Endlich: ADAC ordnet Talentförderung neu

Ab 2020 gibt es eine neue Nachwuchsserie. Im Northern-Talent-Cup sollen junge Fahrer an die WM herangeführt werden. Der ADAC-Junior-Cup ist damit Geschichte.

Der ADAC hat endlich auf die Kritiken von Fahrern, Teams und Fachleuten reagiert und will die Nachwuchsförderung im Motorradrennsport neu strukturieren. Nachdem der Northern-Europe-Cup (NEC) floppte und sich am ADAC-Junior-Cup, der nach dieser Saison eingestellt wird, im Laufe der Jahre immer weniger junge Fahrer beteiligten, soll mit dem am Samstag ins Leben gerufenen Northern-Talent-Cup ein Neuanfang gemacht werden. Das bekundeten der spanische Grand-Prix-Vermarkter Dorna, der ADAC und der österreichische Motorradhersteller KTM. Die neue Serie soll das Ziel verfolgen, möglichst mehr Piloten nördlich der Alpen, besonders aber aus Deutschland, den Weg in die Motorrad-WM zu ebnen. Denn in Sachen deutscher Nachwuchs bot der Sachsenring-Grand-Prix am Wochenende ein Trauerspiel. Mit Dirk Geiger startete nur ein Pilot in der kleinsten Klasse, der Moto3. Und das nur mit einer Wildcard. Im Rennen vor 20 Jahren war noch ein halbes Dutzend deutscher Fahrer am Start. Diese unerfreuliche Entwicklung ist auch der Dorna nicht verborgen geblieben. Die Dominanz von spanischen und italienischen Piloten kann für die Vermarktung der Motorrad-WM auf Dauer nicht hilfreich sein. "Der Schwerpunkt der neuen Serie liegt ganz klar auf Zentral- und Nordeuropa", hob deshalb Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta hervor.

"Wir möchten Talenten, die in der Minibikemeisterschaft erfolgreich gewesen sind, im Alter zwischen 12 und 17 Jahren die Möglichkeit bieten, sich in einer preiswerten Serie auf baugleichen Motorrädern zu beweisen", fügte ADAC-Sportpräsident Herrmann Tomczyk hinzu. Familien, die mit ihrem Sohn ehrgeizige sportliche Ziele verfolgen, mussten bisher mithilfe von Sponsoren für ein Saison-Budget in der spanischen Nachwuchsmeisterschaft zwischen 50.000 und 70.000 Euro zusammenbekommen. In der Junioren-WM kostet eine Saison sogar etwa das Doppelte. Der Northern-Talent-Cup wird dagegen wesentlich preiswerter. Ein 250-ccm-KTM-Viertakter mit etwa 45 PS soll nicht viel mehr als 10.000 Euro kosten, die Dorna die Hälfte der Materialkosten übernehmen.

Bei den deutschen Rennställen, die sich in der Motorrad-WM engagieren, stößt die neue Initiative auf Zustimmung. "Wir wollen auf alle Fälle zwei Fahrer für den Northern-Talent-Cup anmelden", sagte Ingo Prüstel, der Team-Inhaber von Prüstel GP. Auch Intact GP und das Kiefer-Racing-Team bekundeten, in diese Serie einzusteigen. Ingo Prüstel legte sich fest, dass die zwei Fahrer aus der Region Sachsen kommen sollen. Das Team wird am Sachsenring stationiert, um kurze Wege beim Training und der Rennvorbereitung zu haben. Der Dresdner Lennox Lehmann und Freddie Heinrich aus Wechselburg, die bereits vor zwei Jahren zum Prüstel-JuniorTeam gehörten, könnten zwei Kandidaten sein. Die Serie selbst soll sieben Stationen mit 14 Rennen umfassen. Am Sachsenring und in Brünn wird sie im Rahmen der WM ausgetragen. Weitere Stationen sind der Lausitzring, Spielberg, Assen, Hockenheim und Oschersleben.

Sachsenring-Bilder vom Freitag und Samstag

Sachsenring-Bilder vom Sonntag

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