Landesbauernverband: Dürrehilfen reichen nicht aus

Dresden (dpa/sn) - Die von der Bundesregierung in Aussicht gestellten Dürrehilfen reichen nach Ansicht des sächsischen Bauernverbandes bei weitem nicht aus. «Eventuell müssen auf Bundesebene Nachverhandlungen folgen», sagte Verbandspräsident Wolfgang Vogel am Donnerstag in Dresden. Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) hatte am Mittwoch angekündigt, dass Bund und Länder bis zu 340 Millionen Euro bereitstellen. Die Schwelle für Betriebe ist, dass mehr als 30 Prozent der durchschnittlichen Jahreserzeugung zerstört sind.

Die Berechnung der erlittenen Verluste sei aber problematisch, betonte Vogel. Es gebe Betriebe, die aus Ackerbau und Tierhaltung mit anliegender Biogasanlage bestehen. Für die Feststellung der Hilfen werden aber alle Erträge herangezogen. Ein weiteres Problem sei die Anrechnung der Erlöse aus Viehverkäufen wegen fehlenden Futters auf das Betriebsergebnis. «Damit werden gerade diejenigen Betriebe benachteiligt, die eine finanzielle Hilfe am Dringendsten benötigen», sagte Vogel.

Sachsens Bauern haben wegen der langen Trockenheit bei Getreide und Winterraps Ertragseinbußen von knapp 20 Prozent erlitten. Bei Getreide (ohne Körnermais) lagen die Verluste der Erntemengen in diesem Jahr bei 18,8 und bei Winterraps bei 19 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2017. Dabei handelt es sich um Durchschnittswerte. Der sächsische Landesbauernverband hatte bei einigen Landwirten Einbußen von mehr als 50 Prozent festgestellt.

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