Sachsens Firmen verkaufen mehr Elektrotechnik ins Ausland

Waren «Made in Saxony» gehen in die ganze Welt. Während die Autoindustrie schwächelt, verbucht eine andere Branche einen Rekord. Sorge bereitet Sachsen das neue Coronavirus.

Kamenz (dpa/sn) - Sachsens Unternehmen haben im vergangenen Jahr mehr Elektrotechnik ins Ausland verkauft. Der Warenwert stieg um fünf Prozent auf knapp fünf Milliarden Euro, wie das Statistische Landesamt in Kamenz am Dienstag mitteilte. Das ist den Angaben zufolge der höchste Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 1991. Besonders gefragt waren im Ausland demnach Geräte zur Stromerzeugung und -verteilung. Hauptabnehmer für entsprechende Technik waren vor allem die USA (plus 84 Prozent) und China (plus 49 Prozent). Dennoch wurden insgesamt etwas weniger Waren aus Sachsen ins Ausland verkauft - das Volumen lag 2019 mit rund 40,3 Milliarden Euro um 0,5 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Vor allem der Export von Fahrzeugen und Wohnmobilen ging deutlich zurück - um 6,6 Prozent auf rund 12,4 Milliarden Euro. Einbußen gab es in der Branche vor allem beim Export in die USA und nach Frankreich. Der Maschinenbau hingegen konnte zulegen.

Beim Import verbuchte Sachsen im Vorjahr mit einem Warenwert von 26,8 Millionen Euro einen neuen Höchstwert. Tschechien ist demnach mit Abstand der wichtigste Lieferant für den Freistaat. Zu den importierten Gütern im Wert von 5,1 Millionen Euro zählen vor allem Erzeugnisse des Kraftfahrzeugbaus, Geräte zur Stromerzeugung sowie Möbel.

«Die sächsische Außenwirtschaft behauptet sich trotz protektionistischer Tendenzen im globalen Handel», sagte Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD). Mit Aufmerksamkeit beobachte die Landesregierung die Lage beim wichtigsten sächsischen Exportpartner China und anderen Ländern, die vom Coronavirus Sars-CoV-2 betroffen seien. «Für eine seriöse Prognose, wie sich das Virus wirtschaftlich auf Sachsen auswirken kann, fehlen uns derzeit belastbare Zahlen und Informationen», erklärte Dulig.

Um internationale Märkte zu erschließen, will Sachsen in diesem Jahr in mehr als 30 Ländern die Werbetrommel rühren, etwa auf Messen oder mit Unternehmerreisen. Wirtschaftsminister Dulig will unter anderem nach Rumänien, Österreich und Spanien reisen. Mit der sächsischen Außenwirtschaftswoche vom 30. März bis zum 3. April sollen auch kleinere und mittlere Unternehmen dazu ermuntert werden, internationale Märkte zu erschließen.


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