Erneut Warnstreiks bei VW und Porsche in Sachsen

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In Zwickau, Meerane und Leipzig stehen die Bänder für 24 Stunden still. Damit will die IG Metall Druck im aktuellen Tarifstreit machen.

Leipzig/Zwickau (dpa/sn) - In Leipzig und Zwickau streiken am Mittwoch erneut mehr als 14 000 Beschäftigte der sächsischen Metall- und Elektroindustrie, um ihrer Forderung nach gleicher Bezahlung in Ost und West ein weiteres Mal Nachdruck zu verleihen. Sowohl im Leipziger Porsche-Werk, als auch bei Volkswagen und den Zulieferern GKN Driveline Mosel sowie SAS Automotive Systems in Zwickau und Meerane (Landkreis Zwickau) stehen deshalb die Bänder erneut still - diesmal für 24 Stunden. «Längere Streiks erhöhen die Intensität unseres Drucks auf die Arbeitgeber», sagt Bernd Kruppa, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Leipzig. Am Verhandlungstisch müssten Lösungen für die Beschäftigten gefunden werden. 

Die Warnstreik-Welle läuft seit Anfang März. Damit will die Gewerkschaft Druck in der aktuellen Tarifauseinandersetzung machen. Bereits am Dienstag hatten mehr als 5000 Beschäftigte des Leipziger BMW-Werks ihre Arbeit für 24 Stunden niedergelegt. 

Konkret fordert die IG Metall in den laufenden Verhandlungen vier Prozent mehr Geld für zwölf Monate, das zur Sicherung von Beschäftigung und Einkommen eingesetzt werden soll. Neben betrieblichen Zukunftstarifverträgen sind auch ein tarifliches Angleichungsgeld und die Verbesserung der Übernahmeregelungen für Auszubildende Thema in den Tarifverhandlungen.

 

 
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77 Kommentare
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  • 1
    0
    Zeitungss
    28.04.2021

    Hier wird es aber eng mit den Antworten, was ich mal als Treffer werte. Man möchte gern an den Vorteilen teilhaben, natürlich ohne persönlich Einsatz, wie heute üblich. Solche Schmarotzer in die Wüste geschickt, wäre eine natürliche Folge und hoffentlich wird es irgendwann so.

  • 3
    0
    Zeitungss
    28.04.2021

    Ja Leute, bleibt dran. Mehr gibt es dazu nicht zusagen. Gegenteilige Meinungen kommen in der Regel von Leuten, für die Gewerkschaften schon einmal Teufelszeug sind und diese man sich nicht leisten will. Springt bei Streiks etwas heraus, nehmen es diese Leute auch gerne an und die Kritik an der Gewerkschaft ist verschwunden. Es ist bisher kein Fall bekannt, dass ein nichtorganisierter Arbeitnehmer eine Lohnerhöhung oder andere Erleichterung abgelehnt hat, weil eine Gewerkschaft diese ausgehandelt hat. Einen Vorteil haben diese trotzdem, man spart die Beiträge für die AN-Vertretung und speist auch so mit. Solche Spezis sollten zumindest bei Meinungen die Füße stillhalten, was ihnen allerdings auch nicht gelingt.

  • 5
    1
    Mittelständisch
    28.04.2021

    Ob die Forderungen angemessen sind oder nicht darf jeder selbst entscheiden.

    Viel wichtiger finde ich aber Rechte, wie das Streikrecht, nicht unter dem Deckmantel von Corona in Frage gestellt werden.

    Morgen ist Streiken dann blöd weil es Regnet? Oder anders ausgedrückt, "irgendwas ist halt immer".

  • 6
    1
    Deluxe
    28.04.2021

    Der Einäugige ist König under den Blinden, sagt ein altes Sprichwort. Und genau das trifft auf die Metaller im Osten zu.

    Verglichen mit anderen Ost-Löhnen gehören sie zweifelsfrei zu den Spitzenverdienern unter den werktätigen Menschen. Aber was nützt diese Erkenntnis?
    Nichts, denn die gleichen Arbeiter werden in den westdeutschen Werken noch immer deutlich besser bezahlt als hier im Osten! Und diese Ungerechtigkeit muß nach mehr als 30 Jahren endlich beseitigt werden.

    Nicht nur in der Metallbranche, sondern überall. Es wird doch nichts besser, wenn man immer nur darauf verweist, daß andere noch weniger verdienen.

  • 12
    4
    marvelino
    28.04.2021

    Die 30 jährige Ungerechtigkeit gegenüber dem Westen jetzt mit einer Pandemie schön zu reden oder gar zu relativieren, finde ich unangemessen. Sicher, die Metaller gehören zu großen Teilen nicht zu jenen, die mit dieser Pandemie wirtschaftliche Nachteile haben. Aber man sollte den Metallern ihr Recht auf Gleichbehandlung schon zugestehen. Der Zeitpunkt ist zwar eher suboptimal, aber die letzten 30 Jahre hatten auch ihre Hoch und Tiefs. Oder man hält sie einfach noch länger hin, bis irgendwann mal ein halbes Jahrhundert vergangen ist und die Gräben immernoch existieren. Das Thema hätte schon längst vom Tisch sein können!

  • 5
    9
    kartracer
    28.04.2021

    @Sand123, stimmt, aber das ist leider die Fratze einer Wohlstandsgesellschaft,
    was schert mich anderer Menschen Leid.
    Mit genau solchem Egoismus geht eben die Schere immer weiter auf, bzw. wird die Pyramide immer flacher und unten breiter.
    So geht eben Kapitalismus, auch in schlimmen Zeiten, wie gerade jetzt in einer Pandemie.

  • 22
    13
    Sand123
    28.04.2021

    Die Forderungen der IG Metall kann man in Pademiezeiten nicht nachvollziehen.
    Die Metallarbeiter sollten froh sein überhaupt noch regelmäßig arbeiten zu können sowie zu den Hauptverdienern zu gehören.
    Hier sollte man lieber Solidarität an den Tag legen und nicht nur Forderungen zustellen.