1. Mai - So lief der große Demo-Tag in der Region

20.10 Uhr: Mehr als 1300 Polizisten waren am 1. Mai in Plauen im Einsatz, meldet die Polizeidirektion Zwickau am Abend. Zur Kundgebung der rechtsradikalen Partei "Der dritte Weg" und Gegendemonstrationen hatten sich nach Polizeiangaben insgesamt rund 1300 Teilnehmer eingefunden. In unmittelbarer Nähe zum Aufzug von "Der dritte Weg" fand eine Spontanversammlung in Form einer Sitzblockade statt. Zu Ausschreitungen kam es nicht. In zehn Fällen wurden strafrechtliche Ermittlungsverfahren eingeleitet, größtenteils wegen Verstößen gegen das sächsische Versammlungsgesetz.

17.59 Uhr: Bei Pro Chemnitz verabschieden sich immer mehr Besucher. Auch das braune Pony vom Ponyreiten ist wieder im Stall. Die Volkslieder-Gruppe versucht noch einmal, zum "Maientanz" zu animieren. Selbst André Poggenburg wird angesprochen. Der aber diskutiert am Rand mit Anhängern. Damit verabschieden wir uns und danken für Ihr Interesse an unserer Berichterstattung.

17.40 Uhr: Poggenburg wirbt für mehr "Volksfeste" im Stile des heutigen Nachmittags. Seine Rede ist relativ schnell zu Ende. Das Publikum hat sich im Vergleich zum Nachmittag schon arg dezimiert.

17.35 Uhr: Bei Pro Chemnitz spricht André Poggenburg, Vorsitzender der rechten AfD-Abspaltung Aufbruch deutscher Patrioten. Chemnitz müsse patriotisch-deutsch bleiben, und dafür sei Pro Chemnitz nötig, sagt er.

17.27 Uhr: Ein Journalist der "Freien Presse" ist am Mittwoch zunächst von Pro-Chemnitz-Anhängern, danach von der Polizei bei seiner Arbeit massiv behindert worden, als er dabei war, das Bürgerfest von Pro Chemnitz zu fotografieren. Teilnehmer hinderten ihn daran, die Polizei forderte ihn anschließend auf, die Fotos zu löschen und sprach ihm einen Platzverweis aus, obwohl er sich als Mitarbeiter der "Freien Presse" ausgewiesen hatte. Nach Angaben eines Polizeisprechers handelte es sich um ein Missverständnis, der Platzverweis wurde zurückgenommen. Grundsätzlich gilt, dass öffentliche Veranstaltungen von Journalisten in Wort und Bild dokumentiert werden dürfen. Pro Chemnitz wird vom Verfassungsschutz beobachtet und als extrem rechte Vereinigung eingestuft.

16.48 Uhr: Die Chemnitzer Polizei zieht Bilanz. Rund 300 Einsatzkräfte haben am Feiertag fünf Versammlungen abgesichert. Fazit: Es blieb weitgehend friedlich. Unter Berufung auf die Versammlungsbehörde der Stadt nahmen an der Veranstaltung von DGB, Parteien und Initiativen auf dem Neumarkt bis zu 2300 Menschen teil, an der AfD-Kundgebung bis zu 250 Teilnehmer. Die Polizei leitete zwei Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung und je ein Verfahren wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung sowie wegen Nötigung ein. Etwa 120 Menschen besuchten laut Polizei das Pro-Chemnitz-Bürgerfest. Am Gegenprotest an der Annenstraße beteiligten sich ebenfalls etwa 120 Menschen. Ermittlungen wurden derweil aufgenommen, nachdem am Morgen eine übel riechende Flüssigkeit gegen die Haustür am geplanten Pro-Chemnitz-Bürgertreff geworfen wurde.

16.23 Uhr: Und jetzt wird bei Pro Chemnitz historischer Formationstanz zum Akkordeon eingeübt - "für Mädels und Burschen".

16.22 Uhr: Auf dem Zwickauer Hauptmarkt ist derweil die Maikundgebung in ein Open-Air-Konzert übergegangen. Die Band City hat die Bühne in Beschlag genommen. Der DGB spricht von 5500 Besuchern und damit von der größten Maiveranstaltung im Freistaat.

16.20 Uhr: Anton Günthers "Deitsch on frei wolln mer sei" erschallt von der Bühne. Einige Gäste singen mit.

16.16 Uhr: Die Gegendemo zieht sich zurück und wird am Kulturzentrum Weltecho für beendet erklärt. Letzte Sprechchöre in Richtung des Pro-Chemnitz-Bürgerfests mit Alkoholverbot: "Wir haben Bier und Ihr habt nur Deutschland."

16.05 Uhr: Bei Pro Chemnitz wird von der Bühne "Märkische Heide, märkischer Sand" intoniert, die Hymne Brandenburgs. Warum? Weil die Landschaft dort so stark an Ostpreußen erinnere, sagt ein Redner.

16.03 Uhr: Die Kundgebung des Aufbruchs deutscher Patrioten auf dem Zwickauer Kornmarkt ist ohne größere Zwischenfälle verlaufen. Der Vorsitzende André Poggenburg sprach vor schätzungsweise 70 bis 80 Zuhörern. Derzeit sind Mitglieder des AfD-Ablegers noch mit ihrem Stand vor Ort.

15.38 Uhr: Bei Pro Chemnitz gibt es Livemusik einer Dresdner Volkslieder-Gruppe, die auch schon bei Asylgegnern in Einsiedel aufgetreten ist. Auffällig viele ältere Leute sind vor Ort, aber auch etliche Aktivisten fremdenfeindlicher Gruppierungen aus der Region. Für Familien gibt es eine Hüpfburg und Ponyreiten.

15.34 Uhr: Hinter den Polizeiwagen auf der anderen Straßenseite schauen einige wenige Teilnehmer auf die Demonstranten. Auch Martin Kohlmann taucht kurz auf. "Stoppt Kohlmanns Nazifest!" wurde ihm entgegengerufen.

15:32 Uhr: Polizei sichert Gegendemo an der Annenschule. Gemeinsam (und ein wenig schief) wird "Schrei nach Liebe" von Die Ärzte gesungen, zuvor gab es Sprechchöre "Wir sind das Volk!"

15.23 Uhr: Bei Pro Chemnitz stehen Biertische, aber es gibt nur alkoholfreies Bier. Das hat die Stadt als Auflage durchgesetzt. Eine Klage gegen das Alkoholverbot blieb nach Rathausangaben ohne Erfolg.

15.20 Uhr: Der Zug der Gegendemonstranten setzt sich in Bewegung. Sie rufen antifaschtische Parolen. Laut Polizeisprecherin Jana Ulbricht handelt es sich um eine angemeldete Veranstaltung

15.17 Uhr: Im Reitbahnviertel haben sich rund 150 Menschen zu einem von der extrem rechten Vereinigung Pro Chemnitz ((http://www.verfassungsschutz.sachsen.de/2122.htm) organisierten "Bürgerfest" eingefunden. Anlass ist die Eröffnung ihres Treffs an der Brauhausstraße. Nicht weit davon entfernt haben sich schätzungsweise knapp 100 Gegendemonstranten versammelt. Die Polizei hat die Zufahrt zum Treff von Pro Chemnitz mit Fahrzeugen abgeriegelt.

14.30 Uhr: Die Kundgebung des Dritten Wegs in Plauen ist vorbei. Am Albertplatz in der Innenstadt läuft noch bis 18 Uhr das Musikfestival "Don't be silent" (Sei nicht still) des Demokratie-Vereins Colorido.

14.04 Uhr: Während die Maikundgebung des DGB in Chemnitz beendet ist und die meisten Stände von Parteien und Gewerkschaften wieder  abgebaut sind, zeigt die Polizei in der Innenstadt weiterhin starke Präsenz. Schwerpunkte sind der Neumarkt, wo sich noch immer einige Dutzend AfD-Anhänger aufhalten, und das Reitbahnviertel. Dort will die vom Verfassungsschutz beobachtete extrem rechte Vereinigung Pro Chemnitz am Nachmittag einen "Bürgertreff" eröffnen. Gegner haben Proteste angekündigt.

13.44 Uhr: In Zwickau auf dem Hauptmarkt hat die Maiveranstaltung des Deutschen Gewerkschaftsbunds mit mehreren hundert Besuchern begonnen. Thomas Knabel von der IG Metall dankte OB Pia Findeiß (SPD) für ihre Grußworte und schickte einen Gruß in Vogtland: "Ich komme gerade aus Plauen und würde mir wünschen, dass sich überall die Oberbürgermeister hinstellen, den Rücken druchdrücken und für ihre Stadt und ihre Bürger einstehen würden."

13.03 Uhr: Die Polizei bestätigt mit Verweis auf die Versammlungsbehörde im Vogtland: Das Abbrennen von Signalfackeln am Anfang und Ende der Versammlung des Dritten Wegs wurde erlaubt. In Chemnitz ist die Veranstaltung von Gewerkschaften, Parteien und Initiativen beendet.

1 2.30 Uhr: In Zwickau lädt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ab 13 Uhr zu einem Familienfest auf dem Hauptmarkt ein. Höhepunkt der Veranstaltung ist ab 16 Uhr der Auftritt der Band City. Nebenan auf dem Kornmarkt ruft ab 14 Uhr die AfD-Abspaltung ADPM (Aufbruch deutscher Patrioten Mitteldeutschland) zum "Tag der Patrioten" auf, an dem auch der Vorsitzende André Poggenburg und Vorstandsmitglied Benjamin Przybylla teilnehmen sein werden.

12 Uhr: In Chemnitz ist zunächst Ruhe eingekehrt. Am Plauener Wartburgplatz ging unterdessen die Auftaktkundgebung der rechtradikalen Partei "Der dritte Weg" mit rund 500 Teilnehmern zuende. Die Polizei hat das Areal großräumig abgesperrt. In Kürze startet die Demo. Aus den Fenstern der Häuser ringsum hängen Transparente, auf denen Bewohner ihren Protest formulieren. "Das ist unser Platz".

11.35 Uhr: Zwischenfazit nach den ersten Demos in Chemnitz: Das Bündnis aus Gewerkschaften, Parteien und Initiativen hat heute Vormittag rund 1000 Menschen mobilisiert. An der AfD-Kundgebung haben bis zu 300 Menschen teilgenommen.

11.24 Uhr: Nico Köhlervon der AfD berichtet auf der Bühne von einem Angriff auf ihn kurz zuvor. Einer seiner Parteikollegen habe von einem Demonstranten einen Kopfstoß erhalten. Nach dem Ende der Rede sollen die Zuhörer mit den AfD-Kandidaten für den Stadtrat ins Gespräch kommen. Von der Gegenüberliegenden DGB-Kundgebung kommen Rufe und Musik. Bei der AfD ist es eher ruhig. Die Leute verteilen sich um die Stände. Lars Franke vom Kreisverband der AfD-Chemnitz, der die Kundgebung moderierte, forderte zum Abschluss noch mal alle Teilnehmer auf, bei der kommenden Wahl die Helfer bei der Auszählung der Stimmzettel genau zu beobachten.

11.21 Uhr: Auf dem Chemnitzer Neumarkt beim DGB sind die heutigen Reden gehalten, es geht weiter mit Musik.

11.19 Uhr: Derweil in Plauen: Landespolizeipräsident Horst Kretzschmar informiert sich im Führungsstab über die Lage. Die rechtsradikale Partei "Der dritte Weg" hat bundesweit Anhänger mobilisiert.

11.15 Uhr: Kurze Talkrunde auf der Bühne des DGB auf dem Neumarkt. Annelie Buntenbach vom DGB-Bundesvorstand bezeichnet die Ereignisse im August 2018 in Chemnitz wegen des offenen Schulterschlusses zwischen AfD und Akteuren der Neonazi-Szene als eine Zäsur, die ganz Deutschland angehe. Die Gegenreaktionen der Zivilgesellschaft hätten zugleich ein anderes Bild der Stadt gezeigt. "Auch heute nehme ich mit, dass Chemnitz bunt ist", sagte sie. DGB-Regionalchef Ralf Hron warnt mit Blick auf die anstehenden Wahlen und die Kundgebung der AfD nebenan: "Wenn das, was die wollen, Wirklichkeit wird, dann gehen hier die Lichter aus." Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig sagte, die Chemnitzer hätten unter anderem bei den kommenden Wahlen die Gelegenheit, ein Statement abzugeben.

11.09 Uhr: René Uthoff vom Betriebsrat im Chemnitzer VW-Motorenwerk sagt auf dem Neumarkt: "Wir liefern in mehrere Länder Europas. Weltoffenheit sichert uns hier in Chemnitz Arbeit und Beschäftigung."

11.09 Uhr: Beatrix von Storch legt schon mal mit dem Europawahlkampf los und kritisiert den Euro, der Europa kaputt mache, und die Politiker in Brüssel. Italiens Innenminister Matteo Salvini sei ein guter Europäer, weil der die Mittelmeerroute schließe. Sie kündigt ein Bündnis mit dessen Partei Lega Nord an.

11 Uhr: Martin Dulig, Sachsens Wirtschaftsminister und Landeschef der SPD, erinnert an die Mitverantwortung der Arbeitgeber. Sachsen müsse "Tarifland" werden, der Mindestlohn stelle nur eine Untergrenze dar. Zugleich ermutigte er, politischen Diskussionen im privaten Umfeld und unter Arbeitskollegen nicht aus dem Weg zu gehen. "Das ,Über Politik reden wir lieber nicht‘ funktioniert nicht mehr", sagte er.

10.57 Uhr: Von Storch kritisiert alle linken Parteien, zu der auch Teile der CDU gehörten. Klimaschutz und Kohleausstieg würden die deutsche Industrie zerstören. Klatschen aus dem Publikum.

10.53 Uhr: Massives Pfeifkonzert und Sprechchöre vom Neumarkt gegen von Storch.

10.53 Uhr: AfD-Bundesfraktionsvize Beatrix von Storch betritt unter großem Applaus die Bühne. Chemnitz sei aufgrund der Ereignisse vom August von den Medien sträflich behandelt worden. Der Linken wirft die Bundespolitikern Sachsenfeindlichkeit vor. Den Sachsen hätte die Partei nie verziehen, dass von dort die friedliche Revolution gegen den Sozialismus ausging. Von Storch: "Sahra Wagenknecht ist die einzig vernünftige Politikerin der Linken".

10.52 Uhr: Auf der DGB-Kundgebung fordert Annelie Buntenbach vom Bundesvorstand des Gewerkschaftsbundes eine Angleichung der Lebensverhältnisse in Ost und West. Unternehmen ohne Tarifvertrag dürften keine Fördergelder und öffentliche Aufträge mehr erhalten. Beschäftigte des Klinikums Chemnitz und des Chemnitzer Pflege- und Sozialdienstleisters Heim-Gesellschaft hätten zudem gezeigt, dass es sich lohne, für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen zu streiten. Der AfD nebenan warf Buntenbach vor, den 1. Mai zu missbrauchen. Deren Verbündete in Regierungsverantwortung, wie die FPÖ in Österreich und Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban, schränkten Arbeitnehmerrechte massiv ein. Die Zukunft Europas liege nicht in Sozialdumping und Steueroasen.

10.48 Uhr: Unterdessen bereitet sich Sachsens Polizei auf den Einsatz in Plauen vor, wo die Partei "Der dritte Weg" bundesweit für eine Kundgebung mobilisiert und Gegenprotest ausgelöst hat. Polizisten aus Bayern unterstützen die sächsischen Beamten. Ebenso Polizisten aus Sachsen-Anhalt.

10.45 Uhr: DGB-Regionalchef Ralf Hron warnt mit Blick auf die Ereignisse im August 2018 vor den Folgen eines möglichen weiteren Rechtsrucks. "Wir machen uns große Sorgen um Chemnitz. Wir haben sehr, sehr viel zu verlieren."

10.44 Uhr: AfD-Europapolitiker Maximilian Krah kritisiert die Hohe Steuerbelastung in Deutschland und die derzeitige EU-Politik.

10.35 Uhr: Gabi Engelhardt vom Bündnis "Aufstehen gegen Rassismus" dankt den Teilnehmern der Demo gegen rechts am Morgen des 1.Mai und fordert zu weiterem Engagement gegen rechte Parteien und Gruppierungen auf. An einem Stand des Bündnisses am Rande des Neumarktes gibt es ein Wurfspiel "Mehr Hirn für Köpfe von AfD und Pro Chemnitz" - Bälle werfen in Plastikeimer, die mit den Konterfeis von Pro-Chemnitz-Chef Martin Kohlmann, dem AfD-Bundesvorsitzenden Jörg Meuthen und anderen Politikern versehen sind.

10.32 Uhr: Urban kritisiert die Linke und SPD für Ihre Migrationspolitik. Die CDU vertreibe mit ihren Grenzwerten die Auto Industrie aus Deutschland und Sachsen. Auch die CO2-Steuer nehme den Leuten das Geld aus der Tasche. Applaus aus dem Publikum.

10.29 Uhr: Die Polizei trennt AfD-Gegner und AfD-Funktionäre an der Grenze von Markt und Neumarkt. Zuvor waren AfD-Landtagskandidat Nico Köhler und Gegendemonstranten aneinandergeraten.

10.25 Uhr: Volkmar Zschocke, Landtagsabgeordneter von Bündnis 90/Grüne aus Chemnitz, wirft der AfD vor, die Not der einen gegen die der anderen auszuspielen. Wenn die Empörung über soziale Ungerechtigkeit in Ausgrenzung umschlage, erreiche sie auch ihre Ziele, warnte er. Der zunehmenden Entsolidarisierung müsse das Eintreten für eine solidarische Gesellschaft entgegengesetzt werden.

10.23 Uhr: Sachsens Parteichef Jörg Urban ist der erste Redner auf der AfD-Bühne. Er dankt der Polizei dafür, dass sie die Kundgebung vor dem "Mob" schützt. Zirca 150 Besucher haben sich vor der Bühne versammelt. Weitere stoßen nach und nach hinzu. Urban: "Die AfD ist die einzige Partei, die sich für die arbeitende Bevölkerung einsetzt".

10.10 Uhr: Susanne Schaper, Chemnitzer Stadträtin und Landtagsabgeordnete der Linken, kritisiert den starken Niedriglohnsektor in Sachsen. Niedrige Löhne seien lange Zeit als Standortfaktor verkauft worden, hätten zu Abwanderung und Fachkräftemangel geführt. Beispielsweise in Pflegeberufen gebe es bis heute mehrere Hundert Euro Lohnunterschied zwischen Ost und West.

10.07 Uhr: Unter Sprechchören gegen Rassismus erreicht die Demo den Neumarkt, wo in Kürze die DGB-Kundgebung beginnt. Von der AfD-Kundgebung nebenan meldet sich eine einzelne Stimme per Megafon.

10.01 Uhr: Stockender Verkehr auf der Bahnhofstraße wegen der Demo gegen Rechtsextremismus und Rassismus - begleitet von mindestens zehn Polizeiautos.

10 Uhr: Die Aktionen gegen Rechts sollen am Nachmittag fortgesetzt werden. Ein Redner kündigte Proteste gegen die geplante Eröffnung eines Treffs der extrem rechten Gruppierung Pro Chemnitz im Reitbahnviertel an. Näheres soll in den kommenden Stunden bekannt gegeben werden.

9.59 Uhr: Die Polizei hat mehrere Einsatzwagen zwischen den beiden Veranstaltungsorten positioniert, die nur etwa hundert Meter voneinander entfernt sind. Kurz vor dem Auftakt ist die Stimmung ruhig.

9.50 Uhr: Während sich der Neumarkt vor dem Rathaus langsam füllt, ist die Ska-Band Yellow Umbrella mit dem Soundcheck beschäftigt. Aus den Boxen beim AfD-Stand nebenan schallt es "Wir sind das Volk, wer seid ihr, ohne uns?" Die Zeilen stammen aus dem Lied "Wir sind das Volk", geschrieben vom eher linksgerichteten Sänger Kai Niemann. AfD, Pegida und Co haben das Lied seit Längerem für ihre Wahlkampfveranstaltungen vereinnahmt.

9.43 Uhr: Zwischenkundgebung bei Nieselregen in der Nähe des AfD-Büros an der Theaterstraße. Ein Redner der Initiative "Aufbruch Ost" fordert, die soziale Frage nicht den Rechten zu überlassen.

9.29 Uhr: Breite Front gegen rechts: In der ersten Reihe der Demo laufen Hanka Kliese (SPD-Landtagsmitglied), Volkmar Zschocke (Grünen-Landtagsmitglied), Susanne Schaper (Landtagsmitglied Linke), Frank Müller-Rosentritt (FDP-Bundestagsmitglied), Alexander Dierks (CDU-Generalsekretär Sachsen), Martin Dulig (SPD-Vorsitzender Sachsen), Ralf Hron (DGB-Regionalchef), Gabi Engelhardt (Aufstehen gegen Rassismus). Dahinter Sprechchöre "Nationalismus raus aus den Köpfen!".

9.23 Uhr: Am Neumarkt beginnen unterdessen die Vorbereitungen für die DGB-Kundgebung, die 10 Uhr starten wird. Neben Verdi, DGB und IG Metall sind mehrere Parteien mit Ständen vertreten, unter anderem auch die Spaßpartei Die Partei. Mitglieder der Jusos haben Storch-Heinar-Plakate dort aufgehängt, wo die AFD ihre Kundgebung abhalten wird.

9.20 Uhr: Der Demozug setzt sich Richtung Theaterstraße in Bewegung.

9.19 Uhr: Hai Dinh Bui spricht für die FDP zum 1. Mai: "Chemnitz gehört der Mitte. Hass macht hässlich. Jeder Extremist ist Mist."

9.15 Uhr: Hanka Kliese, SPD-Landtagsabgeordnete aus Chemnitz: "Es ist Zeit, dass sich alle gegen Rechts zusammentun, über Parteigrenzen hinweg. Chemnitz darf nicht länger Spielwiese für Neonazis sein. Wir brauchen einen antirassistischen Konsens in der Stadt."

9.10 Uhr: Mehrere hundert Menschen haben sich unter dem Motto "Früh aufstehen gegen Rassismus" am Marx-Monument eingefunden. Zu sehen sind Fahnen und Transparente von Gewerkschaften und Parteien. Auch OB Ludwig und Sachsens CDU-Generalsekretär Alexander Dierks sind vor Ort. Ein Redner sagte zum Auftakt, es sei ein großes Privileg, dass Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen zu Hause sind.

Die Lage: Der heutige 1. Mai fordert die Polizei in Sachsen besonders heraus. Anmelder aus dem gesamten politischen Spektrum haben zu zahlreichen Demos aufgerufen. Zur Unterstützung werden Beamte aus Sachsen-Anhalt, Bayern sowie der Bundespolizei im Einsatz sein. Gewaltausbrüche werden bei verschiedenen Demos und Kundgebungen von rechtspopulistischen bis rechtsextremen Gruppierungen befürchtet, die jeweils von mehreren Gegendemonstrationen begleitet werden.

Unter Beobachtung der Polizei in Chemnitz stehen Kundgebungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und der AfD in der Innenstadt. Während sich der DGB und gut 30 Parteien und Organisationen 10 Uhr auf dem Neumarkt treffen, beginnt die AfD-Veranstaltung um 10 Uhr vor dem Alten Rathaus - wenige Meter vom Neumarkt entfernt. Am Karl-Marx-Monument beginnt 9 Uhr eine Demo gegen Rassismus, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit, organisiert vom Bündnis Aufstehen gegen Rassismus. Am Nachmittag will die rechtsextreme Vereinigung Pro Chemnitz in der Brauhausstraße 6 mit einer Festkundgebung einen "Treff" eröffnen.

In Plauen hat die rechtsextreme Partei Der Dritte Weg eine Kundgebung angekündigt. Angemeldet wurden zunächst 300 Teilnehmer, jedoch werden deutlich mehr erwartet. In der Stadt hat sich Widerstand formiert.

In Zwickau macht der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) aus der traditionellen Maikundgebung ein Familienfest - verbunden mit einem Auftritt der Band City. Zeitgleich lädt die Patriotenpartei von André Poggenburg zu einer Gegenkundgebung. (micm/akli/manu/dy/ros/fp/dpa)

 

Bewertung des Artikels: Ø 3.1 Sterne bei 7 Bewertungen
19Kommentare
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  • 7
    5
    Hinterfragt
    01.05.2019

    @Blackadder; "Wo schrieb ich was von Wahlveranstaltung?
    Sie müssen nichts hineininterpretieren und umdrehen, nur weil Ihnen die Argumente ausgehen, bzw. widerlegt werden ...

  • 6
    8
    Distelblüte
    01.05.2019

    Ich möchte meine Aussage weiter unten korrigieren: der Plauener OB und auch das Landratsamt Vogtlandkreis haben alles versucht, den Naziaufmarsch in Plauen heute zu verhindern. Das VG Chemnitz hat die Demo inklusive Fackelmarsch und allem genehmigt. Tut mir leid für Plauen.

  • 4
    8
    01.05.2019

    @Blackadder: Das dachten auch nur sie!

  • 10
    10
    frankjac
    01.05.2019

    @Blackadder: Erwartete Äußerlichkeiten werden auch von anderen Parteien bedient und über das Bild Sachsens in Deutschland wundere ich mich nicht. Hier vertritt man, trotz zu erwartender Repressalien, seine Meinung, wo man in anderen Bundesländern seine Meinung nur unter vorgehaltener Hand äußert weil man eben diese Repressalien fürchtet. Dort hat man man vor nichts mehr Angst, als dem Verlust des eigenen Geldbeutels und gegen diesen hat dort die freie Meinungsäußerung schon lange verloren.

  • 12
    11
    Einspruch
    01.05.2019

    Da waren auch so eine komische Gruppe, die nur gepfiffen und Lärm gemacht hat. Meist sehr schräg angezogen, ohne Programm oder Redner. Die sahen auch so militant aus. Halten die sich für die Guten? Was wollen die eigentlich? Wenn man deren Plakate versuchte zu lesen, könnte man denken, das die sich wohl gern nach einer muslimischen Gemeinschaft sehnen, oder einer linken Diktatur. Ob die mal zu Ende gedacht haben, was das bedeuten würde? Oder ist das politische Naivität, die sich in Rechtsphobie äußert?

  • 9
    11
    Blackadder
    01.05.2019

    @hinterfragt: Eine Wahlveranstaltung? So? Ich dachte, bei Kundgebungen zum 1.Mai gehts um Arbeitnehmerrechte?

  • 12
    13
    Blackadder
    01.05.2019

    @frankjac: Was erwartet wurde, ist auch eingetreten: Videos, die sich gerade deutschlandweit verbreiten. Der III. Weg mit braunen Uniformen, Trommeln und Pyrotechnik- genau wie einst die SA und alles offiziell von der Versammlungsbehörde genehmigt.

    Und sich dann über das Bild Sachsens in Deutschland wundern....

  • 8
    9
    Hinterfragt
    01.05.2019

    @Blackadder;
    "...sich mit 30 Parteien und Organisationen zu ihrer Veranstaltung zusammenzuschließen. Aber da hat man wohl nicht so viele Freunde?..."

    Warum sollten die das? Zu den Wahlen zählen auch nur *Einzelergebnisse* und keine Zusammenschlüsse ...

  • 10
    12
    01.05.2019

    @Blackadder: auf solche "Freunde" kann man auch sehr gut verzichten. Die SED haben wir 89 abgewählt.

  • 10
    16
    frankjac
    01.05.2019

    "Die Kundgebung des Dritten Wegs in Plauen ist vorbei. Die rechtsextreme Partei lässt den Tag jetzt vor Ort ausklingen." Tja, da haben viele was anderes erwartet aber leider wurden die Vorurteile der selbsternannten Guten nicht bedient!

  • 10
    12
    Blackadder
    01.05.2019

    @thomboy: Auch der AfD stand es frei, sich mit 30 Parteien und Organisationen zu ihrer Veranstaltung zusammenzuschließen. Aber da hat man wohl nicht so viele Freunde?

  • 9
    17
    01.05.2019

    Es waren sogar 30 Parteien wie ich gerade lese, da kommen gerade mal 30 Teilnehmer auf jede Partei. Das sagt ja wohl alles.

  • 12
    14
    01.05.2019

    @Blackadder: Es waren mindestens 400 bei der AfD. Wenn man die 900 bei der anderen Veranstaltung auf die 6 Parteien aufteilt die zusammen veranstaltet haben sind es gerade mal 150 Teilnehmer pro Partei. Also DEUTLICH weniger.

  • 16
    11
    Distelblüte
    01.05.2019

    Die Plauener Versammlungsbehörde hat es heute total verkackt. Einer offen nationalsozialistischen Gruppierung derart mundgerechte Demoauflagen anzubieten schadet dem Image der Stadt und der Region enorm. Das Recht zur Demonstration ist gegeben, aber es hätte mehrere Nummern kleiner ausfallen können. Bei Twitter konnte man Videoaufnahmen des braunen Spektakels sehen.
    Respekt an alle, die zum lauten Gegenprotest da waren.

  • 8
    10
    Blackadder
    01.05.2019

    @franzudo: Kevin Kühnert war in Chemnitz?

  • 19
    13
    Blackadder
    01.05.2019

    Was mir bei den Kommunalwahlzetteln auch aufgefallen ist: die AfD hat unglaublich wenig Kandidaten am Start. Mal aus Protest AfD wählen, das ist schnell gemacht und auch anonym, aber sich selbst zur Wahl stellen so richtig mit Name und Gesicht, das will man dann doch nicht. Eine Volkspartei sieht für mich anders aus.

  • 11
    13
    franzudo2013
    01.05.2019

    Juso Kevin Kuehnert redet aktuell von Enteignung der Automobilkonzerne. Wer mit den Jusos und einer enthemmten SPD mitlaeuft, weiß sicher was er tut.

  • 23
    15
    Distelblüte
    01.05.2019

    Die Selbstwahrnehmung der AfD und ihrer Wähler ist außerordentlich... Speziell. Die CDU als links einordnen, das muss man erstmal hinbekommen.
    Jetzt erwarte ich noch @thomboys Korrektur der Teilnehmerzahlen nach oben.
    Oder kamen nur deshalb keine bemerkenswerten Mengen zusammen, weil man auch in Dresden, Plauen und Erfurt Präsenz zeigen musste?

  • 17
    16
    Blackadder
    01.05.2019

    Nur 150 Leute bei der AfD trotz Frau von Storch? Das hat sich der Herr Köhler sicher anders vorgestellt! Bei der Demo vom Parteienbündnis sollen ja über 1000 Leute gewesen sein.



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