PotAS-Evaluierung: Rennrodeln-Disziplinen führen erstes Cluster an

Rennrodeln der Frauen und Männer an der Spitze, die drei Curling-Disziplinen am Ende des Feldes: Die Evaluierung der PotAS-Kommission hat im Zuge der Leistungssportreform erste harte Ergebnisse geliefert. 36 Disziplinen der sieben Wintersportarten wurden im Sinne des Qualitätsmanagements auf ihre Effizienz untersucht und nach den Kategorien Erfolge, Potenziale und Strukturen in drei unterschiedliche Fördergruppen (Cluster) eingeteilt.

"Zum ersten Mal konnten auf einer objektiven Datengrundlage Stärken aber auch Schwächen von Verbänden transparent dargestellt werden, die Handlungsbedarfe aufzeigen und als Grundlage für die Ermittlung der weiteren Förderung herangezogen werden können", sagte der Potsdamer Sportwissenschaftler Urs Granacher, Vorsitzender der PotAS-Kommission, dem SID. Dass dieses Ranking auch Gewinner und Verlierer aufzeigt, hatte von Beginn an bei den Verbänden auch Vorbehalte ausgelöst.

Mit einem PotAS-Wert von 204 liegt die Disziplin Rennrodeln der Frauen an erster Stelle und hat die günstigste Prognose für die zukünftige Förderung. Es folgen im ersten Cluster Rennrodeln Männer (203), Bob Männer (196), Nordische Kombination Männer (196), Skeleton Frauen (190), Snowboard Race Frauen (190), Eishockey Männer (187), Bob Frauen (186) und Skisprung Männer (185).

Während Disziplinen wie Biathlon Männer (179), Biathlon Frauen (174), Ski Alpin Männer (163) und Ski Alpin Frauen (160) im zweiten Cluster folgen, finden sich der Shorttrack der Frauen (121) und der Männer (115) sowie sämtliche Curling-Gruppen (Männer, Frauen, Mixed) im dritten Cluster wieder und haben zunächst einmal den schlechtesten Ausgangswert für die weitere Finanzierung.

In der Zeit vom 15. März bis zum 22. Mai 2018 mussten die sieben Wintersportverbände viele Fragen bezüglich der Kategorien Erfolge, Potenziale und Strukturen zu ihren Disziplinen beantworten. Im Anschluss konnte jeder Verband im Rahmen eines zweitägigen Anhörungsverfahrens noch Fragen an die Kommissionsmitglieder stellen. Die anschließende Einteilung in die Cluster soll als "objektive Entscheidungshilfe" für die nachfolgenden Strukturgespräche und die Arbeit der Förderkommission dienen. Erst dabei wird über die Förderung der Verbände entschieden.

Das für den Sport zuständige Bundesinnenministerium (BMI) und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hatten gemeinsam diesen Reformweg beschlossen. Ziel ist es, die Rahmenbedingungen für Trainer und Athleten zu verbessern und damit die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass Deutschland bei Großevents wie Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften in Zukunft wieder deutlich mehr Medaillen gewinnt.

Wie der DOSB erklärte, lieferten die PotAS-Ergebnisse "eine Orientierung für die bedeutsamen Strukturgespräche mit den Wintersportverbänden, die in den nächsten drei Wochen stattfinden" werden. Auf Basis dieser Strukturgespräche werde die Förderkommission voraussichtlich Ende September die Entscheidung für die künftige Förderung pro Disziplin treffen, teilte der DOSB mit.

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