Das Beste zum Schluss

Für Sprinterin Rebekka Haase geht mit Staffelbronze eine Saison versöhnlich zu Ende, in der es alles andere als rund lief.

Berlin.

Ende gut, alles gut? Rebekka Haase lächelte und sagte: "Ja, nach so vielen unschönen Erfahrungen in dieser Saison ist die Medaille ein bisschen Seelenbalsam. Und es ist ein Abschluss mit einem Team hinter mir, welches mich auch mitträgt. Deshalb freue ich mich auf die nächsten Jahre mit dieser Mannschaft."

Erst einmal kann dieses Team aber EM-Bronze in der 4-x-100-Meter-Staffel feiern. In der Besetzung Lisa Marie Kwayie, Gina Lückenkemper, Tatjana Pinto und Schlussläuferin Rebekka Haase stürmte das deutsche Quartett hinter den Weltjahresbestzeit (41,88 s) laufenden Britinnen, mit denen Dina Asher-Smith ihr drittes Gold holte, und den Niederländerinnen wie bei der EM vor zwei Jahren auf den dritten Platz. "In Amsterdam haben wir uns eher über Bronze geärgert. Mit dieser Medaille in Berlin sind wir jedoch mehr als glücklich, denn bis zuletzt stand nicht fest, wer und wie wir laufen, und nicht alle waren topfit", meinte die Sprinterin vom LV 90 Erzgebirge erleichtert.

Auch die 26-Jährige, die im Halbfinale über 200 Meter nach einer wenig überzeugenden Vorstellung ausgeschieden war, musste bangen. "Ich wusste: Wenn ich die 200 Meter nicht vernünftig laufe, bin ich eigentlich raus", meinte die Chemnitzerin. Bundestrainer Ronald Stein vertraute ihr dennoch. "Er hat 20 Jahre Erfahrung. Und ich wusste, wenn er daran glaubt, dann kann ich das auch - und habe es dann ja auch durchgezogen", sagte Rebekka Haase nach einer Saison, in der es bei ihr alles andere als rund lief. Zwar schaffte der Schützling von Jörg Möckel in Jena auf Anhieb die EM-Norm über 100 Meter. Doch danach kam die dreifache U-23-Europameisterin nicht in Schwung. Bei den Deutschen Meisterschaften holte sie zwar jeweils Bronze über 100 und 200 Meter, doch für eine EM-Nominierung im Einzel reichte das nicht.

Letztendlich kam es aber anders: Weil Tatjana Pinto Verletzungsprobleme plagten, durfte die schnelle Sächsin doch über die längere Distanz im Olympiastadion starten und schließlich auch in der Staffel.

"Wir haben uns Bronze wirklich erkämpft", sagte Rebekka Haase am Sonntagabend, nach ihrem vorletzten Rennen in dieser Saison. Das letzte geht am kommenden Sonntag in Wolfsburg über die Bühne, wo Sprintkollege Sven Knipphals (32) sein Karriereende mit einem Meeting feiert. "Sven war einer von denjenigen, die mich 2014, als ich in die Nationalmannschaft gekommen bin, sehr gut aufgenommen haben. Dafür bin ich ihm unfassbar dankbar", blickte die Psychologiestudentin voraus. Der Blick zurück auf das Jahr 2018 ist nicht unbedingt ein guter. Zum Schluss hat Rebekka Haase sportlich aber noch das Beste daraus gemacht.

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