Minister: Anzahl der Höfe ist stabil

Ressortchef Thomas Schmidt widerspricht den Grünen: Es gibt kein Höfesterben in Sachsen. Er verweist auf einen statistischen Effekt.

Dresden.

Sachsens Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt sieht im Gegensatz zu den Grünen kein Höfesterben im Freistaat. "Die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Sachsen ist seit Jahren stabil - auch die der kleinen Betriebe. Einem Rückgang in den vergangenen 13 Jahren um 1700 Betriebe muss ich deutlich widersprechen", erklärte der CDU-Politiker. Die Grünen-Politiker Stephan Kühn und Wolfram Günther hatten dieser Tage unter Verweis auf Antworten der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage ihrer Bundestagsfraktion einen Trend zu immer größeren Agrarbetrieben beklagt und darauf hingewiesen, dass die Anzahl der Landwirtschaftsbetriebe im Freistaat zwischen 2003 und 2016 um etwa 20 Prozent auf zuletzt 6483 zurückgegangen ist. Bei den kleinen Höfen mit weniger als zehn Hektar Fläche gab es demnach sogar einen Rückgang von knapp 50 Prozent binnen zehn Jahren. "Freie Presse" hatte am Montag darüber berichtet.

Minister Schmidt wies dies nun zurück. Begründung: Die entsprechenden Zahlen vor und nach 2010 seien nicht miteinander vergleichbar, weil seit dem Zeitpunkt nur noch Betriebe größer als fünf Hektar erfasst werden, vorher lag der Wert bei zwei Hektar. Der "drastische" Rückgang der Betriebszahl sei daher "im Wesentlichen" auf einen statistischen Effekt zurückzuführen, schrieb der Minister. Setze man die geänderte Erfassungsgrenze auch für 2003 an, so ergebe sich sogar ein Anstieg um über 130 Betriebe.

Nicht auszuschließen ist dennoch, dass seit 2010 kleine Höfe mit weniger als fünf Hektar Fläche verschwunden sind. Sie werden nur von der Statistik nicht mehr erfasst.

Der grüne Bundestagsabgeordnete Stephan Kühn nannte Schmidts Reaktion ein "durchsichtiges Wahlkampfmanöver". "Getroffene Hunde bellen", meinte Kühn. In Sachsen habe sich die industrielle Tierhaltung seit 2010 massiv ausgeweitet und kleine Bauern hätten es neben den "riesigen Agrarbetrieben" immer schwerer, so der Grünen-Politiker. "Der Versuch, das mit statistischen Effekten geradezurücken, ist durchschaubar." jdf

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