Titelverteidiger mit Platz zwei glücklich

Sebastian Hendel musste bei den Deutschen Meisterschaften über 10.000 Meter dem Favoriten den Vortritt lassen. Sein Fokus liegt ohnehin auf einer anderen Strecke.

Essen.

Dass gegen den Saarländer Richard Ringer im Normalfall kein Kraut gewachsen sein würde, war Sebastian Hendel von der LG Vogtland natürlich schon vor dem Deutschen Meisterschaften im 10.000-Meter-Lauf am Samstag in Essen klar. Silber und die Verbesserung der persönlichen Bestzeit um eine Sekunde auf 28:43,67 Minuten gehen für den 23-jährigen Reichenbacher daher völlig in Ordnung. "Bei dem hochkarätigen Feld bin ich mit Platz zwei sehr glücklich."

Der Student für Wirtschaftsingenieurwesen hatte sich in einem dreiwöchigen Höhentrainingslager in St. Moritz in der Schweiz auf die Deutschen Meisterschaften vorbereitet. Das lief allerdings nicht ganz wie geplant. Eine Erkältung bremste den Vogtländer aus. "Anderthalb Wochen konnte ich nur lockere Dauerläufe machen."

Mit dem Silber von Essen hat sich Hendel auch für den Europacup am 6. Juli in London qualifiziert, wo er eine noch bessere Zeit anstrebt. "Essen war mein erstes Rennen der Bahnsaison. Mein Ziel ist es, dieses Jahr unter 28:15 Minuten zu laufen", sagt Hendel, der im Vorjahr in Abwesenheit Ringers die Fachwelt mit seinem Sieg bei den Deutschen Meisterschaften sowohl über 10.000 als auch über 5000 Meter überrascht hatte.

In Essen machte zunächst der Leipziger Felix Rüger Tempo und sorgte dafür, dass sich sehr schnell die Spreu vom Weizen trennte. "Eigentlich sollte es sogar noch ein bisschen schneller gehen. Später habe ich mich mit Richard beim Tempomachen abgewechselt, das war abgesprochen", schildert Hendel. Zwischen Kilometer 7 und 8 zog der Saarländer davon. "Da konnte ich nicht mehr mithalten. Mental hatte ich da einen kleinen Hänger. Doch in der letzten Runde habe ich noch mal alles mobilisiert und den zweiten Platz im Spurt gesichert."

Für Hendel ist diese Saison alles auf die Weltmeisterschaften Ende September/Anfang Oktober in Katar ausgerichtet. Er hofft, sich für den Lauf über 5000 Meter qualifizieren zu können. "Über 10.000 Meter ist das illusorisch, die Normzeit von 27:40 schaffen in ganz Europa vielleicht zwei, drei Mann."

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