Hunderte Beschäftigte im Einzelhandel streiken

Die Verkäuferinnen und Verkäufer streiken wieder. Wer am Montag Klamotten, Möbel oder einfach etwas zu essen kaufen wollte, musste sich in einigen Städten auf längere Schlangen und Streiks einstellen - und am Dienstag geht es gleich weiter.

Leipzig (dpa) - Kurz vor der nächsten Verhandlungsrunde um mehr Lohn im Einzelhandel haben Hunderte Beschäftigte in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen erneut die Arbeit niedergelegt. Insgesamt beteiligten sich am Montag rund 700 Menschen an den Aktionen, wie Verdi-Handelsexperte Jörg Lauenroth-Mago sagte.

Betroffen waren dem Sprecher zufolge vor allem Filialen von Kaufland, Netto oder H&M - etwa in Bitterfeld-Wolfen oder Südthüringen. Aber auch in den Möbelhäuser von IKEA in Dresden und Erfurt sowie den Primark-Läden in Leipzig und Dresden folgten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dem Streikaufruf, hieß es.

Die Arbeitsniederlegungen sollten auch am Dienstag fortgesetzt werden, kündigte Lauenroth-Mago an. Dabei seien viele Betriebe vom Montag wieder dabei, es kämen aber auch neue hinzu. Mit den Aktionen soll der Druck auf die Arbeitgeber erhöht werden.

Schon am Mittwoch treffen sich Vertreter von Arbeitgebern und Arbeitnehmern in Weimar zu weiteren Verhandlungen. Verdi-Sprecher Lauenroth-Mago geht davon aus, dass es zu einer Einigung kommt. Der Grund: Im großen Tarifgebiet Nordrhein-Westfalen wurde Anfang Juli der Durchbruch erzielt. Verkäuferinnen und Verkäufer erhalten dort von Juli an drei Prozent mehr Geld, für die höher eingruppierten Beschäftigten gibt es ein pauschales Plus von 77,50 Euro. Nächstes Jahr im Mai geht es für alle noch einmal 1,8 Prozent rauf.

Verdi forderte für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bisher 2 Cent mehr pro Minute, umgerechnet 7,6 Prozent Plus. Die Arbeitgeber boten auf zwei Jahre verteilt eine Anhebung um 1,7 Prozent sowie 1,2 Prozent an. Zudem wollen sie das Urlaubsgeld erhöhen, das in einen Beitrag zur Altersvorsorge umgewandelt werden kann.

Trotz des Vorbilds aus NRW wolle Verdi noch regionale Besonderheiten durchsetzen, so Lauenroth-Mago. So solle die Laufzeit um einen Monat verkürzt werden, um künftig gleichzeitig mit den Kollegen im Westen abschließen zu können, hieß es. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen arbeiten nach Gewerkschaftsangaben 256 000 Menschen im Einzelhandel. Nur ein kleiner Teil von profitiert direkt von einer Einigung, weil er in einem tarifgebundenen Betrieb arbeitet.

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