NFL-Draft: Neuer Quarterback für Packers größte Überraschung

Die Green Bay Packers haben sich einen jungen Quarterback geholt und damit für die größte Überraschung in der ersten Runde des NFL-Drafts gesorgt. Für NFL-Größe Aaron Rodgers wiederholt sich damit womöglich seine eigene Geschichte.

Los Angeles (dpa) - Die einzige echte Überraschung in der ersten Runde des NFL-Drafts könnte für das Ende einer Ära sorgen. Nach einem Geschäft mit den Miami Dolphins holten die Green Bay Packers an 26. Stelle Quarterback Jordan Love.

Die Packers werden seit Jahren von Aaron Rodgers angeführt, einem der besten Spieler der Football-Liga auf dieser Position. Rodgers ist 36 Jahre alt. «Ich bin super aufgeregt», sagte der 21 Jahre alte Love dem TV-Sender ESPN. «Ich kann eine Menge lernen von Aaron Rodgers.»

Rodgers beerbte einst unerwartet Brett Favre als Spielmacher der Packers und gilt als einer der besten Quarterbacks in der Geschichte der stärksten Football-Liga der Welt. Unmittelbar nach der Entscheidung gab es erste Spekulationen, dass die New England Patriots Rodgers als Nachfolger von Tom Brady verpflichten könnten. Derv 43 Jahre alte Brady hatte den Club nach 20 Jahren und sechs Siegen im Super Bowl in Richtung Tampa Bay Buccaneers verlassen. Die Patriots gaben ihr Zugriffsrecht in der ersten Runde an die Los Angeles Chargers ab.

Statt eines Abends mit Feuerwerk und Bootsfahrten in Las Vegas war die erste Runde der wichtigsten NFL-Veranstaltung nach dem Super Bowl eine für die Teams zwar unverändert folgenschwere Weichenstellung, aber wegen der Corona-Pandemie nicht die bombastische Show vergangener Jahre.

Alle Trainer und Manager arbeiteten von zu Hause und waren via Internet, Telefon und Handy in Kontakt. Große technische Pannen gab es nicht. Weil die übliche Umarmung mit den neuen Profis auf der Bühne nicht möglich war, versprach Liga-Boss Roger Goodell eine andere Form von Spaß - und war auf einem auf Twitter geteilten Video zu sehen, wie er mit Passempfänger Jerry Jeudy zum Song «Toosie Slide» von Drake tanzte. Der Draft geht über sieben Runden und drei Tage.

Wie erwartet entschieden sich die Cincinnati Bengals mit dem ersten Pick für Quarterback Joe Burrow. Er hatte nach 60 geworfenen Touchdown-Pässen zuletzt die Heisman Trophy als bester College-Football-Spieler der USA bekommen und zudem mit der Louisiana State University die nationale Meisterschaft gewonnen. «Ein Traum wird wahr», sagte Burrow in einem Interview auf ESPN.

Burrow war der erste von insgesamt drei Quarterbacks unter den ersten sechs ausgewählten Spielern. Die Miami Dolphins entschieden sich für Tua Tagovailoa, dem ein herausragendes Talent bescheinigt wird, der aber wegen einer Hüftverletzung auch als fraglich galt. Die Los Angeles Chargers wählten Justin Herbert als neuen Spielmacher.

Beim Draft dürfen die NFL-Teams aus den Nachwuchsspielern auswählen. Die schlechtesten Mannschaften haben die größte Auswahl. So will die Liga über Jahre hinweg gesehen für Chancengleichheit sorgen, die Entscheidungen sind daher wichtig und bis ins Detail durchkalkuliert. Die Mannschaften dürfen ihre Positionen tauschen.

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