Investor für Leuchtenbauer Vosla

Hoffnung beim Speziallampenhersteller in Plauen: Eine Beteiligungsgesellschaft will die insolvente Firma weiterführen. Einschnitte gibt es nicht nur bei den Jobs.

Plauen.

Für die Mitarbeiter gab es am Dienstag zur Belegschaftsversammlung eine gute Nachricht: Die Restrukturierung des Speziallampenherstellers Vosla steht vor einem erfolgreichen Abschluss. Mit der DI Kapital GmbH wurde ein neuer Investor gefunden. Die inhabergeführte Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in Frankfurt am Main wird den Geschäftsbetrieb fortführen und das Unternehmen neu ausrichten.

Für die verbliebenen 210 von einst 330 Mitarbeitern wurde ein Sanierungstarifvertrag mit der IG Metall für die nächsten sechs Jahre ausgehandelt. Demnach wird es in den nächsten drei Jahren keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Vosla produziert vor allem Halogenlampen für die Automobilindustrie sowie Speziallampen unter anderem für Flugzeugbeleuchtung, für die Schifffahrt und für Signalanlagen im Eisenbahnverkehr.

Nun soll Vosla neu ausgerichtet werden. Dazu soll die Halogen-Technologie weiterentwickelt und ausgebaut werden. Perspektivisch ist zudem geplant, weitere Lichttechnologien wie LED zu erschließen. Über die Höhe möglicher Investitionen machte der neue Investor keine Angaben. "Aus unserer Sicht ist die Neuausrichtung der richtige Schritt nach vorn und ermöglicht, dass das Unternehmen wieder zukunftsfähig aufgestellt wird", sagte Vosla-Geschäftsführer Stefan Weniger. Eine Hürde ist jedoch noch zu meistern: Gericht und Gläubiger müssen dem Insolvenzplan noch zustimmen.

Der ehemalige Narva-Betrieb war 2012 in Turbulenzen geraten. Damals hatte der niederländische Philips-Konzern angekündigt, das Werk zu schließen. Der damalige Werkleiter Gerhard Liebscher holte den Finanzinvestor Bavaria Industries Group ins Unternehmen und konnte es so erhalten. Die börsennotierte Industrieholding mit Sitz in München ist auf die Restrukturierung und Sanierung mittelständischer Firmen ausgerichtet. Ende vergangenen Jahres trennte sich Bavaria von Vosla-Gründer Liebscher.

Zu der neuen existenziellen Krise kam es im Frühjahr dieses Jahres. Der Kunde Philips hatte angekündigt, nach dem Auslaufen eines Rahmenvertrages mit einer Abnahmegarantie deutlich weniger Lampen und zu deutlich geringeren Konditionen abzunehmen. Philips steuerte rund 50 Prozent zum Umsatz bei. Im vergangenen Jahr wurden rund 44 Millionen Euro erlöst. Weil das Unternehmen für die notwendige Sanierung nicht durchfinanziert und damit überschuldet war, wurde Anfang Februar ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Anders als beim Regelinsolvenzverfahren bleibt die Geschäftsführung im Amt und behält die unternehmerische Verantwortung. Es wird kein Insolvenzverwalter bestellt. Ein Sachwalter begleitet und überwacht die Sanierung.

Die IG Metall hätte gern eine andere Lösung gesehen. "Wir hätten uns einen strategischen Investor gewünscht", sagte Thomas Knabel, stellvertretender Bevollmächtigter der IG Metall in Zwickau. Das sei jedoch nicht einfach. Angestoßen von der Umstellung auf die LED-Technologie sei der Markt im Umbruch. Nur mit einer langfristigen Strategie und entsprechenden Investitionen sei die Zukunft für Vosla sicher. Wichtig sei, dass die Insolvenz rasch beendet wird und damit Kunden und Belegschaft Sicherheit erhalten. Das Unternehmen sei vor allem auf die Mitarbeiter angewiesen, die jedoch offenbar sehr gefragt waren von anderen Unternehmen. "Die Leute wurden richtig abgeworben", meinte Knabel.

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3Kommentare
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  • 2
    0
    Zeitungss
    20.07.2018

    Die Zeche zahlen eindeutig die Mitarbeiter. Der neue "Investor" möchte Kohle verdienen, was auch schon die Vergangenheit gezeigt hat. Der versilbert den Rest und der Arbeitnehmer hilft ihm noch beim Abtransport, wo es an Beispielen nicht mangelt, man darüber allerdings nicht gerne spricht. Wer das anders sieht, hat die Möglichkeit sein Wohlwollen mit ROT zum Ausdruck zu bringen.

  • 3
    0
    aussaugerges
    20.07.2018

    NARVA war ein Weltunternehmen von höchster Weltbestleistung.
    Die Identität der Ingenieure und Arbeiter wurde schamlos zerstört.
    Die letzten Produktionslinien gingen nach Polen,FP.

  • 2
    0
    aussaugerges
    19.07.2018

    Die blühenden Lagerhallen und verlängerten Werkbänke.



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