Als Agostini kurz ins Grübeln kam

Heinz Rosner, der ehemalige MZ-Werksfahrer, feiert am Montag seinen 80. Geburtstag. Noch heute startet er bei Veteranenrennen.

Chemnitz.

Wenn am Montag viele ehemalige Motorradpiloten aus der Region nach Hundshübel bei Schneeberg kommen, steht einer von ihnen ganz besonders im Mittelpunkt: Heinz Rosner. Der einstige Werksfahrer bei MZ und WM-Dritte von 1968 feiert an diesem Tag seinen 80. Geburtstag. Und wie immer, wenn sich die "Oldies" treffen, werden dann Benzingespräche geführt und noch einmal über die erfolgreichen Zeiten im Motorsport geplaudert. Heinz Rosner hat diese entscheidend mitgeprägt.

"Heinz war nicht nur ein begnadeter Rennfahrer, er ist auch bis heute ein sympathischer Sportsmann geblieben, der bei Oldtimerrennen in ganz Europa von den Fans verehrt wird", meint Rainer Pommer, der Vorsitzende des 1. Auer Motorsportclubs zum Jubilar, der auch mit 80 Jahren noch eine gute Figur in der Motorsportszene macht. Das mit der Figur kann man sogar wörtlich nehmen. "Im Prinzip habe ich mein Wettkampfgewicht von 67 Kilogramm gehalten. Die Rennkombi passt immer noch", sagt er nicht ohne Stolz. Das Leder ist zwar eine Neuanfertigung, weil sich das alte aus MZ-Zeiten langsam auflöste. Dennoch zeigt sich der Erzgebirger auch heute noch schlank und rank wie einst.

Heinz Rosner ist keine Plaudertasche. Erst im Laufe eines Gespräches gibt er die eine oder andere Episode aus seiner erfolgreichen Zeit als Werksfahrer für MZ zwischen 1964 und 1969 zum Besten. Ins Schwärmen gerät er, wenn er zum Beispiel an die Rennen 1967 denkt, als er beim Großen Preis der ÈSSR in Brünn in der Klasse bis 350 ccm hinter dem Honda-Star Mike Hailwood aus Großbritannien Zweiter wurde. Natürlich fallen Heinz Rosner dann auch immer wieder Reminiszenzen von den Rennen auf dem Sachsenring ein.

Seine Augen leuchten besonders hell, wenn er an den Lauf der 350-ccm-Maschinen im Jahr 1968 denkt. Trotz kühlen und regnerischen Wetters waren wieder mehr als 200.000 Zuschauer gekommen, die ihren Augen nicht recht trauen wollten. Denn plötzlich lag Rosner auf einer auf 251 ccm aufgebohrten 250-ccm-MZ vor dem großen Favoriten Giacomo Agostini in Führung. "Ich weiß nicht, ob er nur geblufft oder Motorenprobleme hatte. Jedenfalls war es ein unbeschreibliches Gefühl, vor Ago mit seiner um 20 PS stärkeren Maschine wenigstens eine Runde zu führen", denkt Heinz Rosner, der in diesem denkwürdigen Rennen am Ende Zweiter wurde, gern daran zurück. Stolz ist er besonders auf den Kommentar Agostinis, der damals sagte: "Der Ostdeutsche Rosner ist mein schärfster Konkurrent." Mehr Lob von einem Superstar geht nicht.

Und warum sitzt er heute noch mit 80 Jahren auf einer MZ und nimmt regelmäßig an Veteranenrennen teil? "Wer einmal Benzin geschnuppert hat, der kommt nicht mehr davon los", versucht er seine Liebe zum Rennsport zu erklären. Vergangenes Jahr bei der Sachsenring-Classic konnten sich die Fans davon überzeugen. Dort pilotierte er eine MZ mit einem Motor, den Bernd Köhler aus Ehrenfriedersdorf für ihn gefertigt hatte. Der Klang des Zweitakters ist legendär wie der des 68er-Modells.

Obwohl Heinz Rosner in Zukunft etwas kürzertreten will, plant er auch weiterhin mit seiner MZ bei Veteranenrennen an den Start zu gehen. Für ihn steht fest: "So lange es die Gesundheit zulässt, bleibe ich weiter dabei. Das bin ich schon meinen Fans schuldig." Typisch Heinz Rosner.

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1Kommentare
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  • 1
    0
    suzuki
    12.01.2019

    Glückwunsch und alles Gute Heinz. Nicht nur ich hoffe, dass wir Dich noch lange an den Rennstrecken sehen. Du warst nicht nur zu Deinen WM-Zeiten trotz aller Probleme mit der MZ einer der ganz großen, Du bist und bleibst das für uns Fans immer.



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