NADA reagiert bestürzt auf Rücktritte von Doping-Experten im Schwimm-Weltverband

Die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) hat mit Bestürzung auf den Rücktritt dreier Mitglieder des unabhängigen Doping-Experten-Gremiums im Schwimm-Weltverband FINA reagiert. "Das sind absolute Koryphäen im Anti-Doping-Kampf. Es ist erschreckend, wenn eine solche Fachkompetenz in einem Verband offenbar nicht erhört wird und zu einem solchen Schritt fast schon gezwungen wird", sagte NADA-Vorstand Lars Mortsiefer dem SID.

Zuvor hatten Andrew Pipe, der Vorsitzende des Dopingkontrollen-Überprüfungs-Ausschusses DCRB im Schwimm-Weltverband, sowie zwei weitere Mitglieder ihren Rücktritt erklärt und dies Medienberichten zufolge mit dem Umgang der FINA mit russischen Schwimmern bei Olympia in Rio de Janeiro begründet.

"Die Rücktritte zeigen, dass die Stimmen lauter und die Zeichen immer deutlicher werden", sagte Mortsiefer: "Es wird immer offensichtlicher, dass die Verbände mit der Anti-Doping-Arbeit überfordert sind. Es braucht mehr unabhängige Organisationen."

In Rio hatten ursprünglich gesperrte Schwimmer wie die zweifache Olympia-Zweite Julia Jefimowa doch noch die Starterlaubnis erhalten. Während das Internationale Olympische Komitee (IOC) betont, die Nominierung sei Sache der Weltverbände gewesen, ließ FINA-Präsident Julio Maglione in seiner Reaktion auf die Rücktritte der drei DCRB-Mitglieder verlauten: "Die Entscheidung der Teilnahme russischer Athleten wurde durch den CAS (Internationale Sportgerichtshof/d.Red.) und das IOC getroffen."

Für NADA-Vorstand Mortsiefer sind das reine Taktik-Spielchen: "Es wird versucht, den Schwarzen Peter so lange wegzuschieben, bis keiner mehr verantwortlich ist."

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