielen in Rio Gold im Doppelvierer gewann, und Andreas Hajek, ein Ruderer, der 1992 und 1996 Olympiasieger im Doppelvierer war. Marian Kretschmer läuft nicht, sondern er ist für die künstlerische Gestaltung des Projekts verantwortlich. Seine Bilder zieren Banner und Plakate.

Kurz nach der Ankunft in Rom hatte die Gruppe aus Deutschland eine Audienz beim Papst, Kretschmer wollte dem Kirchenoberhaupt eines seiner Gemälde überreichen. Die Audienz fand auf dem Petersplatz statt, auf dem Tausende Menschen standen. Allerdings gehörten Kretschmer und Co. zu einem auserwählten Kreis von rund 100 Personen, der ganz oben auf der Treppe stehen durfte, ganz nah beim Papst. Dieser weihte jeden Einzelnen von ihnen, die Namen wurden laut über Mikrofon verlesen. Doch sein Bild, das wurde Kretschmer nicht los. Der Papst nehme persönlich gar nichts entgegen und behalte auch keine Geschenke, sagte der 33-jährige Künstler.

Im Vatikan sei alles "verschachtelt und hermetisch abgeriegelt", berichtet er. An jeder Ecke stünden Soldaten mit einem Gewehr im Anschlag, außerdem müsse man unzählige Sicherheitskontrollen über sich ergehen lassen. Am Ende konnte Kretschmer sein Bild doch noch im Vatikan lassen. Er und die Beteiligten des Spendenlaufs wurden von Hans-Peter Fischer empfangen. Er ist Rektor des Campo Santo Teutonico, dem deutschen Friedhof, zu dem auch ein Priesterkolleg gehört. Dort gibt es auch eine kleine Kunstsammlung, berichtet Kretschmer, in der nun sein Bild "Glut" hängt.

Die Läufer werden am 8. Mai in Wittenberg erwartet. Vor dem Start wurden sie und Kretschmer noch vom Papst gesegnet.

 
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