Trio sammelt weitere Goldmedaillen ein

Christina Schwanitz, Max Heß und Corinna Schwab siegen zum wiederholten Mal bei den Deutschen Hallenmeisterschaften der Leichtathleten. Favorit Marvin Schlegel musste sich hingegen mit Bronze begnügen.

Dortmund.

Christina Schwanitz übte sich bei ihrem sechsten deutschen Meisterschaftssieg unter dem Hallendach ein wenig im "Zielschießen" mit der Kugel. Corinna Schwab lief über 400 Meter von der Spitze weg zur Titelverteidigung. Max Heß brachte seine fünfte Goldmedaille mit nur zwei gültigen, aber weiten Sätzen unter Dach und Fach.

Dabei glänzte der Dreispringer vom LAC Chemnitz am Sonnabend vor leeren Rängen in Dortmund wieder einmal als Mann des letzten Versuchs. 17,00 Meter standen auf der Anzeigetafel, was dem 24-Jährigen ein Lächeln ins Gesicht zauberte. "Im letzten Sprung 17 Meter zu schaffen, ist eine tolle Bestätigung. 2016 bin ich das erste Mal bei Deutschen Hallenmeisterschaften 17 Meter gesprungen und danach Vizeweltmeister in der Halle geworden. Vielleicht ist das ein gutes Omen", meinte Max Heß bei leichtathletik.de. Eine WM steht nicht an, dafür die Hallen-EM in 14 Tagen in Torun. Aktuell rangiert der Sachse, der zudem noch 16,53 Meter anbot, auf Platz drei der europäischen Bestenliste. Dementsprechend "liebäugelt" er in Polen mit einer Medaille.

Die Goldene von Dortmund konnte ihm keiner streitig machen. Titelverteidiger Felix Wenzel aus Potsdam (15,70 m) lag über einen Meter hinter Max Heß, dessen Trainingsgefährte Vincent Vogel mit 15,38 Metern Platz fünf blieb. Dem Dritten des Vorjahres, der sich im fünften Durchgang glücklicherweise nur leicht verletzte, fehlte die Wettkampfpraxis. Bronze für die Trainingsgruppe von Harry Marusch gab es dennoch. Freiluftmeisterin Maria Purtsa gewann sie im Dreisprung mit persönlicher Bestleistung von 13,67 Meter. Der Sieg ging in Abwesenheit von Vize-Europameisterin Kristin Gierisch (Leverkusen) an Nele Eckhardt (Göttingen/13,85 m).

Wettkämpfe fehlen auch anderen Athleten. Deshalb war das Gros der 250 Starter froh, dass die Titelkämpfe zwar unter strengen Hygieneregeln, aber überhaupt stattfanden. Das tröstete auch über die sterile Atmosphäre in der Helmut-Körnig-Halle hinweg. Darin stimmte sich Christina Schwanitz (35) mit 18,87 Meter auf die EM ein. Drei weitere Versuche landeten bei 18,81, 18,82 und 18,84 Meter. "Für die Deutschen Meisterschaften in dem Corona-Wahnsinn, den wir alle mehr oder weniger gut versuchen zu bewältigen, finde ich die Weite in Ordnung", sagte die WM-Dritte vom LV 90 Erzgebirge, die die Norm für Torun (18,20 m) zum wiederholten Mal überbot. Vereinsgefährtin Katharina Maisch gelang das mit der Bronzeweite von 17,65 Metern nicht. Dennoch wird sie Bundestrainer Sven Lang ebenso für eine EM-Nominierung vorschlagen. Möglich macht es die Platzierung in der europäischen Bestenliste.

In Torun definitiv mit von der Partie dürften Corinna Schwab und Marvin Schlegel (beide LAC) sein, die am Sonntag in den Finals über 400 Meter jedoch zwei verschiedene Gefühlswelten durchlebten. Die 21-jährige gebürtige Bayerin, die zum 1. Januar zum LAC gewechselt war, verteidigte ihren Titel mit neuer Bestleistung von 52,01 Sekunden in beeindruckender Manier. Damit nimmt die Blondine Platz fünf in Europa ein und startet bei der EM das erste Mal international für Deutschland im Erwachsenenbereich. "Das ist eine ganz neue Erfahrung. Ich freue mich einfach darauf, mich mit den Besten zu messen und dort meine Bestzeit noch einmal zu steigern, wäre das i-Tüpfelchen", blickte sie voraus.

Favorit Marvin Schlegel schaute nach dem 400-Meter-Finale indes etwas enttäuscht drein. Der Freiluftmeister, der seit dem Sommer auf nationaler Ebene kein Rennen mehr verloren hatte, musste sich in Dortmund überraschend mit Rang drei zufrieden geben. 50 Meter vor dem Ziel lag Marvin Schlegel (47,15 s) noch in Front, doch auf den letzten Metern überspurteten Hendrik Krause (Dortmund/47,03) und Constantin Preiß (Sindelfingen/ 47,05) den 23-jährigen Chemnitzer noch.

Glück und Pech

Kevin Kranz aus Wetzlar sorgte für eine der besten Leistungen in Dortmund. Der glückliche 22-jährige Kurzsprinter stellte mit 6,52 Sekunden den deutschen 60-Meter-Rekord von Julian Reus von 2016 ein.

Kristina Hendel aus Reichenbach kam bei ihrem ersten Start bei einer Deutschen Meisterschaft über 3000 Meter auf Rang 5. Die gebürtige Kroatin, die wie ihr Mann Sebastian Hendel für die LG Braunschweig startet, hatte im Herbst auch die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten.

Anne Weigold hatte im Finale über 60 Meter Hürden Pech. Die deutsche Vizemeisterin von der LG Mittweida trat in das erste Hindernis und beendete den Lauf nicht. Der Sieg ging an Ricarda Lobe (Mannheim), die ihren ersten Hallentitel feiern konnte.

Rebekka Haase vom Sprintteam Wetzlar lief mit 7,20 Sekunden ihre schnellste 60-Meter-Zeit seit 2017. Trotzdem reichte es für die Chemnitzerin nur zu Platz vier. Amelie-Sophie Lederer (München) holte sich in 7,12 Sekunden überraschend den Sieg. (tt)

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