Auch Österreich bewirbt sich nicht um die Winterspiele 2026

Nächster Rückschlag für das Internationale Olympische Komitee (IOC): Nach der Schweiz hat nun auch Österreich seinen Verzicht auf eine Bewerbung um die Winterspiele 2026 mitgeteilt. Das österreichische Olympia-Komitee ÖOC informierte am Freitag auf seiner Homepage darüber, dass man sich nicht wie geplant mit den Städten Graz und Schladming um die Spiele in acht Jahren bemühen werde.

Als Grund für den überraschenden Rückzug führte das ÖOC mangelnde Unterstützung durch die Politik an. Aufgrund der derzeit herrschenden politischen Diskussionen müsse das ÖOC "mit großem Bedauern feststellen, dass ein klares politisches Bekenntnis bzw. eine entsprechende Unterstützung durch die steirische Landesregierung – vom ÖOC von Beginn an als obligatorisch erachtet – bis heute nicht erfolgt ist", teilte das ÖOC mit.

Das IOC sei bereits über das Ende der Bewerbungsbemühungen informiert worden, hieß es weiter. "Wir bedauern, unseren Top-Athleten und den Wintersport-Fans diese einmalige Chance, Olympische Heimspiele, in naher Zukunft nicht ermöglichen zu können", erklärten ÖOC-Präsident Karl Stoss und Generalsekretär Peter Mennel.

Damit kehren die Olympischen Spiele auch definitiv nicht nach Deutschland zurück. Im Gespräch war, dass Teile der Wettbewerbe in Inzell (Eisschnelllauf) und Schönau am Königssee (Bob, Rodeln, Skeleton) ausgetragen werden.

Das ÖOC drückte zugleich die Hoffnung aus, dass mit der Machbarkeitsstudie und den bereits geleisteten Organisationsarbeiten eine mögliche Basis für zukünftige Bewerbungsverhandlungen geschaffen worden sei. "An den Voraussetzungen, dass eine Wintersport-Nation wie Österreich nachhaltige Winterspiele zu organisieren vermag, hat sich aus ÖOC-Sicht jedenfalls nichts geändert", hieß es in der Erklärung.

Die Hoffnungen des IOC auf eine Rückkehr der Winterspiele in eine traditionelle Region erhielten damit den nächsten Dämpfer. Anfang Juni war die Schweiz mit der Stadt Sion abgesprungen. Die Bewohner im Wallis stimmten gegen die Gewährung eines Kredits in Höhe von 86 Millionen Euro für die Kandidatur und ließen alle Olympia-Träume der Befürworter platzen.

Nach dem Rückzug von Graz sind noch fünf Kandidaten für 2026 im Rennen: Italien mit den Städten Cortina, Mailand oder Turin sowie Calgary (Kanada), Sapporo (Japan), Stockholm (Schweden) und Erzurum (Türkei). Die Entscheidung über den Gastgeber der Winterspiele und der Paralympics 2026 fällt im September 2019 auf der Session des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Mailand.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...