Coe will die Leichtathletik "entschlacken" - Mangel an Typen ohne Bolt

Kompakter, kleiner, schneller: IAAF-Präsident Sebastian Coe (61) will die Leichtathletik "entschlacken", um die Sportart für die Zukunft attraktiver zu machen. Auf diesem Weg seien auch schwierige Entscheidungen zu treffen. "Einige Disziplinen sind ziemlich schwer zu promoten", sagte Coe dem Magazin Der Spiegel. Dass sich Weltmeisterschaften über neun oder zehn Tage ziehen, hält der Brite für ein "altmodisches Konzept".

Coe sprach sich erneut für umfassende Reformen in der Leichtathletik aus. "Wir müssen die Ereignisse entschlacken, Prioritäten setzen, was aber natürlich zu kontroversen Diskussionen führen wird", sagte der zweimalige Olympiasieger über 1500 m. Er setze sich schon lange für Veränderungen ein, um die traditionelle Leichtathletik an die Moderne anzupassen.

Zudem bemängelte Coe einen Mangel an echten Stars und Typen in der Leichtathletik, nachdem Sprinter Usain Bolt vor einem Jahr seine Karriere beendet hat. "Das Problem ist, dass es vielen an Persönlichkeit fehlt, um sich zu artikulieren", sagte er. Oft würden Athleten schon bei einfachsten Fragen zu ihren Agenten schauen, ob sie darauf antworten könnten. "Ich sage dann: Vergesst euer Image, stellt euch dar, habt Gedanken und Meinungen, auch zu Themen außerhalb des Sports, sonst werdet ihr für die Leute nicht interessant sein", sagte Coe.

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