USTA bedauert absurde Verwarnung für Cornet

Eine absurde Verwarnung für die Französin Alize Cornet hat bei den US Open in New York für Wirbel gesorgt und die Veranstalter vom amerikanischen Tennisverband USTA zu einer Regeländerung genötigt.

Cornet war am Dienstag nach einer zehnminütigen Hitzepause mit einem frischen T-Shirt auf den Platz zurückgekehrt, das sie aber verkehrt herum angezogen hatte. Umgehend korrigierte sie den Fehler und stand für wenige Sekunden im Sport-BH da. Ein Regelverstoß, der mit einer Verwarnung geahndet wurde.

Die Reaktionen fielen eindeutig aus. "Diese Regel ist veraltet und unpraktisch", schrieb Tennis-Ikone Billie Jean King bei Twitter. Die zweimalige US-Open-Siegerin Tracy Austin schrieb: "Lächerlich. Männer wechseln ihr Shirt mehrfach pro Spiel."

Cornet zeigte sich einen Tag nach dem Match gegen die Schwedin Johanna Larsson (6:4, 3:6, 2:6) überrascht vom Trubel. "Auf dem Platz kam es mir wie ein Fehler des Schiedsrichters vor. Es war heiß für uns alle, auch für ihn. Er hat sich schnell bei mir entschuldigt, damit war die Sache für mich erledigt", sagte Cornet.

Die USTA "bedauert" die Verwarnung und stellte am Mittwoch klar, dass "alle Spieler ihr Shirt wechseln dürfen, wenn sie auf ihrem Stuhl sitzen". Spielerinnen haben zudem weiterhin die Möglichkeit, sich an einem privateren Ort umzuziehen.

Die Spielerinnenorganisation WTA teilte mit: "Die Verwarnung der USTA gegen Alize Cornet war unfair und basiert nicht auf den Regeln der WTA." Die WTA habe überhaupt keine Regel für das Umziehen auf dem Platz. "Wir sind froh, dass die USTA diese Regel geändert hat. Alize hat nichts falsch gemacht."

Cornet selbst glaubt, dass Frauen im Tennis noch immer stärker um Anerkennung kämpfen müssen, als ihre männlichen Kollegen, machte ihre These jedoch nicht am Vorfall in New York fest. "Das, was Bernard Giudicelli über Serenas Catsuit gesagt hat, war tausendmal schlimmer. Immerhin ist er der Präsident eines Tennisverbandes."

Giudicelli, erster Tennisfunktionär im französischen Verband FFT, hatte vor den US Open angekündigt, 2019 in Roland Garros einen Dresscode einzuführen. Der extravagante Ganzkörperanzug, den die 23-malige Grand-Slam-Siegerin Serena Williams in diesem Jahr in Paris trug, hatte ihm nicht gefallen.

"Ich glaube, dass wir manchmal zu weit gegangen sind", sagte Giudicelli. Ein Outfit wie das der Amerikanerin Williams werde "nicht mehr akzeptiert. Der Sport und der Platz müssen respektiert werden." Williams will sich damit nicht abfinden und suchte bereits das Gespräch mit Giudicelli. "Ich bin sicher, das wir uns einig werden und alles gut wird", sagte sie.

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