Neuer Rekord am Arbeitsmarkt

Erstmals seit Beginn der Statistik lag Sachsens Arbeitslosenquote 2014 unter neun Prozent. Aber nicht alle profitieren vom Trend.

Dresden.

Mit 8,8 Prozent hat die Arbeitslosenquote in Sachsen im vergangenen Jahr erstmals seit Beginn der Erfassung 1991 die Neun-Prozent-Marke unterschritten. Nie zuvor gab es im Jahresdurchschnitt weniger als 200.000 Arbeitslose.

Mit 187.494 Menschen waren es exakt 13.134 weniger als 2013, wie Regionaldirektionschef Klaus Schuberth gestern mitteilte. Er sieht dafür vor allem drei Gründe: So zeigten die Unternehmen eine erhöhte Einstellungsbereitschaft und meldeten übers Jahr mit knapp 104.000 Jobs erstmals seit 2011 wieder eine sechsstellige Zahl freier Stellen. Zudem hätten Jobcenter und Arbeitsagenturen durch gezielte Fördermaßnahmen viele Sachsen für den Arbeitsmarkt fit gemacht. Und: "Letztendlich haben auch demografische Effekte diese Entwicklung unterstützt", fügte Schuberth hinzu. Angesichts der weiter abnehmenden Einwohnerzahl werde der Arbeitsmarkt bis 2025 um fast eine halbe Million Menschen schrumpfen, sagte Schuberths Geschäftsführerkollege Klaus-Peter Hansen.

Für 2015 geht die Bundesarbeitsagentur (BA) von einer nochmals sinkenden Zahl von Arbeitslosen aus - aber nur noch in abgebremster Form: Einer Prognose des hauseigenen IAB-Instituts zufolge wird die Anzahl mit 182.900 um 4600 sinken. Der Mindestlohn werde zu "keiner spürbaren Zunahme der Arbeitslosenzahl in Sachsen führen", versicherte Schuberth. Die BA geht auch nicht von einem Missbrauch der für Langzeitarbeitslose geltenden Ausnahmeregelungen durch Unternehmer aus. Dafür gebe es keine Anzeichen, betonte Hansen.

DGB-Vize Markus Schlimbach verwies darauf, dass mit 73.124 Arbeitslosen 40 Prozent länger als ein Jahr ohne Job waren - und 378.000 Menschen in 223.500 Bedarfsgemeinschaften von Hartz-IV abhängig seien, darunter 100.000 Kinder. Arbeitsminister Martin Dulig (SPD) müsse zügig Initiativen auch zur Verringerung nicht ausreichend qualifizierter Menschen starten. Dulig nannte die sächsische Wirtschaft "krisenfest". Für Arbeitssuchende gebe es "attraktive Angebote". Zuletzt waren 23.000 Stellen frei.

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