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Man lernt nie aus, und manche gewinnen einen Preis, wenn sie weiterlernen. Für ihre Abschlussarbeiten in der Qualifikation zum staatlich geprüften Techniker wurden am Freitag Jan Tandel, Tony Grunwald, Martin Zeuner und René Sacher (von links) mit dem "Technikerpreis" ausgezeichnet.

Foto: Uwe Mann

Preiswürdige Techniker für die sächsische Industrie

Vier Tüftler sind am Freitag bei Porsche Werkzeugbau in Schwarzenberg mit dem "Technikerpreis" ausgezeichnet worden. Auf Fachleute wie sie setzt die regionale Wirtschaft große Hoffnungen.

Von Ronny Schilder
erschienen am 24.06.2017

Schwarzenberg. Er hat es "den jungen Dackeln" noch einmal gezeigt. Das freute Jan Tandel am Freitag am meisten. Der 45-jährige gelernte Handwerker, Zentralheizungs- und Lüftungsbau, der sich in Dresden zum staatlich geprüften Techniker qualifiziert hat, nahm am Freitag einen der vier "Technikerpreise" mit nach Hause. Die Preise werden den besten Technikern eines Jahrgangs und Fachgebiets überreicht und sind mit je 1000 Euro dotiert. Tandel gewann in der Kategorie "Bautechnik" mit einer Versuchswand zum hydraulischen Abgleich von Heizungsanlagen, die er selbst entwickelt hat.

Der "Technikerpreis" wurde 2009 von der DPFA Akademiegruppe aus der Taufe gehoben, um die Qualifizierung bekannter zu machen. Die gestrige Verleihung war bereits die achte. Als Hintergrund der DPFA-Initiative nannte der zuständige Regionalmanager Thomas Gritz den allseits beklagten Fachkräftemangel in Industrie und Handwerk.

In Regionen wie dem Erzgebirge, in dem 63 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ihr Auskommen im produzierenden Gewerbe haben, passe der staatlich geprüfte Techniker genau zu den Bedürfnissen einer klein- und mittelständisch geprägten Wirtschaft. Die Ausbildung schlägt eine Brücke vom Meister zum Ingenieur, verbindet Konstruktion und Produktion mit betriebswirtschaftlichen Kenntnissen. Sie sei damit europaweit einzigartig, sagte Gritz.

Das hohe Niveau der Fachkräfteausbildung in Deutschland bestätigte Carlo Modesto, Geschäftsführer der Porsche Werkzeugbau GmbH Schwarzenberg, zur gestrigen Preisverleihung. Als Manager im VW-Konzern hat Modesto Standorte auf drei Kontinenten in- und auswendig kennengelernt. "Weil ich viel gesehen habe, weiß ich die deutsche Ausbildung zu schätzen. Sie ist im internationalen Maßstab top und wird zum Beispiel von VW in andere Länder exportiert", sagte er am Freitag.

Mit dem "Technikerpreis" werden die Besten eines Qualifizierungsjahrgangs zum Techniker gewürdigt. Der mit jeweils 1000 Euro dotierte Preis genieße inzwischen erhebliches Renommee, sagte am Freitag der Vizepräsident des Sächsischen Landtags, Horst Wehner. Neben der DPFA stehen die Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH und der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BMVW) als Förderer dahinter. Erst vor einer Woche endete die Einreichungsfrist. Absolventen von acht privaten und staatlichen Schulen aus ganz Sachsen reichten Facharbeiten ein.

Die Jury des Technikerpreises setzt sich aus Vertretern der Förderer und den Fachbereichs- und Projektleitern der beteiligten Schulen zusammen. Sie entschied Anfang der Woche, wer die Preise erhielt. Zwei der Sieger kommen aus dem Chemnitz-Zwickauer Raum, die beiden anderen aus der Region Dresden.

Tony Grunewald, Jahrgang 1989 und gelernter Kfz-Mechatroniker, legte für das Berufsschulzentrum (BSZ) "August Horch" in Zwickau Ehre ein. In seiner Abschlussarbeit erkundete er, welchen Einfluss die Panzerung von Fahrzeugen auf Kamerasysteme hat, mit denen Fahrassistenzsysteme in modernen Autos ausgestattet sind. Die Firma Indicar in Wilkau-Hasslau ist Spezialist für solche "ballistischen Verglasungen" und rüstet Serienfahrzeuge entsprechend um. Wie Markus Büttner vom Berufsschulzentrum sagte, lagen bis zu Grunwalds Abschlussarbeit keine tieferen Erkenntnisse zu diesem Thema vor. Mit selbst entwickelten Experimenten wies Grunwald systematisch nach, welch erheblichen Einfluss die Verpanzerung auf optische Assistenten hat.

René Sacher holte den Technikerpreis für Maschinentechnik. Seine Arbeit verfasste der gelernte Industriemechaniker an der Richard-Hartmann-Schule Chemnitz. Bevor er sich zum Techniker fortbildete, hatte sich Sacher im Kundendienst von Niles-Simmons umfassende Spezialkenntnisse über Werkzeugmaschinen erworben, wie der Leiter der Qualitätssicherung, Gerald Müller, am Freitag hervorhob. Mit seinen innovativen Ideen zur Verbesserung der Arbeitsgenauigkeit habe Sacher auch wirtschaftliche Vorteile für das Unternehmen erreicht.

Ausgezeichnet im Bereich Elektrotechnik wurde Martin Zeuner, der am Universitätsklinikum Dresden eine Prüfbox für externe Herzschrittmacher entwickelt hat. Zeuner qualifizierte sich am BSZ "Otto Lilienthal" Freital-Dippoldiswalde. Heizungsspezialist Jan Tandel, der "Senior" unter den Preisträgern, besuchte das BSZ "Gustav Anton Zeuner" in Dresden. "Die Preisträger sind nur die Spitze des Eisbergs, die Besten einer hochwertigen Qualifizierung", betonte Thomas Gritz von der DPFA. Auch 2018 werden wieder Technikerpreise verliehen.

 
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