Drohender Sigurdsson-Abgang: DHB plant zweigleisig

Angesichts des drohenden Abgangs von Bundestrainer Dagur Sigurdsson plant der Deutsche Handball-Bund (DHB) zweigleisig. Die Verbandsführung hat die Hoffnung auf einen Verbleib des Isländers noch nicht aufgegeben, intensiviert aber zeitgleich die Suche nach einem möglichen Nachfolger.

"Wir werden die bestmögliche Lösung suchen und uns nach wie vor bemühen, den Besten zu finden, unabhängig von seiner Nationalität", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning der Sport Bild. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen, dies betonte Hanning im Gespräch mit dem SID. "Ein klares Nein. Wir stehen in vertrauensvollen Gesprächen. Das Ergebnis ist in beide Richtungen vollkommen offen", sagte der Verbandsvize. Eine Entscheidung im Laufe des Novembers, wie von Sigurdsson am Montag angekündigt, hält er für realistisch.

Der Vertrag des 43 Jahre alten Erfolgstrainers läuft eigentlich bis 2020, eine Option - zu ziehen bis zum 31. Dezember dieses Jahres - ermöglicht ihm allerdings den vorzeitigen Ausstieg zum 30. Juni 2017. Laut Medienberichten von letzter Woche geht das Präsidium des Deutschen Handballbundes (DHB) von einem Rückzug des Isländers aus.

Als mögliche Kandidaten für die Bundestrainer-Nachfolge werden Alfred Gislason (THW Kiel), Ljubomir Vranjes (SG Flensburg-Handewitt), Markus Baur (TVB Stuttgart) und Frauen-Bundestrainer Michael Biegler gehandelt. "Der Verband wird nicht vom Erfolgsweg abgehen, das Ziel bleibt bestehen: Olympia-Gold 2020", sagte Hanning der Sport Bild.

Sigurdsson, der die deutschen Handballer im Januar sensationell zum EM-Titel geführt und bei den Olympischen Spielen in Rio mit der DHB-Auswahl die Bronzemedaille geholt hatte, wird die Nationalmannschaft definitiv noch bei der WM zu Jahresbeginn in Frankreich (11. bis 29. Januar 2017) betreuen.

Sigurdsson ist statistisch der erfolgreichste Bundestrainer der Geschichte. Von 52 Länderspielen unter seiner Regie gewann die Nationalmannschaft 39. Zurzeit bereitet er das deutsche Team auf die EM-Qualifikation vor, die am Mittwoch (19.00 Uhr/Sport1) mit einem Heimspiel gegen Portugal startet. Die Schweiz ist am Samstag zweiter Gegner.

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