Fußball-Präsident Winkler: Keine Ostkompetenz in Task Force

Wie viel Ostkompetenz brauchen die eingesetzten Task Forces von DFB und DFL? Für Sachsens Verbandspräsident Winkler haben sie aktuell definitiv zu wenig.

Leipzig (dpa) - Der Präsident des Sächsischen Fußball-Verbandes (SFV), Hermann Winkler, hat die Besetzung der von DFL und DFB eingesetzten Arbeitsgruppen zur Zukunft des Fußballs kritisiert. Es sei nirgendwo ein Mitglied mit Ostkompetenz dabei, bemängelte der Funktionär in einem Facebook-Beitrag. «Gerade in der vom DFB-Präsidium eingesetzten AG zur 'Wirtschaftlichen Stabilität der 3. Liga' wäre es dringend nötig», schrieb er.

Auf dpa-Nachfrage sagte Winkler, es sei ihm ein Rätsel, wie der DFB davon sprechen könne, dem Vorschlag zur Besetzung seien umfangreiche Gespräche und Abstimmungen auch mit den Regional-und Landesverbänden vorausgegangen. «Mit uns hat sich niemand in Verbindung gesetzt, obwohl wir konkrete Personalvorschläge unterbreitet haben. Dass das Thema 'Wirtschaftliche Stabilität' unserer Vereine eine existenzielle Rolle spielt und wir in Ostdeutschland durch die strukturelle Schwäche der heimischen Industrie besonders gebeutelt sind, dürfte doch nun jedem, der sich damit beschäftigt, hinreichend bekannt sein», betonte Winkler.

Der DFB-Ausschussvorsitzende Tom Eilers sagte, man habe zunächst herausgearbeitet, «welche inhaltlichen Bereiche personell in der Task Force berücksichtigt sein sollten. Wir wollen möglichst viele verschiedenen Perspektiven auf die 3. Liga haben.» Es seien weiter «angebotene Unterstützungen willkommen», teilte Eilers zudem mit. «Die Task Force soll kein starres, sondern ein möglichst flexibles Gebilde sein, um zu effektiven Ergebnissen zu kommen.»

DFB-Vizepräsident Peter Frymuth fügte an: «Die Vertreter der Drittligisten für die Task Force wurden bei der Managertagung von den Clubs demokratisch und mit klarer Mehrheit gewählt.» Von der DFL hieß es, man habe diese so zusammengestellt, um einen interdisziplinären Dialog mit möglichst verschiedenen Blickwinkeln zu ermöglichen.

Konkret sei dem DFB schriftlich der SFV-Vizepräsident Spielbetrieb Dirk Majetschak, Prokurist und Bereichsleiter Firmenkundengeschäft bei der Leipziger Volksbank, vorgeschlagen worden. Der DFB hätte lediglich den Eingang des Schreibens bestätigt.

Der für die 3. Liga zuständige Frymuth verwies auf Sören Bertram vom 1. FC Magdeburg, der als einer von zwei Spielern in das Bündnis berufen wurde. «Nach den umfassenden Gesprächen und Abstimmungen mit den Fachabteilungen des DFB, der DFL, den Regionalverbänden, den Clubs sowie den weiteren Bereichen und Interessensgruppen schlug der Ausschuss 3. Liga schließlich dem DFB-Präsidium die Zusammensetzung der Task Force vor», sagte Frymuth. Der zweite Spieler in dem Gremium ist Eric Domaschke, der jetzt beim SV Meppen spielt, aber in Leipzig geboren ist und mehrere Stationen bei Ostclubs hinter sich hat.

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