Coronapandemie: Deutsche Meisterschaften der Steher schweren Herzens abgesagt

Die Titelkämpfe, die Anfang September in Chemnitz geplant waren, finden nicht statt. Eine neue Bewerbung folgt.

Chemnitz.

Der Radsportverein (RSV) Chemnitz wird in diesem Jahr die Deutschen Steher-Meisterschaften nicht ausrichten. Eigentlich war geplant, die nationalen Titelkämpfe am ersten September-Wochenende auf dem Zementoval im Chemnitz Sportforum zu veranstalten. "Wir haben lange überlegt und uns die Entscheidung nicht einfach gemacht. Doch die derzeitige Situation zwingt uns zu diesem Schritt", begründete RSV-Präsident Thomas Lippold im Gespräch mit "Freie Presse". Bis zum 31. August sind wegen der Coronapandemie in Sachsen alle Großveranstaltungen verboten. "Was danach kommt, wissen wir nicht. Deshalb haben wir uns so festgelegt", fügte der RSV-Chef hinzu. Durch diese Entscheidung besteht jetzt eine gewisse Planungssicherheit für Veranstalter und Athleten. Dem Verein, so versichert der Vorsitzende, entsteht dadurch kein finanzieller Verlust.

"Wir stehen auch gegenüber unseren treuen Sponsoren, die seit Jahren zur Stange halten, in der Pflicht. Und sie haben wegen Corona jetzt zum Teil ganz andere Sorgen", meinte Lippold. Immerhin soll in Chemnitz ein Jahr später trotzdem um Meisterschafts-Edelmetall gekämpft werden. Denn die Gastgeber haben dem Bund Deutscher Radfahrer (BDR) mitgeteilt, dass sie die Meisterschaften nun im September 2021 ausrichten wollen.

Gern wären vor allem die beiden Lokalmatadoren Holger Ehnert und Robert Retschke angetreten, um beim Kampf um die Medaillen wieder mit dabei zu sein. 2018, als auf dem Chemnitzer Oval um Deutsche Meisterehren gekämpft wurde, landete das Duo auf dem dritten Platz. Auch im Vorjahr holte sich das Team in Bielefeld Bronze. "Natürlich ist es sehr schade, dass die Meisterschaft abgesagt wurde. Aber wir hoffen, dass im Herbst noch Rennen auf den Bahnen in Erfurt und Forst stattfinden", sagte Schrittmacher Ehnert.

Thomas Lippold wollte in diesem Zusammenhang nicht ausschließen, dass es 2020 auch im Sportforum noch ein Veranstaltung gibt. "Es ist denkbar, dass wir uns im Oktober zu einem ,Steher-Kehraus' treffen, bei dem auch die historischen Motoren angelassen werden. Aber da müssen wir die allgemeinen Entwicklung abwarten", blickte der Chemnitzer voraus. Der 150 Mitglieder zählende RSV hat es sich seit mehr als einem Jahrzehnt auf die Fahnen geschrieben, die Tradition des Stehersports in der Stadt fortzuschreiben. Ein großes Spektakel bot zum Beispiel 2010 eine Veranstaltung, die insbesondere an die Steher-WM erinnerte, die 1960 im damaligen Karl-Marx-Stadt stattfand.

Thomas Lippold stellte auch klar, dass die Bahn-Landesverbandsmeisterschaften des Nachwuchses am ersten Juni-Wochenende sowie die Chemnitzer Radsporttage Ende des Monats - 27.: "Rund um die Markthalle Chemnitz", 28.: "Rund um Großwaltersdorf" - abgesagt sind. Dagegen bleibt der Dezembertermin für die Radcross-Wettbewerbe im Sportforum bestehen.

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