Max Lang orientiert sich für Olympia um

Der Gewichtheber, der über zehn Jahre für den Chemnitzer AC an die Hantel ging, konnte sich nicht optimal auf die EM vorbereiten. Danach will er einen neuen Weg gehen.

Batumi/Chemnitz.

Zum Auftakt der Gewichtheber-EM im georgischen Batumi gab es für das deutsche Team gleich Edelmetall. Jon Luke Mau aus Schwedt, der zu den größten Hoffnungen zählt und 2018 Vizeweltmeister bei den Junioren wurde, gewann in der Klasse bis 61 Kilogramm mit einer Leistung von 154 kg die Bronzemedaille. Für Max Lang, dessen Familie in Drebach wohnt und der beim Chemnitzer AC mit dem Eisenstemmen begann und bis Sommer 2018 auch dem Verein angehörte, geht es bei dem kontinentalen Championat jedoch nicht in diese Resultatsregionen. Er startet am Mittwoch in der Kategorie bis 81 kg in der B-Gruppe, könnte sich nach dem Meldeergebnis im Bereich um Platz zehn behaupten.

"Nachdem es bis Ende Februar sehr gut lief, bekam ich danach Probleme im linken Knie. Es wurde eine Entzündung festgestellt. So habe ich eine Blitz-Reha hinter mir, durfte über eine Woche nicht an die Hantel", berichtet der 26-Jährige, der sich so nicht optimal vorbereitet fühlt. Die Ambitionen sind gedämpft. "Ich muss mich mit den Gegebenheiten arrangieren, versuche mein Bestes, habe aber keine großen Erwartungen", fügt Max Lang, der am Auswahlstützpunkt in Leimen bei Bundestrainer David Kurch trainiert, hinzu. Die EM-Teilnahme ist nach dem neuen Olympia-Qualifikationsmodus für einen Bewerber aber Pflicht. Jeder muss in einem bestimmten Zeitraum drei internationale Wettkämpfe bestreiten, um überhaupt zu den Kandidaten zu gehören. Nach der WM im November (12. Platz) und einem Turnier im Iran (9.) erfüllt er diese eine Vorgabe, um sich erst einmal theoretisch alle Möglichkeiten zu erhalten.

Praktisch sind dann im Vorfeld der Spiele von Tokio 2020 Startplätze und Normerfüllungen ausschlaggebend. Nachdem Max Lang 2016 für die Rio-Teilnahme letztlich ein Kilogramm fehlte, möchte er sich nun im zweiten Anlauf unbedingt diesen Traum erfüllen. Erschwerend kommt aber hinzu, dass bei Olympia in jeder Gewichtsklasse nur noch ein Athlet pro Land an die Hantel gehen darf. Bislang starteten er und Nico Müller in einer Klasse (bis 77 kg) gemeinsam. Nach der Neueinteilung rückte für beide die Kategorie bis 81 kg in den Fokus. Der Obrigheimer konnte sich im Gegensatz zu seinem Kontrahenten ohne verletzungsbedingte Ausfälle kontinuierlich entwickeln und landete 2018 mit dem EM-Sieg seinen bisher wertvollsten Erfolg. Auch bei der aktuellen EM kann er in den Kampf um die Medaillen eingreifen.

"Nico ist brutal stark geworden, hebt technisch super. Das erkenne ich neidlos an", meint Max Lang und schätzt realistisch ein, dass er dieses Duell für Tokio nicht gewinnen kann. Deshalb sieht er nur einen Weg: "Ich gehe zurück in die Klasse bis 73 Kilogramm." Dabei wird er mit einem Ernährungsberater zusammenarbeiten, um das Abnehmen professionell zu gestalten. Bei der WM im September möchte er dann schon in dieser Kategorie international Punkte sammeln.

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