Gewerkschaft will Lohnplus für das Burger-Braten

Die Tarifverhandlungen in der Systemgastronomie sind festgefahren. Die Gewerkschaft setzt deshalb auf Warnstreiks.

Chemnitz.

Die Arbeit in Fast-Food-Restaurants wie McDonald's oder Burger King ist oft ein schlecht bezahlter Knochenjob. "Die Mitarbeiter stehen rund um die Uhr an der Fritteuse oder an der Verkaufstheke und bekommen dafür meist nur den Mindestlohn von 9,35 Euro pro Stunde", sagte Volkmar Heinrich von der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG). Bei der laufenden Tarifrunde mit dem Bundesverband der Systemgastronomie (BdS) verlangt die Gewerkschaft deshalb einen "armutsfesten" Stundenlohn von mindestens zwölf Euro. Profitieren würden davon beispielsweise auch Beschäftigte bei Starbucks, KFC, Nordsee, Vapiano, Tank & Rast und Pizza Hut. Allein der Branchenprimus McDonald's betreibt in Chemnitz fünf Filialen. Die Arbeitgeber hätten in den bisherigen Verhandlungen jedoch ein spürbares Lohnplus blockiert.

Die schlechte Bezahlung führt nach NGG-Einschätzung auch zu einem verschärften Personalmangel in der Branche. Ausgebildete Fachkräfte wechseln demnach häufig in andere Branchen, etwa zum Discounter an die Kasse. Zudem werde es immer schwieriger, Schulabgänger für eine Ausbildung zu gewinnen. Vor der dritten Tarifrunde am 13. und 14. Februar in Stuttgart macht die Gewerkschaft deshalb mobil. Sie ruft in ausgewählten Orten zu Protestaktionen und Warnstreiks auf. "Auch in Chemnitz könnte es noch vor der nächsten Verhandlung zu Ausständen kommen", meinte Heinrich.

Die Arbeitgeber bestätigen eine schwierige Verhandlung. "Die Forderungen liegen immer noch deutlich und zu weit auseinander, als dass eine Einigung überhaupt in Sicht wäre", sagte BdS-Hauptgeschäftsführerin Andrea Belegante. Beide Seiten müssten sich bewegen. "Seitens der Arbeitgeber ist diese Bereitschaft vorhanden", fügte sie hinzu.

Die Systemgastronomie sieht sich nicht neben der Forderung nach höheren Löhnen auch mit der Debatte um höhere Lebensmittelpreise konfrontiert. Preiserhöhungen seien in dem Metier aber nicht so einfach durchzusetzen, sagte Holger Beck, Chef von McDonald's Deutschland. "Wir merken in Besuchshäufigkeit und Umsatz sehr deutlich, ob wir schon am Monatsende sind, wo das Gehalt bei vielen ziemlich aufgebraucht ist." In der Branche arbeiten mehr als 120.000 Beschäftigte in rund 3000 Restaurants und Cafés. Der BdS zählt mehr als 830 Mitgliedsunternehmen.

1Kommentare
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  • 2
    4
    CPärchen
    10.02.2020

    Ich gebe zu: Vom Preis lasse auch ich mich in der Systemgastronomie sehr stark leiten.
    Mit der Qualität bin ich zufrieden.

    Vorschlag als Zwischenlösung:
    Ein Trinkgeld-Sparschwein.



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