Chemnitzer Elfmetertraining zahlt sich aus

Nach 22 Elfmetern jubelte der CFC über den Einzug ins Sachsenpokalfinale. Die Bergner-Truppe war auf diesen Krimi vorbereitet.

Chemnitz.

An ein ähnlich aufregendes Spiel konnte sich der zweifache CFC-Torschütze Matti Langer nach dem Abpfiff des Sachsenpokalkrimis gegen Lok Leipzig nicht erinnern. Und an ein derartig langes Elfmeterschießen schon gar nicht. 22 Schüsse vom Punkt waren am Mittwochabend nötig, um nach dem 3:3 nach 120 Minuten spannenden und rasanten Fußballs den Finalgegner für den FSV Zwickau zu ermitteln. Weil der Chemnitzer Torwart Jakub Jakubov den zweiten Versuch von Paul Schinke parierte, waren das die Gastgeber, 13:12 (3:3/2:1) n. E. lautete das spektakuläre Endergebnis. Nur Leipzigs Steinborn, der den Ball links am Tor vorbeisemmelte, und Daniel Frahn, dessen Versuch Lok-Keeper Benjamin Kirsten parierte, hatten zuvor ihre Elfmeter nicht im Kasten untergebracht. 19 Schüsse waren drin, die meisten blitzsauber und sicher verwandelt - so auch die der beiden Torleute selbst.

CFC-Trainer David Bergner hatte wohl etwas in dieser Art geahnt und sein Team Elfmeter üben lassen: "Alle haben geschossen, dabei haben wir schon gesehen, was die Jungs vom Punkt so draufhaben." Wie etwa Michael Blum, den Bergner erst Sekunden vor Abpfiff extra fürs Elfmeterschießen einwechselte. Der Verteidiger bedankte sich mit einem satten Knaller unter die Latte. Ein gelungener Schachzug. Vorbereitet war auch Jakubov. Der hatte mit Torwarttrainer Thomas Köhler die Vorlieben der etablierten Lok-Schützen studiert und einen entsprechenden Zettel mit Notizen dabei.

Nach dem erlösenden letzten Schuss atmete auch David Bergner durch, der bekannte: "So richtig trainieren kann man Elfmeterschießen eigentlich nicht. Im Training fehlen die Tausende an Zuschauern und der nervliche Druck. Den kann man nicht simulieren." Die Nerven hielten. Der CFC steht im Endspiel und hat am 25. Mai im eigenen Stadion die große Chance, zum zehnten Mal den Sachsenpokal zu gewinnen. Und damit vor allem auch im Lostopf für die erste Runde des DFB-Pokals zu landen und auf einen attraktiven Gegner zu hoffen. Wie 2015, als Borussia Dortmund an der Gellertstraße gastierte. Oder 2017, als der FC Bayern vorbeischaute. Es wäre gut für die Finanzen wie das Image des angeschlagenen Clubs.

Ein Video vom Elferkrimi zwischen dem CFC und Lok steht hinter diesem Link: www.freiepresse.de/elfmeterkrimi

52 Schüsse bis zum Sieg 

Für das längste Elfmeterschießen der Fußballgeschichte sorgten zwei tschechische Fünftligisten am 4. Juni 2016. Im Pokalmatch zwischen Frystak und Batov stand es nach Ende der regulären Spielzeit 3:3, der Krimi vom Punkt endete 21:22. Nach 52 Elfmetern - von denen neun nicht verwandelt wurden - war Schluss und die 148 Zuschauer erlöst. Frystaks letzter Fehlschütze bekam keinerlei Vorwürfe. Alle konnten endlich heim. (ts)

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