Wespennest lässt deutsche Skispringer bangen

Nach einer Havarie der Anlaufspur kann das Nationalteam wieder in Garmisch-Partenkirchen trainieren - dank Spurbauer Peter Riedel aus dem Erzgebirge.

Raschau/Garmisch-Partenkirchen.

Am 1. Januar blickt die Sportwelt wieder zum Neujahrsskispringen nach Garmisch-Partenkirchen. Um dann gut vorbereitet zu sein, trainieren die deutschen Ski-Adler seit Dienstag auf der Olympiaschanze. Doch der Lehrgang des Nationalteams hing wegen einer Havarie der Anlaufspur am seidenen Faden. Spurbauer Peter Riedel aus Tellerhäuser erklärt: "Ein Wespenvolk hatte sich in den Steuerungskasten der Spurkühlung eingenistet und einen Kurzschluss verursacht. Auf Deutsch gesagt, die Spur hat gebrannt", sagte der Erzgebirger der "Freien Presse".

Riedel hat die Mastertrack-Eisspur erfunden. Wegen des Defekts musste das komplette Kühlsystem ausgetauscht werden. "Ein wirtschaftlicher Totalschaden", schätzte er das Malheur ein. Riedel ging gleich in die Spur, um eine neue Kühlanlage aufzutreiben. Normalerweise betragen Lieferzeiten mehrere Monate. Doch in vier Tagen schafften Riedel und sein Team den Umbau, was den Lehrgang der Springer mit Weltmeister Markus Eisenbichler und Co. noch ermöglichte. Horst Hüttel, Skisprung-Teammanager im DSV, sagte erleichtert: "Vielen Dank an Peter und sein Team für diesen tollen Einsatz. Wir sind froh, dass wir planmäßig auf der Olympiaschanze trainieren können."

Peter Riedel stellt mit seiner gleichnamigen Firma seit zwölf Jahren Anlaufspursysteme für Schanzen her. Neueste Innovation ist eine mobile LED-Beleuchtung, die auf Wunsch neben die Spur oder zwischen die Beine der Springer verlegt werden kann. Zur Havarie auf der Tourneeschanze im bayerischen Garmisch-Partenkirchen sagte der Spurexperte: "Bei der Wiederinbetriebnahme der Eisspur kamen keine Tiere zu Schaden. Das Wespenvolk wurde fachkundig in den nahegelegenen Wald umgesiedelt." (tp)

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