Ex-Wunderläufer Keino in Kenias Olympia-Skandal vor Gericht

Im Skandal um verschwundene Gelder und Ausrüstung für Kenias Olympia-Team bei den Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro hat die Staatsanwaltschaft sieben zum Teil prominente Funktionäre angeklagt. Der Vorwurf gegen den früheren Sportminister Hassan Wario sowie den zweimaligen Olympiasieger und ehemaligen Olympiakomitee-Chef Kipchoge Keino sowie fünf Mitbeschuldigte lautet nach Angaben von Oberstaatsanwalt Noordin Haji auf Veruntreuung.

Die Gruppe um den einstigen "Wunderläufer" Keino, Goldmedaillen-Gewinner 1968 in Mexiko-Stadt über 1500 m und 1972 in München über 3000 m Hindernis und von 1999 bis zur Aufdeckung des Skandals Präsident des kenianischen Olympia-Komitees NOCK, soll vor zwei Jahren umgerechnet rund eine halbe Million Euro aus dem Regierungsfonds zur Unterstützung von Kenias Olympia-Teilnehmern abgezweigt haben. Zudem geht die Anklage davon aus, dass die Angeklagten für den Diebstahl von Teilen der Ausrüstung des kenianischen Rio-Teams verantwortlich sind. In der Anklage sind darüber hinaus Vorwürfe wegen Amtsmissbrauchs und überhöhten Reisekostenabrechnungen zusammengefasst.

Wario war nach dem Ausbruch des Skandals zunächst noch als Aufklärer in Erscheinung getreten und hatte das NOCK aufgelöst. Weil danach längere Zeit zunächst keine Neugründung erfolgte, fror das Internationale Olympische Komitee (IOC) seine Fördergelder für Kenia im Vorjahr vorübergehend ein. Seit September 2017 steht der frühere Marathon-Weltrekordler und zweimalige 10.000-m-Olympiazweite Paul Tergat an der NOCK-Spitze.

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