Region Südwestsachsen sucht in Osteuropa nach Fachkräften

Jedes zweite Unternehmen in der Region hat Probleme bei der Stellenbesetzung. Mit einer speziellen Standortkampagne sollen neue Zielgruppen für die Jobs erreicht werden.

Chemnitz.

Gute Jobs und attraktive Lebensbedingungen bilden die Kernaussagen einer Fachkräftekampagne, die vor allem in sozialen Medien wie Facebook und Twitter auf die Stärken Südwestsachsens aufmerksam machen will. Erstmals zieht dabei die ganze Region Chemnitz bei der Anwerbung von Fachkräften an einem Strang. Die von der Industrie- und Handelskammer Chemnitz (IHK), der Handwerkskammer Chemnitz und dem DGB Südwestsachsen initiierte Kampagne findet in enger Zusammenarbeit mit dem Regionalkonvent statt, zu dem die vier Landkreise der Region und die Stadt Chemnitz gehören. Die Kampagne soll vor allem junge Leute in Polen, Ungarn, Rumänien und Tschechien erreichen.

Mit einem Jahresbudget von 250.000 Euro soll die Social-Media-Kampagne auf die Stärken und die Vielfalt der Region aufmerksam machen. Unter dem Motto "Mehr netto vom Leben" und den Hashtags "Goodjob" und "Goodlife" versucht die Kampagne Berufsschulabgänger, Studienabsolventen, junge Fachkräfte und Jobwechsler in den osteuropäischen Zielländern zu erreichen. "Die Region Chemnitz ist für Berufseinsteiger attraktiv", sagte gestern Christoph Neuberg, Geschäftsführer Standortpolitik bei der IHK. Die Schlagwörter der Kampagne würden in den Zielländern überall verstanden und könnten das Interesse wecken. In den anvisierten Ländern gebe es knapp 30 Millionen Facebook-Nutzer.

In Südwestsachsen sind derzeit rund 14.500 offene Stellen bei der Arbeitsagentur gemeldet. Weil nicht jeder freie Arbeitsplatz von den Unternehmen bei den Arbeitsagenturen gemeldet wird, rechnet die IHK mit der doppelten Anzahl zu besetzender Jobs. Nach den Worten von Neuberg klagen 69 Prozent der Unternehmen darüber, dass Bewerbungen auf ausgeschriebene Stellen ausbleiben. Deshalb sei es notwendig, neue Potenziale zu erschließen.

"Bisher hatten die jungen Leute aus Osteuropa die Ballungszentren im Fokus", sagte Hans-Joachim Wunderlich, Hauptgeschäftsführer der IHK. Inzwischen hätten aber viele mitbekommen, dass es dort immer schwieriger werde, bezahlbare Wohnungen zu finden. Deshalb stelle die Kampagne die Region als Alternative dar: hohe Lebensqualität, tolle Jobs sowie bezahlbare Wohnungen und niedrige Lebenshaltungskosten.

Für die Kampagne wurde die Chemnitzer Werbeagentur "Revolte" engagiert. Mit ihr wurden inzwischen die Zielgruppen definiert und das Kommunikationskonzept erarbeitet. Die in den Regionen bereits bestehenden Angebote wie beispielsweise Fachkräfteportale werden eingebunden. Ein sogenanntes J-Team - das ist eine kleine Mannschaft aus Kümmerern - soll alle Fragen rund um Themen zur Lebens- und Arbeitsregion beantworten und mit Tipps zur Seite stehen.

Bereits Ende November werden die ersten Profile des J-Teams auf Facebook in Deutschland und Polen zu sehen sein, sagte Neuberg. Eine entsprechende Homepage folge im Januar des nächsten Jahres. Derzeit liefen auch die Anträge zur Weiterförderung für das Jahr 2019 in den fünf beteiligten regionalen Fachkräfteallianzen.

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