Ovtcharov enttäuscht bei Heim-Weltcup - Entscheidung ohne Deutsche

Für Europameister Dimitrij Ovtcharov (Hameln/Orenburg) ist der Tischtennis-Weltcup in Saarbrücken trotz Heimvorteils zur großen Enttäuschung geraten. Der Weltranglistensechste scheiterte unerwartet schon im Achtelfinale mit 1:4 gegen den 23 Plätze tiefer notierten Schweden Kristian Karlsson und musste damit die Hoffnungen auf seine dritte Medaille beim wichtigsten Wettbewerb nach Olympia- und WM-Turnieren frühzeitig begraben.

Durch das Aus für den an Nummer drei gesetzten Olympia-Dritten von 2012 blieb den Gastgebern bei der Entscheidung erstmals seit fünf Jahren nur die Zuschauerrolle. Denn schon zuvor war beim Härtetest für die EM in Budapest (18. bis 23. Oktober) auch Debütant Bastian Steger (Bremen) nach seinen Vorrunden-Erfolgen ebenfalls im Achtelfinale gegen Frankreichs Topspieler Simon Gauzy durch ein 3:4 ausgeschieden. EM-Rekordchampion und Ex-Weltcupsieger Timo Boll (Düsseldorf) war nicht für Saarbrücken qualifiziert.

Den Titel sicherte sich der chinesische Weltranglistenzweite Fan Zhendong. Der frühere German-Open-Sieger gewann das Finale gegen seinen Landsmann Xu Xin 4:1 und trat die Nachfolge des chinesischen Weltmeisters und Weltranglistenersten Ma Long an, der nach seinem Olympiasieg von Rio auf eine Verteidigung seines Titels verzichtet hatte. Platz drei ging an den Hongkong-Chinesen Wong Chun Tin durch ein 4:1 gegen Ovtcharovs Bezwinger Karlsson.

Ovtcharov fand nach dem ernüchternden Match gegen Karlsson, der seit Saisonbeginn in der Bundesliga für Meister Borussia Düsseldorf aufschlägt, nur wenige Worte. "Die Niederlage war absolut verdient", meinte der 28-Jährige. Aus persönlichen Gründen seien sein Trainingsumfang und seine Konzentration zuletzt nicht so hoch wie gewohnt gewesen: "Ich bin Vater geworden und am Freitag ist meine Oma gestorben." Bundestrainer Jörg Roßkopf kommentierte Ovtcharovs erste Niederlage im dritten internationalen Duell dennoch nüchtern: "'Dima' hat schlecht gespielt."

Im Gegensatz zu Deutschlands Nummer eins hatte Steger zuvor in seinem Achtelfinale immerhin an die Tür zur Runde der besten Acht geklopft. Nach 0:1- und 1:2-Satzrückständen gegen seinen wie Ovtcharov für das Achtelfinale gesetzten Kontrahenten fand der 35-Jährige, der in Rio mit Ovtcharov und Boll Olympia-Bronze im Team-Wettbewerb gewonnen hatte, besser in seinen Rhythmus. Allerdings ließ der 35-Jährige in den beiden letzten Sätzen gleich fünf Matchbälle ungenutzt.

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