Harting drohen nach Gold-Show in Rio womöglich Konsequenzen

Diskus-Olympiasieger Christoph Harting drohen nach seinem umstrittenen Verhalten während der Siegerehrung bei den Sommerspielen in Rio de Janeiro möglicherweise Konsequenzen. Wie die Welt am Sonntag berichtet, soll eine Privatperson gegen den Angehörigen der Bundespolizei Anzeige erstattet haben. Das bestätigte Jochen Maron, Leiter der Bundespolizeisportschule in Kienbaum und Vorgesetzter von Harting der Zeitung.

Darüber hinaus soll auch ein internes Verfahren bei der Bundespolizei eingeleitet werden. Maron wollte das auf Nachfrage zwar nicht bestätigen, sagte aber auch: "Ich stehe dem Verhalten von Christoph Harting sehr kritisch gegenüber. Dieser Vorfall wird auch in jedem Fall noch nachbereitet."

Als bei der Siegerehrung in Brasilien die deutsche Fahne hochgezogen und die Nationalhymne gespielt wurde, hatte sich der Überraschungssieger für viele völlig daneben benommen. Er verschränkte die Arme vor der Brust, pfiff albern vor sich hin und machte Faxen wie ein Halbstarker. Anschließend entschuldigte er sich jedoch öffentlich. "Ich war noch voller Energie. Ich hätte mit den Dingen vielleicht anders umgehen können. Ich wollte es genießen, auf meine Weise", hatte Harting gesagt.

Dem 26 Jahre alten Harting soll bereits mitgeteilt worden sein, dass die Vorfälle noch gemeinsam aufgearbeitet werden. In Kürze soll ein persönliches Gespräch mit dem 2,07-m-Hühnen folgen, bei dem wohl vor allem die moralische Komponente seines Auftritts diskutiert wird. Harting profitiert seit Jahren von der Sportförderung des Bundes, die durch das Geld deutscher Steuerzahler ermöglicht wird.

Am Samstag wollte Harting beim ISTAF in Berlin ursprünglich seinen Saisonabschluss feiern, musste das mit Spannung erwartete Duell gegen seinen Bruder Robert, den Diskus-Olympiasieger von London, jedoch wegen eines fiebrigen Infekts kurzfristig absagen. "Die letzten Tage waren ziemlich schwer, ich hatte Fieber und Schüttelfrost. Ich bin schon in Rio krank geworden, das schleppe ich jetzt seit zwei Wochen herum", sagte Harting, der in diesem Jahr nicht mehr starten wird und seine Saison beendete.

Gemeinsam mit Speerwurf-Olympiasieger Thomas Röhler (Jena) wurde Christoph Harting in einem Velo-Taxi ins Olympiastadion gefahren und auf einer Ehrenrunde von den Zuschauern lautstark bejubelt. Anschließend gab er am Stadionmikrofon ein kurzes Interview. Seinen nächsten Wettkampf in der Hauptstadt im Februar 2017 hat er schon geplant: "Das ISTAF in der Halle ist ein Pflichttermin."

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5Kommentare
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  • 1
    1
    aussaugerges
    04.09.2016

    Wie heißt das Buch gleich.
    Die Verwaltungsarmee oder wie die Beamten den Staat ruinieren.
    Es müsten noch viel mehr AfD wählen.

  • 2
    1
    maxmeiner
    04.09.2016

    Und wer hat es ermöglicht, daß der Herr Beamte seinen sportlichen Vorlieben nachgehen kann, bei vollen Bezügen? Wer finanziert ihm die Sportförderung? Da kann man schon etwas erwarten. Die sportlichen Leistungen stellt niemand in Frage, nur der selbstverliebte und überhebliche Umgang mit seinen Hauptsponsoren, den Steuerzahlern, spuckt er nebenbei mit seinem Verhalten ins Gesicht. Hier geht es um Repräsentanten unseres Volkes, und wie die sich aufführen ... Aber das verwundert mich nicht sonderlich bei einigen Kommentatoren. Ich habe in meinem Leben jedes noch so kleine Teilchen selbst erarbeitet und verdient und nichts geschenkt bekommen oder verlangt. Das ist mehr, als sich so mancher verqueere Ideologe selbst eingestehen kann.

  • 2
    4
    Blackadder
    04.09.2016

    Offenbar zählt hier bei einigen Leistung nichts mehr - der Mann ist Olympiasieger und was haben Sie so erreicht? Attitüde ist offenbar wichtiger.

  • 2
    4
    Tauchsieder
    04.09.2016

    Seine kindliche Prägung und Erziehung erlebte er scheinbar im Eiltempo, quasi im D-Zug Tempo durchs Kinderzimmer. Da konnte nichts hängen bleiben.

  • 4
    3
    maxmeiner
    04.09.2016

    Harting ist als Bundespolizist und Beamter untragbar geworden. Wer als ausgewählter Spitzensportler Deutschland bei einer Olympiade vertreten darf und beweisen kann, daß die in ihn investierten Steuergelder nicht rausgeschmissenes Geld war, sollte sich gegenüber seinem Dienstherren, seinem Volk und dessen Symbolen wie Fahne und Hymne - auf die er ja einen Eid geschworen hat - in Demut danken und respektieren. DAS kann er aber nicht, wer bei der Hymne rumhampelt, mißachtet und verschmäht diese Symbole aufs gröbste und gehört umgehend aus dem Staatsdienst entfernt - bei Verlust der Pension, weil Vorsatz. Aber bei der verbeamteten Kaspertruppe wird es wohl nur bei einem erhobenen Zeigefinger bleiben. Das hat null Signal und Lerneffekt. Selbst in Amerika hätte er für eine solche Aktion Prügel bezogen, physisch und psychisch.



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