Marco Bezzecchi mit zu kurzem Atem

Jorge Martin gewinnt den Moto3-Grand-Prix von Malaysia und wird neuer Weltmeister. Der Italiener vom sächsischen Team PrüstelGP büßt mit Rang fünf alle Titelchancen ein.

Chemnitz/Sepang.

Fünf Runden vor Schluss des Moto3-Rennens beim Motorrad-Grand-Prix von Malaysia in Sepang sah die Welt von Marco Bezzecchi noch rosarot aus. Der 19 Jahre alte Italiener vom sächsischen Rennstall PrüstelGP setzte sich an die Spitze des Feldes und hatte damit alle Chancen, den Kampf um den Weltmeistertitel in der kleinsten Grand-Prix-Klasse weiterhin offenzuhalten. Denn sein ärgster Konkurrent, der in der WM führende Spanier Jorge Martin, fuhr zwei Ränge hinter ihm an dritter Position. Doch in der Schlussphase schien dem KTM-Piloten aus Rimini, der in dieser Saison bei den Sachsen zu einem Weltklassefahrer gereift ist, der Atem auszugehen. Jorge Martin machte vier Runden vor Schluss ernst, übernahm die Führung in der Spitzengruppe und zog auf und davon. Mit der schnellsten Zeit in der 14. Runde distanzierte er alle Rivalen in kurzer Zeit um eine halbe Sekunde. Da er das Tempo bis zum Zielstrich hielt, setzte er sich souverän durch und fuhr als umjubelter Sieger des Grand Prix von Malaysia über die Ziellinie.

Anders Marco Bezzecchi. Er wurde nach hinten durchgereicht und fuhr in Sepang hinter den beiden Italienern Lorenzo Dalla Porta und Enea Bastianini (beide Honda) sowie dem Spanier Albert Arenas (KTM) als Fünfter über die Linie. Zu wenig, um Martin den WM-Titel noch streitig zu machen. Denn vor dem Finale in zwei Wochen in Valencia hat Martin jetzt 26 Zähler Vorsprung auf Bezzecchi. Für einen Sieg gibt es aber nur 25 Punkte. Jakub Kornfeil, der zweite Fahrer im Prüstel-Team, kam nicht über Rang 20 hinaus und blieb wie der einzige deutsche Starter Philipp Öttl (19.) ohne WM-Punkte.

"Das ist großartig. Mein ganzes Leben habe ich darauf hingearbeitet. Es ist mein bisher schönster Tag in meiner Karriere", sagte der neue Weltmeister, der mit seinem Sieg auf dem Sachsenring einen Grundstein für seinen WM-Erfolg gelegt hatte. Weniger glücklich blickte dagegen Marco Bezzecchi drein, der bisher eine Saison mit vielen Höhen und Tiefen erlebte. Nachdem er vor Wochenfrist in Australien unverschuldet gestürzt war, schien das Wochenende in Sepang gut zu laufen. Noch am Sonnabend war er voller Hoffnung, Jorge Martin im Titelkampf weiter die Stirn zu bieten. Im Qualifikationstraining fuhr der Italiener die drittschnellste Zeit und ging damit aus der ersten Startreihe ins Rennen. "Ich bin sehr glücklich, das Motorrad ist perfekt vorbereitet. Mein Team arbeitet sehr hart. Morgen versuchen wir zu gewinnen", meinte er vor dem Rennen. Doch wenig später wurden alle Hoffnungen zerstört.

Auch in der Moto2 gab es bereits eine Entscheidung im WM-Kampf. Dem Italiener Francesco Bagnaia (Kalex) reichte ein dritter Platz hinter dem Portugiesen Miguel Oliveira (KTM), um sich die WM-Krone 2018 zu sichern. Sieger des Rennens wurde Luca Marini, der Halbbruder von Valentino Rossi. Marcel Schrötter, einziger deutscher Starter in der Moto2, wurde Neunter.


Rossi stürzt kurz vor Schluss 

Der Superstar aus Italien hatte beim MotoGP-Rennen in Sepang gute Chancen auf seinen ersten Saisonsieg. Doch vier Runden vor Schluss verlor er selbstverschuldet die Kontrolle über seine Yamaha und stürzte. Rossi fuhr anschließend weiter, blieb mit Rang 18 aber ohne WM-Punkte. Der 39-jährige Routinier und machte damit den Weg frei für Weltmeister Marc Marquez, der ohne Gegenwehr zum neunten Sieg in der laufenden Saison fuhr. Die weiteren Podestplätze sicherten sich der Spanier Alex Rins (Suzuki) und Johann Zarco aus Frankreich (Yamaha).

Stefan Bradl aus Zahling sammelte bei seinem vierten Renneinsatz in dieser Saison als 13. seine ersten WM-Punkte. Der Bayer ersetzte im Honda-Team von Lucio Cecchinello der verletzten Briten Cal Crutchlow. Ob Bradl auch beim WM-Finale in zwei Wochen im spanischen Valencia eine Einsatzchance erhält, steht noch nicht fest. sg

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