Sonderzug holt Pendler vor Weihnachten in Nürnberg ab

Kurz vor Heiligabend kehren Berufspendler zurück in die Heimat. Die Chemnitzer Wirtschaftsförderer von der CWE würden sie gern in der Region halten, und holen sie ab. Und zwar ausgerechnet mit einem ICE.

16Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 0
    0
    Zeitungss
    14.12.2018

    Einfach mal beiseite legen dieses Thema, selbst die Betroffenen interessiert es nicht, was ich nicht gerade erwartet hätte. Lediglich @Einspruch hat es aufgegriffen, aber dafür treffend.

  • 1
    0
    VaterinSorge
    14.12.2018

    So entstehen Distanzen, Gefühle des Unwohlseins, der Benachteiligung, Ungerechtigkeitsdenken auf der einen Seite und nicht erfüllte Dankbarkeit und Leistungserwartungen auf der anderen Seite. Was wäre wenn?
    Investoren weder angelockt noch gefördert worden wären? Hätten sie dann weniger dicke Schlitten? Was hätte denn Sachsen als traditionelles Industrieland und einst Zentrum der deutschen Maschinenbau-, Fahrzeug-und Textilindustrie für eine Chance, ohne den inhabergeführten Mittelstand, Zulieferindustrie und Werkteile von Großindustrie ? Was würde es für die Kommunen, den Handel, Dienstleistungsgewerbe und Handwerk bedeuten? Muss man hier an Rache denken, oder kann man nicht mal Dinge sehen, die ausbaufähig sind? Der Sonderzug wird die Welt nicht retten, aber er ermöglicht Chancen, sich damit zu beschäftigen und seine eigenen, privaten Schlüsse zu ziehen. Die Schere zwischen arm und reich wird weiter auseinander gehen und die schlimmsten, unsozialsten Kapitalisten sitzen oft unter uns, die jetzt in der Phase der Hochkonjunktur nicht das Ganze sehen, sondern ausschließlich ihre Schäfchen ins Trockene bringen wollen. Doch das letzte Hemd hat keine Taschen und ein erfolgreiches Unternehmen lebt nun mal von seinen Mitarbeitern. Wenn man sie behalten oder gewinnen will, muss man miteinander sprechen, verhandeln und sich in die Augen schauen. Auch dabei sind die drei Stunden gut investierte Zeit, wenn man es will. Schon allein, dass wir uns hier so lange damit beschäftigen, zeigt doch schon, dass es so uninteressant nicht sein kann.

  • 2
    0
    Einspruch
    13.12.2018

    ICE in 3 Stunden von Nbg nach Chemnitz. Na ja.
    Qualifiziert auf eigene Kosten? Habe ich. Ausgezahlt hatte sich das hier nicht.
    Hier Bewerbung für Bewerbung ergab meist 9! Tage Urlaub weniger , übers Geld reden wir mal gar nicht. Weihnachts- und Urlaubsgeld meist zu vernachlässigen. Aber die dicken Schlitten der Geschäftsleitung bei den Vorstellungsgesprächen hier habe ich noch vor Augen. Und die Andeutung, das man auch mal länger machen müsse, einfach so, oder flexibel sein müsste. Als wenn man das als Pendler nicht wäre.
    Der Fachkräftemangel kann nicht schlimm sein. Ich halt noch ne Weile durch.
    Meinem Nachwuchs habe ich auch empfohlen, sein Glück woanders zu versuchen.

  • 1
    0
    Zeitungss
    13.12.2018

    @VS: Ich glaube wir funken schon auf der gleichen Wellenlänge. Durch meine Tätigkeit in einer Arbeitnehmervertretung sind mir auch die Vorstellungen in den Führungsetagen recht gut bekannt. Der Mensch nimmt nun einmal was er bekommen kann und zwar auf beiden Seiten des Futternapfes. Eine Ausgewogenheit herzustellen ist im Osten in vielen Berufszweigen ein noch immer ungelöstes Problem, in der Regel zu Lasten der Arbeitnehmer. Ihre Anmerkungen zum Verhalten der Konsumenten sind vollkommen richtig, es wird schließlich an jeder Ecke etwas dafür getan. Es ist wohl nicht von der Hand zu weisen, dass so mancher Nachwendeunternehmer die "Verluste" aus Ostzeiten nachträglich einfahren wollte und noch heute will. An Beispielen dazu sollte nicht mangeln, die könnten jederzeit geliefert werden. Und die Problematik mit den zukünftigen Renten haben viele Niedriglöhner noch gar nicht auf dem Schirm und viele gehen heute trotz Vollzeit aufstocken. Ich habe für einiges Verständnis, aber hier hörts ganz einfach auf, auch wenn ich persönlich nicht betroffen bin. Es ist seit Jahren zu erkennen, dass das eigentliche unternehmerische Risiko auf dem Rücken der Arbeitnehmer sich stapelt und da ist Sachsen NICHT auf den letzten Plätzen zu finden. Ja, die Unternehmen brauchen Fachkräfte, die kosten eben was, was ebenfalls die Marktwirtschaft regelt und in den gebrauchten Ländern auch funktioniert und somit die Pendler uns noch lange Zeit erhalten bleiben. Die bekommen auch mit, dass der Chef und die Frau Gemahlin jedes Jahr einen neuen SUV fahren (Beispiel), nur die Lohnkasse ist permanent leer, weil doch der Steuerzahler gerne Kohle zum Aufstocken bereitstellt. So war die "soziale" Marktwirtschaft nicht gedacht, ist aber genau so geworden, was selbst bei den Pendlern angekommen ist wie man sieht. Ich glaube nicht, dass dieser Sonderzug ein großer Erfolg wird, wie gesagt, die Leute denken auch nach und können auf Erlebtes zurückgreifen. Gerade Weihnachten für solche Aktionen zu nutzen, hat halt auch eh Geschmäckle.

  • 2
    0
    VaterinSorge
    13.12.2018

    lieber @Zs Weihnachten steht vor der Tür und die meisten Menschen werden intensiv über ihre Lebenssituation, ihre Ziele und wirklichen Bedürfnisse nachdenken, werden ihren Familien sehr nahe sein und mehr nach vorn, als nach hinten blicken. Mindestlohn hin oder her, ich kenne niemanden, der für West-Mindestlohn pendeln würde, auch keine Fachkraft, die hierzulande für Mindestlohn aufhören würde zu pendeln. Dass es Mindestlohn geben muss ist schlimm genug, schlimmer ist aber, dass die meisten "verlängerten Werkbänke" weder Tarifverträge noch Betriebsräte haben. Das ist aber eine Baustelle, die nur die Mitarbeiter selbst in die Hand nehmen könnten. Nach dem Motto: "Was war eher da, das Huhn oder das Ei" gibt es aber ein weiteres Problem, was eher unlösbar scheint. Das ist das obergeizige Konsumverhalten von Menschen, die es eigentlich gar nicht nötig hätten, machen sie es dadurch natürlich insbesondere Frisören, Einzelhändlern, einigen Handwerkern und Gastronomen schwer, gute Löhne zahlen zu können. Das ist ein Teufelskreis, der nicht so ohne weiteres zu durchbrechen ist. Dazu braucht es eine gesellschaftliche Bereitschaft und regionale Solidarität, auch eine gewisse Einsicht einiger, dass sich die sächsische Wirtschaft und Infrastruktur nicht unbedingt entwickeln kann, wenn man lieber drei Mal im Jahr Kreuzfahrten zu Pauschalpreisen bucht, statt sich für seine unmittelbaren Gewerbetreibenden einzusetzen. Gestern ist der aktuelle Doppelhaushalt 19/20 verabschiedet worden, der mit 41 Mrd. € einen Höchststand hat und so wahrscheinlich nicht noch einmal so sein wird, da ESF - Mittel wegfallen, Länderfinanzausgleich und wahrscheinlich der Solidaritätszuschlag neu geregelt werden. Jetzt ist es an uns allen, das Geld nicht zu verplempern, sondern zielgerichtet einzusetzen, um die Zukunft gestaltbar zu machen. Dazu brauchen die Unternehmen gute und motivierte Fachkräfte, die leistungsgerechtes Geld verdienen und sich in ihrer Region engagieren. An Ausbeutung ist da gar nicht zu denken, sondern an Innovationen, Investitionen und behaupten im globalen Wettbewerb. Das kann doch nicht so schwer zu verstehen sein...

  • 2
    0
    Zeitungss
    13.12.2018

    @VS: Ich teile durchaus Ihre Zeilen und die Zeiten haben sich geändert, keine Frage.
    Die Werbung für das Billiglohnland ist eine Erfindung der Neuzeit gewesen und hatte einen Grund.
    Nun der Pendler kann nicht nur arbeiten, sondern auch lesen und denken. Wenn er dabei zu dem Schluss kommt, dass er in den gebrauchten Ländern seine Tätigkeit besser vergütet bekommt, dann wird er es trotz aller Unannehmlichkeiten tun.
    Soll der Mindestlohn um einige Cent angehoben werden, kreischen die Unternehmer lautstark. Die Bezahlung wurde im FP-Beitrag außen vor gelassen. Mancher Pendler macht sich auch Gedanken über seine Rentenerwartung, der Ostler im "Hochlohnland" Sachsen wird zum Armenhäusler, er weiß es nur noch nicht oder verdrückt es. Die zu erwartenden Almosen unterliegen immer mehr der Versteuerung, was nicht gerade fördernd sein dürfte.
    Da der unternehmerische Verstand denen der Normalbürger sehr weit vorausschauend ist, hätte man schon zeitig die heutige Situation erkennen können, was allerdings der Gewinnmaximierung zum Opfer gefallen ist.
    Nun, @VS, meine Gedanken zu diesem Thema haben auch etwas an Wahrheit in sich und wer darüber im stillen Kämmerchen nachdenkt, sollte zu dem gleichen Schluss kommen oder er beherrscht die Grundrechenarten nicht. Aus unternehmerischer Sicht liege ich natürlich voll daneben, was in der Natur der Sache liegt. Ich habe meine Brötchen im Osten verdient, allerdings nicht bei "XY & Sohn - sehr viel Arbeit, wenig Lohn". Vergessen wir nicht, es gab Zeiten, da waren die früheren Parteisekretäre die perfektesten Kapitalisten und sind es noch heute.

  • 2
    0
    VaterinSorge
    12.12.2018

    @ZS unsere Wahrnehmungen widersprechen sich ja nicht, doch haben wir heute eben andere Zeiten und bessere Chancen auf ein Leben ohne pendeln, vielleicht nicht mit ganz so viel Geld, aber zu deutlich besseren Bedingungen als noch vor 5 oder 10 oder gar 28 Jahren. Hier geht es doch nicht um Schuld bei den Unternehmern, die hier was riskiert haben zu suchen, sondern die Perspektiven zu nutzen. Daher ist doch die Idee gut, etwas spektakulär aber sicherlich wirkungsvoll, wenn sie genutzt wird. Ich für mein Teil bin den vielen Pendlern dankbar, die sich selbst gekümmert haben ihre Familien zu ernähren, genau wie denen, die sich weiterentwickelt und weiter qualifiziert haben und heute einen guten Job in der Region annehmen und das Land voran bringen. Von Gründen zu suchen, warum das alles nichts bringen soll bis zu "jetzt brauchen die auch nicht zu kommen" halte ich nichts, denn es nützt niemanden.

  • 0
    2
    Zeitungss
    12.12.2018

    @VS: Ist Ihnen noch die Werbung an der A72 für das Billiglohnland SACHSEN in Erinnerung???? Sollte es der Fall sein, sind meine gestrigen Zeilen auch etwas verständlicher. Sie geben die in diesem Land gewünschte Meinung wieder, die Realität sieht bis auf wenige Ausnahmen anders aus, welche allerdings in der Öffentlichkeit NICHT gefragt ist.

  • 1
    0
    VaterinSorge
    11.12.2018

    Es sind tatsächlich meine eigenen Recherchen, Erfahrungen und Beobachtungen. Es wird sich zukünftig noch so viel ändern, dass man immer öfter froh sein kann, dass man hier seine Wurzeln geschlagen hat, so konservativ es auch ist. Aber es beruhigt und gibt genügend Bodenhaftung, damit wird auch die Stabilität und die Lebensqualität steigen. Wie gesagt : "Geld ist nicht alles und über Geld spricht man nicht..."

  • 1
    2
    Freigeist14
    11.12.2018

    VaterinSorge@ aus welchem Flyer der Landesregierung haben Sie denn Ihre Wohlfühl-Prosa abgeschrieben ?

  • 1
    1
    VaterinSorge
    11.12.2018

    Das ist alles etwas einseitig. Die meisten Investitionen waren und sind vom gestandenen Mittelstand geprägt. Dieser kam aus bekannten Gründen nun mal nicht aus den Resten, die die damaligen DDR Betriebe und schon gar nicht die Treuhand hinterlassen hat. Von heut auf morgen können ja auch weder die Produktivität oder gar Renditen aufgebaut werden, die sowohl Investitionen, als auch Kostenstrukturen decken könnten. Die sozial über Jahrzehnte ausgehandelten Bedingungen mit entsprechend großzügigen Löhnen und Vergünstigungen gab es natürlich nur in den Stammbetrieben, die selbstverständlich die besten Fachkräfte am liebsten heute noch zu sich locken möchten. Vor 25 Jahren bis heute haben sich jedoch die Situationen grundsätzlich verändert, denn vielen Leuten geht die Pendelei jetzt langsam auf die Nerven, bei vielen rechnet es sich nun mittlerweile auch nicht mehr und viele Leute haben nun Sehnsucht nach alter Heimat, brauchen wieder ruhiges Fahrwasser und familiären Boden unter den Füßen. Aber, alles kann man nicht haben und blühende Landschaften bekommt man nicht geschenkt. Sachsen kann nicht einmal die Hälfte seines Steuerbedarfes selbst erwirtschaften, der Altersdurchschnitt ist mit 57,6 Jahren weit über dem Bundesdurchschnitt und es ist nicht davon auszugehen, dass sich hier ein DAX Konzern oder ein Bankenkonsortium ansiedelt. Wenn man eher Wert auf Lebensqualität, mehr Solidarität und kleinere Brötchen legt, der wird sich in Sachsen sehr schnell wohl fühlen. Zudem wird momentan sehr viel getan, um Unternehmensstrukturen, Landschaftsentwicklungen, Verkehrsprojekte und Infrastrukturen mit Wohlfühlcharakter zu fördern und das ist für die Zukunft wichtig: Sachsen hat mit 2,7 % den geringsten Anteil an Staatsbeamten und mit einer pro Kopf Verschuldung von nur 630 € auch die mit Abstand geringste Schuldenlast abzutragen. Daher lohnt sich sicherlich für viele am 21.12. mal die Fahrt mit dem Sonder - ICE. Frohe Weihnachten...

  • 1
    1
    Zeitungss
    10.12.2018

    @VS: Steht den Unternehmen das Wasser bis zum Hals, nur dann kommen sie auf solche Ideen. Vergessen wir nicht, den Grundstein für die heutigen Zustände haben sie doch selbst gelegt, dürfte den Pendlern noch gut in Erinnerung sein, oder ???? Bei Berichten dieser Art wird das gerne "vergessen". Der Leidensdruck der Pendler war auch sehr groß, sonst hätten sie es nicht getan mit all seinen Unannehmlichkeiten, was eine leistungsgerechte Bezahlung bisher ausgeglichen hat. Über Bezahlung schweigt sich dieser FP-Artikel aus, was schon mal für sich spricht.

  • 3
    0
    VaterinSorge
    07.12.2018

    Jetzt bitte nicht alles kaputt diskutieren. Es ist ein Versuch und geht in die richtige Richtung. Man erkennt auch, wie groß der Leidensdruck der Unternehmen mittlerweile ist und dass motivierte und gut ausgebildete Fachkräfte hier gebraucht und endlich mal geschätzt werden. Ist doch mal ein gutes Zeichen und wir dürfen gespannt auf die Resultate sein.

  • 2
    3
    aussaugerges
    04.12.2018

    Die Züge die funktionieren,werden in Frakfurt, Manheim und in dem Finanzimperien dringend gebraucht.
    Da fahren sie im 10 Min Takt.

  • 3
    4
    ConlinkFinance
    04.12.2018

    Gute Idee! Verpufft nur, da sich der Zug nur an Männer und Familien richtet. Alleinerziehende Mütter mit Kind können eh nicht mehr nach Chemnitz zurückziehen.

  • 7
    1
    fp112
    04.12.2018

    Ich hab letzte Woche mit dem Zug von C nach L drei Stunden gebraucht, Anschluss nicht , geschafft, Blockstörung, , Abschnitt laut Durchsage behelfsmäßig befahren, was immer das bedeutet .
    ICE ist das letzte , was hier gebraucht wird und die Erinnerung an die Episode ICE in C ist immer noch kaum verblasst: Stillstand mit Licht aus auf freier Strecke , dann Schleichfahrt, Fahrrad mitnehmen ging gar nicht.
    Diese Show ist überflüssig.



Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
Mehr erfahren Sie hier...