Landkreistag: 9-Euro-Ticket hat kaum Effekte auf dem Land

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Der Präsident des Landkreistages, Reinhard Sager, äußert sich kritisch zum geplanten Sonderticket für den öffentlichen Nahverkehr. Er denkt dabei nicht zuletzt an die Bevölkerung außerhalb der Ballungsräume.

Berlin.

Das von Juni bis August geplante 9-Euro-Monatsticket für Busse und Bahnen dürfte aus Sicht des Deutschen Landkreistags vor allem Fahrgästen in städtischen Ballungsräumen zugutekommen.

Als Maßnahme zur Rück- und Neugewinnung von Kunden für den Öffentlichen Nahverkehr sei die Tarifsenkung gerade in den ländlichen Räumen kaum geeignet, sagte Präsident Reinhard Sager am Dienstag. Denn die Aktion sei befristet und führe nicht zu einer Angebotsausweitung. Besser wäre es gewesen, die dafür auszugebenden Milliarden in die Ertüchtigung des Streckennetzes und engere Taktung zu investieren.

Das Sonderticket soll ab 1. Juni für drei Monate bundesweit Fahrten im Nah- und Regionalverkehr ermöglichen - für jeweils 9 Euro im Monat und damit viel günstiger als normale Monatstickets. Es ist Teil des Entlastungspakets der Ampel-Koalition wegen der hohen Energiepreise. Zugleich soll es ein Schnupperangebot sein, um mehr Kunden für Busse und Bahnen zu gewinnen. Der Bund finanziert das Angebot, indem er den Ländern 2,5 Milliarden Euro wegen Einnahmeausfällen geben will.

Landkreistags-Präsident Sager sprach von einer nur mit viel Aufwand umzusetzenden politische Entscheidung, die kaum einen nachhaltigen Effekt haben werde. "Stattdessen müssen wir uns langfristig besser und bedarfsgerechter aufstellen, gerade vor dem Hintergrund klimafreundlicher Angebote, die auf die jeweils unterschiedlichen Bedürfnisse der Menschen in Stadt und Land zugeschnitten sind." (dpa)

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