E-Sport-Events gehen in Coronakrise in den Online-Modus

In der Coronakrise zeigt der E-Sport seine Stärke. Zwar mussten diverse Events abgesagt oder verschoben werden. Einige Veranstalter sind aber schon mit ihren Notfallplänen unterwegs. Und die bedeuten in den meisten Fällen: Ausweichen auf das Netz.

Berlin (dpa) - Mit abgesagten und verschobenen Turnieren sowie einem Ausweichen auf Online-Wettbewerbe reagiert der E-Sport auf die Coronakrise. Die Disziplinen reichen von League of Legends und Dota 2 über Counter-Strike bis hin zu FIFA.

Die Begründung klingt derweil überall ähnlich: Bei den Veranstaltern habe die Gesundheit der Spieler und Fans die höchste Priorität. Eine Übersicht über die Auswirkungen und Maßnahmen:

LEAGUE OF LEGENDS

Die europäische League-of-Legends-Liga LEC wird am 20. März online ausgetragen. Nach einer kurzen Spielpause wird der Rest der Frühlingssaison inklusive der Playoffs und Finalspiele über das Netz gespielt. Auch andere Ligen, wie beispielsweise die nordamerikanische LCS und die koreanische LCK, sollen online fortgesetzt werden.

Die Teams treten von ihren Trainingsstätten aus an. Um die Integrität des Wettkampfes zu sichern, werden die Spieler dabei auf verschiedene Arten beobachtet - von Kameras in den Räumen über Bildschirmaufnahmen bis hin zu einem Monitoring der Sprachkommunikation.

LoL gehörte zu den ersten großen Disziplinen, die von den Auswirkungen betroffen waren. So startete die chinesische Liga LPL am 13. Januar noch normal, ab der zweiten Woche der Saison wurde allerdings pausiert bis Anfang März. Der Rückstand soll nun durch mehr Spiele pro Woche aufgeholt werden.

DOTA 2

Der Dota Pro Circuit wird hart vom Coronavirus getroffen. Sowohl das dritte Major der Saison, die ESL One Los Angeles, als auch das vierte Major und zugehörige Minor wurden abgesagt.

Ob das LA Major nachgeholt wird, war zunächst unklar. Auch das für 20. bis 28. Juni geplante letzte Major der Saison in Singapur steht zur Disposition. Dota-Entwickler Valve teilte mit, man verfolge die Situation und wolle in den kommenden Wochen eine Entscheidung treffen.

CS:GO

Die Liga «Counter-Strike: Global Offensive»-Liga Flashpoint ist noch ganz neu. Was das erste große Event mit Publikum werden sollte, wird nun einfach im Studio ausgespielt - statt eines großen Offline-Events in Stockholm gibt es eine Studio-Produktion aus Los Angeles, wie die Liga via Twitter mitteilte.

Auch die ESL Pro League Season 11 muss ohne Publikum auskommen. Die Teams spielen zunächst online auf dedizierten Servern und dann statt in der US-Stadt Denver nun in einem Studio in Europa. Viele der teilnehmenden Teams seien sowieso in Europa stationiert, hieß es in einer Mitteilung. Außerdem hätten mehrere Organisationen anderen Mannschaften angeboten, in ihren Räumlichkeiten unterzukommen.

Zuvor war die IEM Katowice eins der ersten Großevents im E-Sport, das von den Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus massiv betroffen war. Die kompletten Wettkämpfe in Counter-Strike und Starcraft 2 mussten vor leeren Rängen in der Spodek Arena im polnischen Kattowitz ausgespielt werden.

FIFA 20

FIFA-Entwickler EA hat bis auf weiteres jegliche E-Sport-Wettkämpfe ausgesetzt. Das betrifft auch das Grand Final der FIFA 20 Virtual Bundesliga. Der Höhepunkt der deutschen FIFA-Saison sollte Ende März in Köln stattfinden.

Zuvor hatte EA bereits andere FIFA-Events verschoben oder komplett abgesagt, allen voran den FUT Champions Cup Stage 5 in Bukarest, der für Anfang April geplant war. Die Wettkämpfe bleiben ausgesetzt, bis sich die globale Situation entspannt habe, hieß es in einer Mitteilung.

RAINBOW SIX SIEGE

Das für Mai im brasilianischen Sao Paulo geplante Finale der Tom Clancy's Rainbow Six Siege Pro League Season XI sowie das LAN-Event des APAC Finals werden abgesagt. Dafür verteilt Entwickler Ubisoft die Preisgelder auf die topplatzierten Teams der einzelnen Regionen. Mehr Details will Ubisoft zu einem späteren Zeitpunkt mitteilen.

OVERWATCH

Die laufende Saison der Overwatch League ist die erste, die mit sogenannten Homestands läuft. Die Mannschaften der Liga laden im Wechsel andere Teams in die eigene Stadt ein, um dort einen Spieltag auszutragen. Das Coronavirus macht diesem Plan nun einen ordentlichen Strich durch die Rechnung: Die Veranstalter der OWL haben alle Homestands bis Ende April abgesagt.

Die Matches würden allerdings trotzdem gespielt und übertragen, teilte der offizielle Twitter-Account der OWL mit.


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