Nach Schockmomenten zweimal Gold

Bei den Deutschen Meisterschaften der Gewichtheber gab es gestern zwei Titel für die Region. Doch nicht alle Hoffnungen gingen auf.

Roding.

Während der ersten Siegerehrungen bei den Deutschen Meisterschaften standen gestern zwei Sächsinnen ganz oben: Sandra Martin vom Chemnitzer AC (CAC) triumphierte in der Kategorie bis 48 Kilogramm, Pauline Walzak vom Bundesstützpunkt (BSP) in der Klasse bis 53 kg. Letztgenannte Heberin, die zudem auch bei den Juniorinnen Gold gewann, fand jedoch ihr Lächeln erst mit etwas Abstand auf dem Podest wieder. "Ich freue mich schon über die Titel. Aber es hätte natürlich besser laufen müssen", meinte die 19-Jährige, die sich letztlich klar (151 kg) durchsetzte.

Doch zunächst sorgte die Eibauerin für einige Schreckmomente: Im Reißen unterliefen ihr zwei Fehlversuche. Zunächst bei 65 kg, dann bei 66 kg. "Die Steigerung bildete eigentlich kein Risiko, denn ich wusste, dass ich die Last kann. Technisch funktionierte es nur nicht so. Vor dem dritten Versuch waren Anspannung und Druck natürlich groß", schilderte Pauline Walzak, der dann unter enormer Nervenbelastung glücklicherweise ein fast optimaler Versuch gelang. Im Stoßen kamen noch 85 kg hinzu, ein paar Kilo mehr hatte sie auch da geplant.

Doch keine der anderen Damen konnte ihr beim dritten Erfolg (151 kg) nach 2015 und 2017 gefährlich werden. Einen weiteren Wunsch konnte sich die Sportgymnasiastin, die bei der Jugend-EM 2015 Bronze gewann, aber nicht erfüllen. Als zusätzlichen Kick hatte ihr Trainer Petr Hruby die Norm für den Perspektivkader Richtung Olympia ausgegeben. Doch sie besitzt dafür noch weitere Möglichkeiten. "Hinter Pauline liegt eine lange Saison, es war nicht einfach für sie. Der Titel ist das Wichtigste, sie hat die schwierige Situation noch sehr gut bewältigt", befand ihr Coach.

Pauline Walzak, die bundesweit zu den größten Nachwuchshoffnungen gehört, stemmt seit 2014 am BSP Eisen. Sie wandelt damit auf den Spuren ihrer Schwester Johanna, die sie als Kind animierte und die ebenso erfolgreich für verschiedene Auswahlmannschaften hob. Die Ältere wiederum trainierte einst lange Zeit gemeinsam mit Sandra Martin. Während sie inzwischen ihre Laufbahn beendete, widmet sich die Chemnitzerin neben ihrem Job als Erzieherin weiterhin mehrfach pro Woche den Hanteln. Seit 2002 bestimmt sie die nationale Spitze mit, in Bayern erkämpfte sie ihren bereits zwölften Meistertitel (120 kg).

Dabei begann sie bei 48 kg ebenso mit einem Fehlversuch, steigerte sich danach im harten Kampf mit zwei Kontrahentinnen auf Augenhöhe enorm. Nach 50 kg im Reißen brachte sie im Stoßen mit 70 kg eine Last zur Hochstrecke, die ihr in dieser Kategorie bislang letztmalig 2008 gelang. "Ich bin überglücklich, dass ich diese Leistung endlich wieder einmal geschafft habe. Die Spannung motivierte mich zusätzlich", freute sich die 32-Jährige, die beim CAC zudem als Übungsleiterin und Kampfrichterin tätig ist.

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