Corona-Krise fordert europäische LoL-Profiliga LEC heraus

Die europäische LoL-Liga LEC kam in der Corona-Krise schnell wieder auf die Beine. Der Spielbetrieb ruhte nur eine Woche lang, mittlerweile wird die Liga online ausgetragen. Wie kommen die Teams und Mitarbeiter damit zurecht?

Berlin (dpa) - Dem ohnehin digitalen E-Sport fällt es leichter als anderen Branchen, mit der Corona-Krise umzugehen. Doch auch, wenn etwa die europäische League-of-Legends-Profiliga LEC schnell auf einen Online-Spielbetrieb umstellen konnte - es bleiben einige Herausforderungen.

Ein Problem: das Internet. «Bis jetzt war es so, dass immer ab 19 Uhr der Ping auf 80 ist. Und jetzt am Wochenende war es schon ab 14/15 Uhr so», sagt Lukas «Lurox» Thoma, der bei Schalke 04 Esports auf der Jungle-Position spielt, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. «Manche spielen einfach trotzdem, für mich und für die meisten ist es nicht wirklich spielbar.» Die Folge: deutlich weniger Training.

Aber der LEC-Neuling sieht auch Positives in der Situation. «Für jemanden wie mich, der jetzt seinen ersten Split spielt, ist es schon leichter, einfach nur online zu spielen als on Stage.» Auf der Bühne wirkten viele Einflüsse auf ihn ein und erhöhten den Druck und die Nervosität. Bei den Online-Spielen hatte er das Gefühl, dass es mehr um das Spielen selbst und weniger um das Drumherum geht.

Bei den Teams ist es üblich, dass die Spieler eine gemeinsame Wohnung beziehen. Deshalb wurden sie schon früh über Gesundheitsrisiken, hygienische Voraussetzungen und die lokalen Regeln informiert.

Schon vor drei Wochen wurden erste Maßnahmen ergriffen. «Gerade in Berlin als pulsierende Stadt habe ich die Mitarbeiter schon früh ins Homeoffice geschickt», sagt Tim Reichert, Chief Gaming Officer bei Schalke. Die Umstellung sei den Beschäftigten recht leicht gefallen.

Die Trainingsspiele («Scrims») bestreitet jeder in seinem Zimmer, die Absprache mit den Kollegen läuft per Sprachkonferenz. Für die Ligaspiele kommt das Team mit Trainern und Managern im Büro zusammen.

An normalen Spieltagen im Studio wären sowohl Spieler als auch der gesamte Trainerstab und weitere Mitarbeiter anwesend. «An den letzten beiden Wochenenden sah das komplett anders aus. Wir haben bestimmte Vorgaben von Riot in unseren eigenen vier Wänden», sagt Anna Baumann, Geschäftsführerin bei Rogue. So muss immer jemand vor Ort sein, der sich um technische Probleme kümmern kann. Die Spieler werden von der Liga per Kamera beobachtet und Sprachkommandos werden aufgezeichnet.

Auch für den LEC-Moderator Trevor «Quickshot» Henry ist die Situation eine Herausforderung: «Wenn du 250 Fans vor dir sitzen hast, du einen Witz reißt und diese 250 Menschen entweder lachen oder dich ignorieren, gibt dir das ein Zeichen, ob deine Worte auch ankommen.» Beim Kommentieren von zu Hause fehle dieser wertvolle Indikator.

Und auch Quickshot sieht das Berliner Internet als Problem. «Wir sind in einer Stadt mit vielen schwachen Internetverbindungen. Wenn jetzt wegen des Coronavirus alle zu Hause sind, bringt das diese schwachen Leitungen ans absolute Limit und das bringt uns und unsere Verbindungen unter Druck.» In den Übertragungen für die kommenden Playoffs seien für ihn das Internet und die Einbindung von Webcams in den Wohnungen der Moderatoren die größten Herausforderungen.


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