"Irgendwann Q9 oder Q10?" - Vettel warnt vor Reformwahn in der Formel 1

Der viermalige Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel hält wenig von einer weiteren Aufsplittung des Qualifying-Formats in der Motorsport-Königsklasse. "Sollen wir etwa irgendwann Q9 oder Q10 haben? Weniger wäre mehr. Mein favorisiertes Qualifying war, als man eine Stunde Zeit hatte und tun konnte, was man wollte", sagte der Ferrari-Pilot am Rande des Großen Preises von Japan (Sonntag, 7.10 Uhr MESZ/RTL).

Der Heppenheimer warnte davor, dass man "zu viel Unterhaltung" schaffe. Letztlich gehe es doch darum, dass jeder Pilot "seine beste Runde fahren" könne, so der 31-Jährige. Bereits beim bisherigen Format mit drei Abschnitten sei es so, dass viele Fans nur das abschließende Q3 interessiere.

Formel-1-Rechteinhaber Liberty Media hatte zuletzt die Einführung eines zusätzlichen Qualifying-Abschnitts angeregt, bei dem die besten acht Fahrer statt bislang die besten zehn die Pole Position untereinander ausfahren. Viele Teamchefs und auch Piloten sehen diese Idee allerdings skeptisch. "Es wäre vielleicht eine gute Herausforderung für die Mittelfeldteams, aber für die Spitze würde sich nichts verändern", erklärte etwa der Franzose Esteban Ocon (Racing Point Force India) in Suzuka.

Vettel sprach sich bei der Pressekonferenz vor dem fünftletzten Saisonrennen auch gegen eine überbordende Nutzung der Überholhilfe DRS aus. Der verstellbare Heckflügel darf in Japan nur in einer Sektion genutzt werden, auf den anderen Strecken gibt es mindestens zwei sogenannte DRS-Zonen. "Wir sind doch hier im Land von Super Mario Kart. Es wäre vielleicht besser, Bananen aus dem Auto zu werfen, als das DRS zu nutzen. Wir müssen andere Wege zum Überholen finden", erklärte der Zweitplatzierte in der Fahrer-WM.

Weltmeister Lewis Hamilton, der die Fahrerwertung mit 50 Punkten Vorsprung auf Vettel anführt, ist dagegen offen für weitere Reformen. So würde sich der Mercedes-Pilot über mehr Reifen im Qualifying freuen. Weiter wünscht sich der Brite ein Umdenken beim Layout der Rennwochenenden. "Wir haben immer vier Tage lang den gleichen Rhythmus", sagte Hamilton am Medientag in Suzuka: "Gerade bei Rennen, bei denen sowieso nicht viel passiert, könnte man es auch abkürzen."

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