Traditionswettbewerb als Sprungbrett

Der Eiskunstlauf-Wettkampf um den "Pokal der Blauen Schwerter" findet ab Donnerstag als Junioren-Grand-Prix in Dresden statt. Eine Chemnitzerin ist besonders motiviert.

Dresden/Chemnitz.

Vier internationale Wettkämpfe liegen bereits hinter Eiskunstläuferin Lutricia Bock. Abgesehen vom Auftakt während des Sommertrainings in Detroit lief es für die Chemnitzerin meist jedoch noch nicht wie gewünscht. Zuletzt haderte sie bei der Nebelhorn-Trophy vor allem mit ihrer Kür, in der sie bei den Schwierigkeiten mehrfach patzte. Doch das will sie nun beim Junioren-Grand-Prix ab Donnerstag in Dresden vergessen machen.

"Ich war bisher noch nicht so zufrieden. Aber ich fühle mich jetzt bestens vorbereitet und möchte meine Programme mit so wenig Fehlern wie möglich zeigen", blickte die 17-Jährige voraus. Besonderen Druck vor (fast) heimischer Kulisse spürt sie dabei nicht, hofft eher, dass sie mit einer gewissen Lockerheit den Wettkampf bestreiten kann. Ein Platz unter den besten fünf sieht sie dabei als realistisches Ziel. Hinsichtlich ihres Repertoires, u. a. mit schwierigen Dreifach-Dreifach-Sprungkombinationen, kann Lutricia Bock in der Spitze dieser Alterskategorie mithalten, entscheidend bleibt die Umsetzung. "Im Training klappte es gut", zeigte sich die Deutsche Meisterin zuversichtlich. Dresden ist dabei ein erfolgreiches Pflaster für die Hoffnungsträgerin, 2014 erreichte sie beim "Pokal der Blauen Schwerter" als Vierte ihre bislang beste Platzierung im Grand Prix.

In diese Regionen können die Eistänzer Sarah Michelle Knispel und Maximilian Voigtländer, ihre Vereinsgefährten beim Chemnitzer EC, wohl noch nicht eindringen. Das Paar erlebt seine internationale Premierensaison. Bei ihrer Feuertaufe, dem ersten Junioren-Grand-Prix vor zwei Wochen in Ljubljana (Slowenien), kamen sie aber immerhin auf den neunten Platz. "Beide wollen weitere Steigerungen nachweisen, sich bestmöglich präsentieren", meint Trainerin Susann Fichtelmann, die das Duo seit Sommer 2014 unter ihren Fittichen hat. Bis dahin waren beide Einzelläufer in Grimma. Während der 18-jährige Maximilian Vogtländer inzwischen im Haus des Eissports am Küchwald wohnt und seit dieser Woche an der Hochschule in Mittweida studiert, besucht seine 15-jährige Partnerin das Gymnasium in der Muldestadt. An sechs Tagen pro Woche fährt sie zum Training nach Chemnitz. Umso bemerkenswerter, dass das Paar nach der vergleichsweise kurzen gemeinsamen Zeit schon ein Leistungsniveau besitzt, um international starten zu dürfen.

Der Traditionswettbewerb, der 1961 seine Premiere feierte und damit der älteste auf der Welt ist, findet als Junioren-Grand-Prix seit 2009 zum dritten Mal in Dresden statt. Zuvor wurde er überwiegend in Chemnitz ausgetragen, der Umzug erfolgte wegen der moderneren und vor allem beheizbaren Arena in der Elbestadt. Mit über 100 Startern aus 38 Ländern gibt es laut Cheforganisator Falko Kirsten 2016 eine Rekordbeteiligung. Die wertvolle Trophäe aus Meißner Porzellan gewannen dabei bisher unzählige spätere Weltklasseläufer.

Zeitplan: Donnerstag: 12.50 Uhr: Kurzprogramm (Herren), 17.30: Kurzprogramm (Damen); Freitag: 10.15: KP (Paare); 13.35: Kurztanz (Eistanz); 16.40: Kür (H); Sonnabend: 10.30: Kür (Paare); 14.05: Kür (D).

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