Der heutige Tag stand als erster vollständig im Zeichen der Forschung. Meine Aufgabe war es dabei heute gemeinsam mit vier anderen Jugendlichen Informationen über die Wirtschaft und die Verkehrslage auf Pico zu sammeln, da wir uns neben Delfinen und Walen auch mit der Insel an sich beschäftigen. Schwerpunkte waren Infrastruktur mit speziellem Blick auf die Verkehrslage, Industrie- und Wirtschaftszweige, Energiewirtschaft und eine Marktanalyse, das heißt wir haben untersucht, welche Güter importiert und welche exportiert werden. Dabei haben wir uns mit dem Inselbewohnern unterhalten, da es keine andere Möglichkeit gab, an die Informationen heranzukommen. Erste Hindernis war dabei die Sprachbarriere, da von uns leider keiner Portugiesisch sprechen konnte und das auf den Azoren aber nunmal offizielle Amtssprache ist (weil sie zu Portugal gehören). Zum Glück konnten wir uns mit den meisten auf Englisch unterhalten, auch wenn dabei die Hände und Füße manchmal zum Einsatz kamen. Nun wissen wir, dass der Tourismus die größte Einkommensquelle auf Pico ist (Whale-watching), gefolgt von Fischfang und Ackerbau und Weidewirtschaft. Versorgungstechnisch werden fast nur nicht essentielle Dinge importiert und es werden Milchprodukte, Wein und Fisch exportiert. Die meisten Lebensmittel, die auf der Insel verzehrt werden, werden auch auf der Insel angebaut und so kann man Pico als Selbstversorger bezeichnen. Die Waren werden dabei auf der Insel auf insgesamt drei großen geteerten Straßen transportiert bzw. werden mit Schiffen und einem Flugzeug auf die Insel gebracht. Abseits der großen Straße sind die Verkehrswege eher schlecht bis gar nicht befestigt. Über die Energieversorgung haben wir leider nichts erfahren, aber wir haben jetzt eine Telefonnummer und müssen dort morgen noch anrufen.

Nachdem wir unsere Tagesergebnisse gesammelt hatten, machten wir uns auf den Weg, einen Ort an der Küste zu finden, an dem man baden gehen kann. Weil sich die Suche eher als schwierig gestaltete, machten wir noch in einem kleinen Dorf mit ungefähr 300 Einwohnern Halt und schwärmten auch dort wieder aus, um uns in verschiedenen Themenbereichen zu informieren. Als wir schon wieder auf dem Rückweg zu den Bussen waren und die Hoffnung schon fast aufgegeben hatten, einen Einwohner zu treffen, kam uns plötzlich aus einer Seitenstraße einer entgegen und wir sprachen ihn auf Spanisch an, da wir es für unwahrscheinlich hielten, dass er Englisch könnte, aber wussten, dass die Portugiesen Spanisch einigermaßen verstehen. Zu unserer Überraschung konnte er aber doch ein wenig Englisch und leitet uns zu einem weiteren Bewohner weiter, der gerade in seiner privaten Bananenplantage arbeitete. Er sprach noch besser Englisch und während dem Gespräch stellte sich heraus, dass er für ein paar Jahre in den USA gelebt hatte. Er teilte uns unter anderem die Einwohnerzahl des Dorfes und noch einige andere Dinge über Pico mit und konnten nun zufrieden wieder nach einer Badestelle suchen.

Als wir schließlich eine gefunden hatten und auch schon in Badesachen waren wurde aber gesagt, dass wir aufgrund der Strömung doch nicht baden könnten und aus Zeitgründen auch nicht mehr weiter suchen könnten. Also machten wir uns auf den Rückweg zur Jugendherberge. Dort mussten wir die Ergebnisse des Tages in einem Bericht zusammenfassen und außerdem eine PowerPointPräsentation anfertigen um es den anderen Expeditionsmitgliedern zu präsentieren.

In den nun noch folgenden Tagen wird es so weitergehen, nur dass ich mich mit anderen Themen beschäftigen werde und wir auch die Forschungsorte wechseln werden. Morgen werden wir beispielsweise auf den Pico (erloschener Vulkan) steigen und dort bezüglich des Klimas und der Geographie Messwerte aufnehmen und Beobachtungen machen. Bis jetzt bin ich, auch wenn die Arbeitsbelastung sehr hoch ist, äußerst zufrieden mit dem Charakter der Expedition. Alleine die Arbeitsmotivation einiger Teilnehmer bereitet mir Kopfschmerzen, da diese hier mehr Urlaub machen wollen und deshalb für einen effektiven Arbeitsprozess nicht zu gebrauchen sind. Doch mit denen muss man halt auskommen und vielleicht ändert sich ja auch noch was in den nächsten Tagen.

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