Zu heiß: Äpfel aus Sachsen werden in dieser Saison teurer

Ab nächster Woche gibt es die ersten Sommeräpfel - Das sind die beliebtesten Sorten

Hagel im Frühjahr, Hitze und Trockenheit im Sommer, dazu eine Blattlausplage: In diesem Jahr reifen an sächsischen Bäumen rund 20.000 Tonnen Äpfel weniger als normalerweise. "Deshalb werden die Preise anziehen", sagt Udo Jentzsch, Geschäftsführer des Landesverbandes der sächsischen Obstbauern. So werde das Kilogramm Äpfel in den Hofläden zwischen 1,40 und 1,80 Euro kosten. Das sind rund zehn Cent mehr als im Vorjahr. Auch Schnäppchenangebote in den Supermärkten werden daher wohl die Ausnahme bleiben, so Jentzsch. Susanne Plecher beantwortet zum Start der Apfelsaison wichtige Fragen.

Was sind die beliebtesten Sorten?

Kunden können die ersten Sommersorten wie Delbar Estivale und die Pillnitzer Züchtung Piros ab Mitte der kommenden Woche kaufen. Der Liebling der Sachsen ist der Gala. Der kleine, feste Apfel wird ab Anfang September geerntet. Er ist so süß wie ein Dessert. "Die Sorte wird im Freistaat am häufigsten angebaut und am meisten gegessen, obwohl sie in Neuseeland gezüchtet worden ist", sagt Jentzsch. Da der Apfel wenig Säure enthält, eignet er sich zur Herstellung von Babybreien und Apfelmus. Auf der Liste der beliebtesten Sorten folgt Jonagold. Die aromatischen, feinsäuerlichen Früchte lassen sich gut lagern. Sie schmecken auch als Saft, Mus oder auf Kuchen. Auch der süß-säuerliche Elstar wird von den Sachsen gern verzehrt - er eignet sich als Bratapfel oder Kompott. Der Gelbe Köstliche ist ursprünglich eine US-amerikanische Züchtung. Daher sein englischer Name: Golden Delicious. Die süßen, leicht aromatischen Früchte haben kaum Säure und lassen sich lange lagern. Die Sorte ist in Sachsen seit Jahren ein Dauerrenner.

Wann schmecken Äpfel am besten?

Egal, ob frühe oder späte Sorten: Nach Angaben des Verbandes wünschen sich Kunden ihre Äpfel rot, süß-säuerlich und makellos. Auch wenn sich die meisten zur Lagerung eignen, schmecken sie frisch einfach am besten. Mit Ausnahme mancher Herbst- und Wintersorten wie Boskoop oder dem süß-herben Braeburn. Sie müssen erst einige Wochen zum Ruhen kommen, um ihr Aroma voll zu entwickeln.

Wo bekomme ich Äpfel aus Sachsen?

32 Apfelbauern gibt es in Sachsen. In guten Jahren ernten sie bis zu 100.000 Tonnen - viel mehr, als sie auf dem sächsischen Markt verkaufen können. Nur gut zwölf Prozent vermarkten sie direkt. Der Rest kommt über die VEOS, die Vertriebsorganisation Obst, in Supermärkte wie Edeka, Rewe und Real oder Discounter wie Lidl, Aldi und Netto. Auf manchen Verpackungen sind sie durch das blau-weiß gelabelte Regionalfenster als heimisches Produkt gekennzeichnet. Am größten ist die Auswahl sächsischer Äpfel aber in den vielen Hofläden. Ein Besuch lohnt spätestens ab Ende September, wenn auch Kanzi, Jonagold, Pinova und Golden Delicious reif sind. "Im Durchschnitt isst jeder Sachse 21 Kilogramm Äpfel pro Jahr - Kuchen, Saft und Mus inklusive", sagt Jentzsch. Klingt mehr, als es ist: Sechs Äpfel wiegen ungefähr ein Kilo. Hochgerechnet sind das 126 Stück pro Jahr.

Wie soll ich die Äpfel lagern?

Äpfel enthalten mehr als 30 Vitamine und Spurenelemente, dazu jede Menge Kalium und Mineralstoffe wie Phosphor, Kalzium, Magnesium und Eisen. Das macht sie so gesund. Allerdings mögen sie es nach der Ernte lieber kühl und dunkel. Die ideale Lagertemperatur zu Hause sind sechs bis sieben Grad - kein Problem für das Gemüsefach im Kühlschrank oder einen frostfreien Keller. Dort sollten sie aber im perforierten Folienbeutel bleiben. Wer keine Möglichkeit hat, Äpfel zu lagern, sollte nur so viele kaufen, wie er innerhalb einer Woche verspeist. Profis lagern die gesunden Früchte bei sehr niedrigem Sauerstoffgehalt, einer Luftfeuchte von 60 bis 70 Prozent und Temperaturen um drei Grad Celsius. Deshalb bleiben manche Lagersorten selbst bis zum Juli des Folgejahres noch knackig.

Infos zu Hofläden, Hoffesten und Selbstpflücken finden Sie unter: www.saechsisches-obst.de

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