Drohende Schließung des Callcenter in Chemnitz: Verdi wirft Majorel schwere Versäumnisse vor

Chemnitz (dpa/sn) - Wegen der drohenden Schließung des Chemnitzer Majorel-Callcenters mit 400 Beschäftigen hat die Gewerkschaft Verdi dem Unternehmen schwere Versäumnisse vorgeworfen. Es habe sich auf bestehenden Verträgen ausgeruht und versäumt, im ansonsten wachsenden Callcenter-Markt neue Geschäftsfelder zu erschließen und so die Arbeitsplätze zu erhalten, kritisierte Gewerkschaftssekretär Enrico Zemke am Montag. Von den Schließungsplänen betroffen sind den Angaben nach nicht nur der Standort in Chemnitz, sondern auch Standorte mit weiteren 1000 Arbeitsplätzen in Mecklenburg-Vorpommern.

Am Montag sollte es erneut Gespräche zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung zur Zukunft der Niederlassung geben. An einer Kundgebung in der Chemnitzer Innenstadt dazu beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben rund 150 Mitarbeiter. «Besonders bitter ist, dass circa 19 Prozent der 400 Beschäftigten am Standort schwerbehindert sind», erklärte Zemke. «Ihnen würde es noch schwerer fallen, eine alternative Beschäftigung zu finden.»

Der Chemnitzer SPD-Bundestagsabgeordnete Detlef Müller sprach von einem «schweren Schlag» für die Beschäftigten. Sie hätten seit den 1990er Jahren nach verschiedenen Übernahmen immer wieder auf Lohnerhöhungen oder Urlaubstage verzichtet, um ihre Jobs zu sichern. Er monierte, dass nur Niederlassungen des Unternehmens im Osten von den aktuellen Sparplänen betroffen seien. Nach früheren Angaben soll das Callcenter in Chemnitz Ende des Jahres geschlossen werden.

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