Johannes Vetter: Keine Sonderrolle für Sportler beim Impfen

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Berlin (dpa) - Der ehemalige Speerwurf-Weltmeister Johannes Vetter hat sich klar und deutlich gegen einen Vorrang für Olympioniken bei Corona-Impfungen ausgesprochen.

«Ich will klarstellen, dass wir Olympia-Kandidaten auf keinen Fall eine Sonderrolle beanspruchen. Wir haben in Deutschland die Impfpriorisierung, und sie soll eingehalten werden», sagte der Leichtathlet von der LG Offenburg im Interview der «Badischen Zeitung». «Jeder von uns Jüngeren kennt in seinem Umfeld liebe ältere Menschen: Eltern, Großeltern, Bekannte, Nachbarn. Sie verdienen es, zuerst geimpft zu werden», bekräftigte der 28-Jährige.

Deutschland stecke mit seiner Bürokratie in einem «Impfdebakel», kritisierte der Weltmeister von 2017, in anderen Ländern wie den USA würden auch Sportler viel schneller geimpft - sogar in Supermärkten. «Am Ende werden die medizinischen und die Verbandsdelegationen schon dafür sorgen, dass wir alle verwirrt sind und uns kaum auf die Sache konzentrieren können», meinte Vetter mit Blick auf die Olympischen Spiele im Sommer in Tokio.

Seines Wissens würden die «Olympia-Kandidaten in den USA bereits durchgeimpft», auch in Ungarn sei das der Fall. «Ich gehe davon aus, dass das auch in China und Russland so sein wird», sagte Vetter und fragte: «Wer weiß, ob das überhaupt gewollt ist, dass wir als Nationalmannschaften geimpft sind.»

Eine Absage der Sommerspiele hätte aus Sicht Vetters gravierende Folgen. «Es wäre für die nächsten zwei Olympiazyklen fatal, wenn es keine Spiele in Japan gäbe», sagte der Speerwerfer. «Die Bedeutung und das Standing des Sports in unserer Gesellschaft würden noch geringer werden, als sie es bereits sind.»

Der gebürtige Dresdner Vetter hatte im Vorjahr den Speer 97,76 Meter weit geworfen und den 24 Jahre alten Weltrekord des Tschechen Jan Zelezny nur um 72 Zentimeter verfehlt.

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