Nicht zu bezwingen - Friedrichs perfektes Wochenende

Acht von zehn Weltcuprennen der Saison hat Bobpilot Francesco Friedrich in dieser Saison gewonnen. Der Doppel-Olympiasieger ist sich seiner Mittel sicher.

Innsbruck.

Zweier-Spezialist Francesco Friedrich ist nun auch in der Königsklasse der Bobfahrer ein Seriensieger. Der Pirnaer holte am Wochenende im Olympiaeiskanal in Innsbruck-Igls beide Siege - am Samstag im Zweier, am Sonntag im Vierer. Mit seinen Anschiebern Martin Grothkopp, Alexander Schüller und Thorsten Margis (Candy Bauer pausierte) fuhr er den dritten Weltcupsieg im großen Schlitten ein und setzte die Domäne fort: Alles Sieger des Weltcup-Bobwinters sind Deutsche, sowohl bei den Herren als auch bei den Damen. Cheftrainer René Spies durfte da im Ziel zurecht jubeln.

Friedrich erlebte auch eine Premiere. "Das war unser erster Viererbobsieg hier auf der Bahn. Die erstmals in dieser Besetzung fahrenden Jungs haben einen Superjob gemacht", sagte der Doppel-Olympiasieger. Sein Erfolgsrezept: "Wir haben zu Saisonbeginn ein bisschen am Material getüftelt, das passt super. Bis auf Königssee habe ich auch immer ganz gut die Linie in der Bahn getroffen. Und - egal wer anschiebt - die Jungs legen immer fantastische Startzeiten hin." So auch diesmal. Mit 4,98 Sekunden war die Friedrich-Crew beim Start des zweiten Durchgangs genauso schnell wie "Rakete" Oskars Kibermanis. Der Lette wurde letztlich mit 19 Hundertstelsekunden Rückstand Zweiter, dahinter rangierte mit Johannes Lochner der Sieger der Vorwoche. Der Bayer zollte dem Gewinner Respekt: "Der Olympiasieg hat Francesco sichtlich befreit, er ist derzeit nur schwer zu schlagen". Im Zweier am Samstag rettete sich Lochner erst mit einer Akrobatikeinlage in den Bob, dann mit einer Ideallinie noch auf Rang zwei vor Kibermanis. "Jetzt ist der Knoten geplatzt, auch wenn ich beim Start einen Stunt gemacht habe", sagte Lochner, der mit Florian Bauer fuhr. Der für den verletzten Nico Walther ins Weltcupteam gerutschte Christoph Hafer kam am Samstag mit Matthias Sommer an der Bremse auf Rang sechs. Der Sieger hieß natürlich Friedrich. Mit Thorsten Margis als Anschieber hatte der Sachse nach zwei Läufen 15 Hundertstelsekunden Vorsprung auf Lochner . "Wir sind zufrieden, dass wir Platz eins halten konnten, Johannes hat hier einen starken Job gemacht", meinte Friedrich danach. Im Zweier ist er in diesem Winter ungeschlagen. Diese Form will er nun bis zur Ende Februar beginnenden WM im kanadischen Whistler konservieren, dort seinen fünften Zweier-Titel in Folge einfahren. "Um die WM kreisen die Gedanken, darauf ist alles ausgerichtet", bestätigt Friedrich.

So ist es auch bei Nico Walther. Weil er in Whistler eine gute Starnummer haben will, trat er trotz seiner Oberschenkelverletzung am Sonntag im Vierer an. Als Sitzstarter kam der Dresdner auf den guten siebten Platz und wusste: "Mehr war wirklich nicht drin."


Schneider darf jubeln 

Auch bei den Frauen gab es am Samstag einen deutschen Doppelerfolg. Diesmal setzte sich die Erzgebirgerin Stephanie Schneider mit Anschieberin Ann-Christin Strack dank zweier Startbestzeiten gegen Olympiasiegerin Mariama Jamanka durch, die in Igls mit Weltcupdebütantin Kira Lipperheide fuhr. Den deutschen Dreifacherfolg verhinderte US-Pilotin Elana Meyer Taylors. Die angeschlagene Anna Köhler kam mit Leonie Fiebig auf Rang vier. (dpa)

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