Drei Siege für deutsche Rodler - Doch Loch wartet weiter

Allem Schneetreiben zum Trotz sind die deutschen Rodler mit drei Siegen am Königssee in das WM-Jahr gestartet. Bei Star Felix Loch läuft es jedoch noch nicht rund.

Schönau am Königssee (dpa) - Felix Loch zuckte fragend mit den Schultern. Der zweimalige Einzel-Olympiasieger im Rodeln wäre auf seiner Hausbahn am Königssee gerne noch ein zweites Mal gefahren.

Doch der starke Schneefall ließ einen weiteren Start nicht zu. Das Herren-Rennen wurde mit Rücksicht auf die Sicherheit der Fahrer abgebrochen, gewertet wurde nur der erste Lauf.

Dem 29 Jahre alten Berchtesgadener blieb nur der zehnte Platz. Drei Wochen vor der WM in Winterberg wartet Loch weiter auf seinen ersten Saisonsieg. Stattdessen feierte der Österreicher Reinhard Egger den ersten Weltcup-Erfolg. Nachwuchsfahrer Sebastian Bley aus Thüringen holte als Dritter den ersten Weltcup-Podestplatz seiner Karriere.

Wie viele der Spitzenfahrer hatte auch Loch mit dem zunehmenden Schneefall zu kämpfen, der schnelle Fahrten erschwerte. Der Olympiadritte Johannes Ludwig erreichte nur Rang 20. «Das sind extreme Bedingungen. Einzige Erkenntnis für mich heute, dass ich auf nassem Schnee nicht schnell rodeln kann», sagte der Oberhofer. Der 32-Jährige führt dennoch weiter den Gesamt-Weltcup an.

Die Teamstaffel gewann Deutschland mit Julia Taubitz, Bley sowie Eggert/Benecken vor Österreich und den USA. «Das war wohl das fairste Rennen an diesem Wochenende», sagte Eggert. «Vor jeder Staffel wurde die Bahn gekehrt, alle hatten annähernd gleiche Bedingungen.»

Am Samstag gab es trotz Schneelotterie die volle Ausbeute für die Deutschen: Erst bauten die Doppelsitzer Eggert und Sascha Benecken ihre Führung im Gesamt-Weltcup mit ihrem Sieg aus, anschließend legte Taubitz nach. Eggert/Benecken brachen dabei die Erfolgsserie der Olympiasieger Tobias Wendl/Tobias Arlt, die seit 2010 jedes Weltcup-Rennen auf ihrer Heim-Bahn gewonnen hatten. Bei den Damen verpasste Olympiasiegerin Natalie Geisenberger erstmals seit sieben Jahren einen Heim-Erfolg.

Den Rennausgang bekam Viktoria Demtschenko nicht mehr mit. Die Russin erlitt bei einem Sturz am Samstag ein Schädel-Hirn-Trauma mit Bewusstlosigkeit, war aber «zu jeder Zeit kreislauf-stabil», sagte Rennarzt Andreas Leidinger. Sie wurde zur Beobachtung in ein Krankenhaus gebracht. Ein russischer Teamarzt bestätigte dem Internationalen Rennrodelverband FIL zufolge, dass es keine Komplikationen oder ernsthafte Verletzungen bei ihr gebe.

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