Joachim Eilers im Eiltempo zu Gold

Joachim Eilers rast in seiner Spezialdisziplin zum Titel, Stefan Bötticher ist auf dem richtigen Weg. Die Chemnitzer Bahnrad-Asse haben beim Weltcup in Berlin überzeugt.

Berlin.

Für den lange Zeit verletzten Europameister Stefan Bötticher sprang am Ende Platz drei im Teamsprint, sieben im Keirin, und das Achtelfinal-Aus im Sprint heraus: Die sportliche Bilanz fiel also für den Thüringer durchwachsen aus. Immerhin: Gesundheitlich kehrt der amtierende Keirin-Europameister gesund nach Chemnitz zurück. Und das war durchaus nicht selbstverständlich. Im Keirin schrammte Bötticher haarscharf an einem bösen Sturz vorbei, nachdem er eingangs der Zielgeraden mit seinem Vorderrad das Hinterrad von Olympiasieger Jason Kenny aus Großbritannien touchiert hatte.

"Ich bin echt froh, dass ich den Weltcup auf dem Fahrrad beendet habe", sagt Bötticher später. "Wir sind sehr körperbetont gefahren. Jason hat eingangs der Zielgeraden noch einen Schlenker gemacht. Ich hatte keine Chance mehr auszuweichen, konnte trotz der Fliehkräfte einen Sturz vermeiden", sagte der 26-Jährige erleichtert. Das 5-Spoke-Carbon-Vorderrad erwischte es schlimmer: "Das kann in den Müll", sagte Mechaniker Marc Altmann.

Sportlich fiel die Bilanz des Ex-Weltmeisters verhalten aus. "Ich hatte mir schon etwas mehr vorgenommen. Es geht Schritt für Schritt weiter, aber die Form reicht noch nicht, um drei Tage auf Topniveau zu fahren", sagte Bötticher, der beim nächsten Weltcup Mitte Dezember in London den nächsten Schritt zurück in die Weltspitze machen will. "Letztlich gehen die Ergebnisse in Ordnung", bilanzierte der Chemnitzer, der aber beruhigt in Richtung WM schauen kann. Als Europameister im Sprint ist er automatisch qualifiziert, im Sprint gilt ein Start ebenfalls als sicher - weil Maximilian Levy aus dem Team Erdgas.2012 verzichtet.

Joachim Eilers sorgte mit der Goldmedaille im nicht olympischen 1000-m-Zeitfahren für einen der Glanzpunkte im Velodrom. Der aus Köln stammende Chemnitzer setzte sich in 1:00,645 Minuten durch. Quentin Lafargue (Frankreich) und Theo Bos (Niederlande/BEAT Cycling Club) fuhren auf die Plätze zwei und drei. Der Cottbuser Eric Engler aus dem Track-Team Brandenburg belegte in 1:01,333 Minuten einen guten fünften Platz.

"Ich habe mich in der Quali etwas geschont und wollte nochmal zulegen. Es war am Ende schwer und knapp, auch, weil die Luft in der Halle sehr stickig war", sagte der Weltmeister von 2016. Angefeuert vom Fanclub aus Chemnitz, Familie und Freunden stand aber am Ende der erste Weltcupsieg in seiner Spezialdisziplin. "Sie haben mich nach vorn gepeitscht. Ich habe mit dieser Leistung wieder einen Schritt in die richtige Richtung gemacht", sagte Eilers, der im Finale des Teamsprints für Levy eingewechselt wurde und so auch noch zu Bronze kam.

Welte denkt nur an die WM

Im Zweier-Mannschaftszeitfahren der Männer fuhren die Weltmeister Roger Kluge und Theo Reinhardt mit 24 Punkten auf Platz drei. Bei seinem Heimweltcup wurde das Duo von den Fans im Velodrom gefeiert.

Bereits zum Auftakt hatten London-Olympiasiegerin Miriam Welte und Emma Hinze Platz zwei im Teamsprint belegt.

Die Pfälzerin Welte ließ anschließend die Fortsetzung ihrer Karriere bis zu Olympia 2020 in Tokio offen. "Ich schaue von Höhepunkt zu Höhepunkt, der nächste ist die WM im Frühjahr in Polen. Solange es Spaß macht und ich mit den jungen Wilden mithalten kann, werde ich fahren."

Dass sie das kann, bewies die 31-Jährige am Sonntag im Zeitfahren über 500 m, in dem sie in 33,400 Sekunden nur der Ukrainerin Olena Starikova (33,210) unterlag. Im Keirin belegte Hinze hinter der Niederländerin Laurine van Riessen Rang zwei.dpa

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